19.04.2010

FAVE ALLA ROMANA (Saubohnen auf römische Art)


7. Woche Il contorno
Man sagt die ollen Römer hätten sich beim Welterobern hauptsächlich von Saubohnen, Schafkäse und Bindesalat ernährt. Und „Fave e Pecorino“ sind hier tatsächlich eine wichtige Angelegenheit geblieben, seitdem sich Galdiatoren und wilde Tiere im Kolosseum an den Kragen gingen. Der waschechte Römer ist immer noch sehr glücklich ueber Saubohnensaison, die leidenschaftlich erlebt wird. Wie jetzt. Große Plastiktüten voller Hülsenfrüchte werden auf Tische, am liebsten im Freien, ausgeschüttet und römische Pecorinostücke verteilt. Und dann wird so richtig reingehauen. Ich bin mit den hier zubereiteten Bohnen aber auch sehr zufrieden. Doch unten gibt es  noch einen Tipp für frischen Salat, der dem Urding etwas nähersteht. Aber alles bitte mit Wein!
Für 2 Personen
Zeit: 30 Minuten

  • 300gr. frische, gehäutete Saubohnen (= die Samen, die aus ihrer dicken Haut befreien)
  • 75gr. Bauchspeck
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 flachen Esslöffel Butter oder 2 Esslöffel Olivenöl zum Braten
  • ½ Glas Weißwein
  • Salz und Peffer zum Abschmecken
In einer Pfanne die kleingehackten Zwiebeln im Öl, auf niedriger Flamme braten. Den Speck in dünne Scheibchen schneiden und mit den Saubohnen hinzugeben, etwas salzen und pfeffern. Den Weißwein darüber schütten und verdunsten lassen. Dann Wasser hinzugeben bis die Bohnen bedeckt sind und auf niedriger Flamme köcheln lassen bis das Wasser verdunstet ist. Darauf achten, dass die Bohnen nicht anbrennen, wie es mir passiert ist. Aber nur ganz leicht und sie waren trotzdem gut.

Tipp: Saubohnensalat (auch als Vorspeise)
Dieses Rezept habe ich auf der Website von Colosseo Roma gefunden, verfasst von Mamma Pina und die wird es ja wohl wissen...
Für 2 Personen               
  • 200gr. frische, gehauetete Saubohnen
  • 150gr. römischen Pecorino flocken
  • 200gr. gemischten Feldsalat
  • 1 halbe Zwiebel
  • Öl, Salz und Balsamessig nach Belieben
Die Zwiebel in dünne Scheiben schneiden, den Salat waschen und trocknen. Die Zwiebeln mit dem Salat mischen und dem Öl, Salz und Essig abschmecken. Auf die Teller verteilen und darüber die frischen Bohnen und Pecorinoflocken geben. Mit geröstetem Brot servieren.


Kommentare:

  1. Benötigen die Saubohnen so lange um gar zu werden ? Wenn man die Saubohnen mit Haut im Dampfsieb ca. 2 Minuten gart, kriegt man die Haut leichter weg. Sie brauchen dann praktisch nur noch aufgewärmt zu werden

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  2. Die einfachsten Sachen sind ja immer die Allerbesten! Fave - na, die kenne ich natürlich auch. Aber vielen Dank für die Rezepte, das ist prima!

    Und danke für die Grüße, lieben Gruss, Brigitte

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  3. Ich liebe Fave, vor allem die zweite Variante mit dem Pecorino. Herrlich.

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  4. @lamiacucina: Sicherlich ist es einfacher die Saubohnen zu enthaeuten wenn man sie kurz gart, aber dann sollten man die Bohnen doch schon 20 Minuten in dem Zwiebel-Specksud einkochen lassen. Sie schmecken besser.
    @Brigitte: Dieser Blog ist nicht nur eine Aufstellung einer italienischen Alltagskueche, wie ich sie mag und kenne, sondern vor allem ein Vorwand eine Reise in die mir (unzaehlig) vielen unbekannte Gebiete der italienischen Tradition zu unternehmen. Viele Gerichte habe ich immer brav gegessen aber nie nachgekocht, andere kenne ich nicht und lasse mich von Leuten, die ich nach Familientraditionen ausloechere, Zeit zur Verfuegung, Saison und Zutaten, und natuerlich meinen traditionellen italienischen Kochbuechern inspirieren. Es macht "einfach" Spass!:-)

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  5. @Mestolo: richtig roemische Verhaeltnisse bei Dir also, ich wuenschte ich koennte diese Tradition auch von ganzem Herzen teilen aber roemischer Pecorino pur, wie Parmesan - ich weiss nicht!

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  6. Jutta, warum entdecke ich Deinen Blog bloß jetzt erst ????
    Dicke Bohnen stehen im Sommer oft auf unserer Speisekarte, ich bekomme sie hier direkt bei uns ganz frisch vom Bauern !
    Dein Rezept wird ausprobiert !
    Jetzt gehe ich erst einmal auf Deinem Blog lesen, was ich gesehen habe gefällt mir und trifft genau unseren Geschmack.

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  7. Ich weiß noch, wie mein Vater früher eine Vollbremsung hinlegte, wenn er auf der Olimpica den ersten Saubohnen-Verkäufer der Saison entdeckte. Da musste gleich eine Kiste gekauft werden.
    Seltsamerweise habe ich sie nie gemocht, vielleicht weil sie bei uns immer nur roh gegessen wurden. Erbsen mag ich komischerweise auch nicht. Dafür verbinde ich mit Saubohnen ganz schöne Erinnerungen. Danke dafür :-)

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  8. Die Saubohnen lassen sich wunderbar kombinieren, deine Version gefällt mir sehr gut!

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  9. @Karin: Ich bin ja erst auch seit kurzem dabei sozusagen. Wie alt waere ich jetzt im Blogalter - so um die 5? Danke fuer das Vorbeischauen und ich hoffe, dass Dir die Bohnen schmecken werden!
    @Alex: Danke dir fuer die tolle Szene! Kann ich mir irgendwie gut vorstellen:-) und auch wenn ich wie du diese Fave e Pecorino Leidenschaft geschmacklich nicht nachvollziehen kann, finde ich es bezaubernd, dass sie seit Jahrtausenden noch immer so existiert.
    @Hannes: Um die Saubohnen kann ein Food Blog der die roemische Alltagskueche beschreiben moechte einfach nicht herum. Aber freut mich, das dir diese Version gefaellt!

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  10. Mein Gemüsebauer hält mich glaub ich immer für verrückt, weil ich Saubohnen kaufe. Wenn ich aber die einzige bin, warum hat er das Zeug dann? Super Rezept, danke dafür!

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  11. @Ruby: Gute Frage...vielleicht geht das an irgendwelche 4-Beiner? Schick ihn mal im April hier nach Rom deinen Gemuesebauern damit wir ihm beibringen was fuer ein Gaudi Saubohnen seien koennen!

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