25.04.2010

GNOCCHI DOLCI mit nachgekochten Gnocchi (Süße Gnocchi)


8.Woche Il primo
Diese Art Kartoffelgnocchi zuzubereiten habe ich von der Mutter eines Freundes, der aus Treviso stammt. Sie meinte so mache man es bei ihr in der Familie, er meinte so mache man es auch in Verona und Internet hat mir verraten, dass dieses Gericht allgemein venezianischer Abstammung ist. Mit dem Zimtanteil konnte man es sich wohl auch nur da in der Gegend leisten sowas zu erfinden.
Was die Gnocchi anbetrifft: ich habe vor Jahren nur einmal Gnocchi di patate gemacht, was auch völlig daneben gegangen ist, und mich ab dann mit gekauften zufriedengestellt. Aber heute wollte ich ein bisschen Leistungsdruck und habe das Rezept mit höherem Schwierigkeitsgrad, aber dafür ohne Mehl und/oder Eier, von Robert von la mia cucina verwendet allerdings aus Sicherheitsgründen auch gleich das von Frau L. (auch von la mia cucina) in Erinnerung behalten. Das Ergebnis der Gnocchi war aus technischen Gründen nicht perfekt aber, aber es war doch schon  ein Erfolgserlebnis sie einzeln wieder an der Oberfläche des Kochwassers begrüssen zu dürfen.
Es handelt sich bei diesem Gericht um keine Süsspeise, sondern um einen 1.Gang, wie man ihn in Venetien isst.
Für 2 Personen (mit Appetit)
Zeit: Kochzeit der Kartoffeln+40 Minuten Gnocchi Herstellung + 20 Minuten für die Soße

Zutaten:
Für die Gnocchi

  • ca. 1 Kilo Kartoffeln
  • 25gr. Kartoffelstärke
  • Salz, Muskatnuss

Für die Soße
  • 350ml. Tomatenpüree
  • 1 Zwiebel
  • 3 Esslöffel Olivenöl
  • 4 Esslöffel Parmesankäse
  • 2 Esslöffel weißen Zucker
  • 2 Teelöffel feingeriebenen Zimt
Die Gnocchi: die Kartoffeln in der Schale weichkochen, ich habe meinen Dampfkocher dazu benutzt um auch ja sicher zu sein sie nicht zu zerkochen, und heiß schälen und sie dann einzeln , eine nach der anderen in einer Schüssel mit einem Kartoffelstampfer, weil ich keinen „passe vite“ besitze, zerstampfen unter der Zugabe, nach jeder Kartoffel , von ein bisschen Stärke, ein bisschen Salz, ein bisschen Musaktnuss. Man darf nicht kneten und ich habe es auch nicht gemacht. Wenn alles so nach trockenem Püree ausschaut auf einem Holzbrett damit Schlangen von ca. 2 cm Durchschnitt rollen und dann davon quer kleine Stücke von ca. 4 cm Länge abschneiden und die gnocchi auf einem Tuch oder einem Holzbrett ruhen lassen. Zum Kochen: einen großen Topf mit viel Salzwasser aufsetzen, wenn es kocht die gnocchi hineingeben und sobald sie an der Oberfläche, nach 1-2 Minuten, wiederauftauchen, abschöpfen und auf die Teller geben .
Die Soße: man kann sie in aller Ruhe vorbereiten während die Kartoffeln kochen. In einer Pfanne die geviertelte Zwiebel braten und das Tomatenpurèe hinzugeben und auch etwas Salz. Die Pfanne eignet sich großartig zum schnellen Tomatensoße vorbereiten, weil es schneller einkocht als im Topf. 10 – 15 Minuten auf mittlere Flamme köcheln lassen. Dann vom Feuer nehmen, die Zwiebelstücke herausfischen und entsorgen (oder essen). Wenn die Soße lauwarm ist den Parmesan, den Zimt und den Zucker untermischen und auf die gnocchi geben.

Tipp: Sugo oder Salsa di pomodoro? Und schnelle “Salsa di pomodoro”
Es gibt viele italienische Gerichte, wo Tomatensoße nur eine Nebenzutat ist. Meistens wird es dann als Salsa di Pomodoro und nicht als Sugo bezeichnet. Sugo di pomodoro darf auch richtig flüssig sein und enthält andere Zutaten, die man sieht. Die Salsa di pomodoro ist eher ein Begriff für eine Kreme und wenn andere Zutaten dabei sind, sind sie kleinpüriert. Auch heute noch wird in vielen Familien, die Salsa im Sommer hergestellt, wenn Tomatenzeit. Man verbringt einige Tage damit die Tomaten zu schälen und einzukochen, je nachdem mit etwas Salz, Basilikum – oder auch nicht, und in Flaschen abzufüllen um sich für den Winter zu wappnen. Ich mache das nicht, freue mich aber immer wenn ich so eine Flasche geschenkt bekomme. Wenn ich eine schnelle Tomatensoße brauche, mache ich es wie oben beschrieben mit einer Pfanne, Olivenöl, Zwiebel, Salz und Tomatenpüree. Und zusammengefasst: Salsa ist immer eine Kreme (wie Majonese z.B.), Sugo alles andere. (Wusste ich auch nicht so genau bis jetzt)

Kommentare:

  1. ohne Ei und Mehl ist eine Herausforderung ! Umso herzlicher das Wiedersehen an der Wasseroberfläche ;-)

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  2. Ja, ja...die Befuerchtung anstatt der Gnocchi eine schmacklose Kartoffelbreisuppe zu sehen war schon gross...

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  3. Mit Zimt, das hört sich für mich sehr verführerisch an, den mag ich nämlich sehr gerne. Ich bin gespannt, das werde ich mal ausprobieren.

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  4. Weiss nicht genau ob mir die Gnocchi so schmecken würden, aber lecker sehen sie ja aus. Ich dachte bis anhin Salsa wird aus rohen Tomaten gemacht. Die gekochte Version kenne ich als Passata. Man lernt nie aus.

    Hast du per Zufall das Rezept für die Crema die Limoncello schon gebloggt? Ich habe es nicht finden können. Falls nicht vielleicht könntest du mir schreiben, was schief gelaufen ist. Danke im voraus.

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  5. Die Gnocchi, die mache ich ziemlich routiniert schon seit vielen Jahren immer wieder. Mit Sugo. Das haben wir von einem Freund aus Trento. Dies Rezept jedoch kannte ich nicht. Ganz recht, das konnten sich nur die Venezier leisten.

    Die Sugo wird im Landhaus der Familie auf Sizilien jedes Jahr im Sommer für alle hergestellt. Das ist praktisch, denn so hat man sie immer zur Verfügung und kann varieren.

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  6. @Isi: ich war dem Zimt auch etwas skeptisch gegenueber aber nie so wie mein essender, roemischer Mitbewohner...und wenn es ihm geschmeckt hat :-)
    @zorra: Ich weiss, wie gesagt man muss es schon ausprobieren um glauben zu koennen, dass es nicht nur essbar ist sondern auch schmeckt. Was Passata di pomodoro anbetrifft denke ich, dass das eigentlich mit passierten Tomaten zu uebersetzen ist und eher die rohe Version ist. Fuer die Crema di limoncello werde ich Dir heute eine Mail schreiben, ich wollte sie bloggen aber nach dem Resultat waere es unverantwortlich gewesen.

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  7. Interessant hört sich das auf jeden Fall an. Obwohl ich Zimt mag, bin ich mir nicht sicher, ob er mir in der Tomatensauce schmecken würde.
    Die Zutaten für die Gnocchi von Frau L. habe ich mir auch unlängst besorgt, ich würde fürs erste diese Version vorziehen.

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  8. Ich wäre jetzt mit dem Zimt auch etwas skeptisch gewesen, aber wenn du es sagst, muss man's glauben.

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  9. Du hast Recht probieren geht über studieren. ;-)

    Freue mich schon auf deine Mail. ;-) Was Passata betrifft, ich mache es immer gekocht, mehr oder weniger nach dem Giallo Zafferano-Rezept.

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  10. Seitdem ich mal eine italienische Hühnersuppe mit Ravioli gemacht habe, über die dann eine Prise Zimt kam, bin ich etwas mutiger im Umgang damit geworden.

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  11. @Brigitte: Na darum beneide ich dich wirklich! Auch in schoenen gruenen Flaschen abgefuellt?
    @Linda: Soviel Zimt und Tomatensosse waren auch fuer mich eine neue Erfahrung! Ich werde auch mal die Frau L. Version ausprobieren, jetzt wo ich seit Jahren wieder mal eine Pfannipackung im Hause habe...

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  12. @Taegliche Freude am Kochen: Wenn's nicht geschmeckt haette haette ich es nicht vorgestellt. Wie gesagt ich war ja auch neugierig.

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  13. @Zorra: mit dem Unterschied Passata und Salsa hast Du recht. Muss noch mehr den Unterschied heraussieben! Danke!

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  14. Witziges Rezept - irgendwie weiss ich nicht ob ich mich da drüber trauen soll - vor allem nach dem Aufwand die Gnocchi selst zu basteln.
    Aber wer weiss, vielleicht überkommt mich noch der große Mut :)

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  15. @Brigitte: Besser geht's nicht, da hast Du es aber wirklich gut mit selbstgemachtem Sugo von sizilianischen Tomaten!
    @Linda: Bei mir wird es bald auch wieder Gnocchi geben...irgendwie muss die Pfanniflockenschachtel ja verarbeitet werden. Ich weiss, dass mir dem Zimt ist auch gedanklich gewoehnungsbeduerftig.
    @Taeglichfreudeamkochen: also mir hat's geschmeckt aber mein Gaumen ist eigentlich im allgemeinen recht neugierig und aufgeschlossen, aber wenn mein roemischer Mitbewohner, der ein bisschen weniger tolerant ist als ich, meinte, es schmecke...
    @Zorra: Tja, da muss ich nun doch noch vertiefen, was der Unterschied zwischen salsa, sugo und passato di pomodoro ist!Danke fuer den Tip und bravo fuer's passata selbst herstellen!

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  16. @Suse: Kommt die Huehnersuppe auch da aus der Gegend her? Nordosten Italiens? Wuerde mich sehr interessieren. Ich hege naemlich die Vermutung, dass dort Zimt und dessen grosszuegige Verwendung sehr beliebt ist wegens der regen Handelsverbindungen mit dem Osten ...vor laengerer Zeit natuelich.

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  17. @barcalex: Also von Dir haette ich da ja schon ein bisschen Mumm erwartet...:-( Du kannst ja auch gnocchi kaufen! Oder Rezept von Frau L. benutzen!

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  18. Oh, das weiß ich nicht. Das Rezept hab ich von jemandem aus dem CK, aber ich geh nochmal schauen, ich meine, er hatte etwas über die Rezeptherkunft geschrieben.

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