02.05.2010

SCRIPPELLE ‘NFUSS (Crispelle in brodo - Frittatensuppe aus den Abruzzen)

9.Woche Il primo
Es ist die einzige Version einer italienischen Frittatensuppe, die ich kenne. Auch habe ich so verkleidet die Crispelle, ganz besonders dünne Pfannkuchen, zum ersten Mal vor vielen Jahren gegessen. Ich mag‘ gerne Frittatensuppe. Vielleicht weil sie in meiner Kindheit für mich, zusammen mit den Mannerschnitten, Skiferien in Österreich bedeuteten und freute mich deswegen sehr als man mir die italienische Version vorsetzte. Sie kommt aus den Abruzzen und wird eigentlich mit einer klaren Hühnerbrühe zubereitet. Ich habe für die Brühe dagegen auf das römische Lesso zurückgegriffen, weil ich mit dem Suppenfleisch ein Rezept ausprobieren möchte, wo die vollblütigen Römer vor Wonne immer die Augen verdrehen (und es natürlich auch bald posten). Zurück zur Suppe: Es ist zum ersten Mal, dass ich Crispelle selbst gemacht habe. Natürlich gibt es auch hier große Unterschiede von Familie zu Familie – ich habe deswegen für die dünnflüssige Zusammensetzung wieder mein Kochbuch von Anna Gosetti della Salda „ Le ricette regionali italiane“ besucht.

Il Lesso ( Rindfleischeintopf )
20 Minuten Vorbereitung + 3 ½ Stundenkochzeit

  • 1 Zwiebel
  • 2 Tomaten
  • 1 Gewürznelke
  • 2 Karotten
  • 2 Selleriestangen
  • 1 Kilo grünes Gemüse (Spinat, Mangold, Salat usw.)
  • 1 Kilo Rindfleisch (keine Knochen – Beinfleisch)
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz
Crispelle (dünne Pfannkuchen) – für 13-15 kleine Pfannkuchen
Zeit: 1 Stunde
  • 4 Eier
  • 4 volle Esslöffel Mehl
  • 2 Esslöffel Milch
  • Muskatnuss
  • Salz
  • 4 Esslöffel geriebenen Parmesankäse
  • 1 Handvoll Petersilie

Il Lesso: In einem großen Topf das Rindfleisch mit 3 Liter Wasser auf mittlere Flamme zum Kochen aufsetzen. In der Zwischenzeit, die Zwiebel schälen und die Gewürznelke hineinstechen, den Knoblauch schälen, das Gemüse waschen und putzen. Wenn das Fleisch zu kochen angefangen hat, die Brühe abschäumen und das sämtliche Gemüse plus dem Pfefferkorn und 2 Teelöffeln Salz hinzugeben. Deckel drauf und mindestens 3 ½ Stunden auf mittlerer Flamme köcheln lassen bis das Fleisch weichgeworden ist. Dann die Brühe mit einem Sieb in einen anderen Topf heraus filtrieren

Le Crispelle: In einer Schüssel die Eier verquirlen. Am besten mit einem Schneebesen. Das Mehl hinzugeben und die Milch. Falls es zu Klümpchen kommt mit einem feinen Sieb die Masse durchsieben. Dann müsste alles schön glatt sein. Die Petersilie kleinhacken und mit 1 Esslöffel Parmesankäse und einem ½ Glas Wasser der Masse unterrühren. Mit Muskatnuss und 1 Prise Salz abschmecken. Eine kleine Pfanne mit Butter einfetten und erhitzen. Damit die Crispelle auch sehr dünn werden habe ich einen Kartoffellöffel benutzt um die Masse in die Pfanne zu gießen. Und dann muss es recht schnell gehen. Man muss flott die Pfanne schwenken damit der Eierteig auf dem gesamten Pfannenboden ansetzt. Dann kann man die flüssige, überschüssige Masse noch mal auf den Löffel und in die Schüssel mit der Restmasse zurückgeben und für eine weitere Crispella benutzten. Es ist wichtig, den ansonsten könnten die Pfannkuchen zu dick werden . Nach 1 Minute kann man die Crispella wenden. Ich habe dazu den Deckel benutzt. Ideal ist es wenn sie durch sind aber nicht braun werden. Eine nach der anderen braten und auf einem Teller zur Seite stellen.

SCRIPPELLE ‘NFUSS: Auf jede einzelne Crispella etwas Parmesankäse streuen und zusammenrollen. Diese Rollen in die einzelnen Suppenteller tun (Je nach Grad der Großzügigkeit aber mindestens 2). Die heiße Brühe hinüber gießen und servieren. Man kann die Crispelle auch schon am Tag zuvor vorbereiten.



TIPP: Crespelle/Crispelle salate
Diese kleinen salzigen Pfannkuchen erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Besonders wenn wichtige Begebenheiten zu „beessen“ sind. Sie sind halt was Besonderes. Oft werden die Kreationen mit Crespelle auch Timballi genannt, es ist wie ein Gericht mit Lasagne aber nur eben delikater und natürlich langwieriger, wie zum Beispiel der Timballo di crespelle con frutti di mare (Meeresfrüchte Timbale) aus den Marken oder sie werden mit einer Pilzkreme gefüllt und dann im Ofen überbacken, sowie Cannelloni. Bei Robert gibt es weitere Anregungen zu dem Thema: La mia cucina.

Kommentare:

  1. Ach, du hast dieses tolle Kochbuch auch. Ich musste das vor vielen Jahren über eine italienische Freundin in Bressanone besorgen lassen, es war hier nicht zu bekommen. Auf meinem blog gibt es einen Artikel darüber. Wenn es dich interessiert, nimm einfach die Suchfunktion.

    Das ist eine feinere Variante unserer Pfannkuchensuppe. Die ich aber sehr mag. Im italienischen ist immer alles etwas delikater. Und du beschreibst es immer sehr schön!

    Lieben Gruss e buona domenica, Brigitte

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  2. so dünne crespelle hab ich erst einmal gemacht. Finde ich eine schöne Idee, sie ganz zu belassen und mit Käse zu bestreuen, statt sie in Streifen zu schneiden.

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  3. @Alessandra: Si, le adoro anch'io. E adesso che ho vinto la paura della crsipella le farò più spesso.
    @Lamiacucina:Ich finde auch, dass man so vielleicht die Kleinarbeit, die da hintersteckt vielleicht besser sieht...und es vielleicht deswegen auch noch besser schmeckt.

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  4. Ich kenne auch nur die geschnippelte Version. Diese sieht deutlich eleganter aus.

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  5. In Österreich schnitten wir die Pfannkuchen immer in dünne Streifen! Hier bei den Schwaben heißt sie Flädlesuppe! Deine Art diese ganz zu lassen ist eine sehr schöne Variante, dann noch mit Käse........Hammerlecker!

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  6. @Brigitte: Danke fuer den schoenen Artikel ueber das Kochbuch. Es ist wirklich ein Schatz.
    @FreundindesgutenGeschmacks: Ich esse beide gerne. Bei der italienischen muessen allerdings die Pfannkuchen tatsaechlich so hauchduenn sein, dass man sie mit einem Loeffel zerteilen kann.
    @Hannes: Ich wusste bis jetzt nicht, dass sie auch Flaedlsuppe heissen kann. Danke! (Hab' sie halt immer nur in Oesterreich gegessen.)

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  7. Mensch, der Hannes kommt mir auch immer zuvor.
    Hier habe ich schon mal verschiedene Variationen von unserem Pfannkuchenteig vorgestellt.

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  8. Meine ersten Begegnungen mit der Fritattensuppe sind deinen sehr ähnlich. Außer vielleicht, dass es neben den Mannerschnitten auch einen Almdudler dazu/danach/davor gab.
    Damals hätten mit meine Eltern bestimmt nie erlaubt, so eine Suppe wie die von dir vorgestellte im Restaurant zu essen. Das hätte bestimmt ne riesen Panscherei am Tisch gegeben.
    Heute sehe ich mich durchaus in der Lage ganze, aufgerollte Pfannkuchen IN der Suppe kniggetauglich zu essen.

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  9. @Linda: Ich habe sie mir angeschaut. Mir gefaellt besonders der mir dem Kaese.
    @Suse: Der Pfannkuchen ist eine si hauchduenne Crepe, dass es auch die kleinen Italiener hinkriegen. Wirklich! - Almdudler mag' ich (zum Glueck) nicht, sonst haette ich den bestimmt auch da aufgezaehlt. :-)

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  10. Crespelle ist was Feines und man kann sie wirklich mit unendlich viel füllen. Ganz in der Suppe habe ich sie noch nie serviert. Ist aber eine supertolle Idee.

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  11. Ich glaube, dass diese Zubereitungsweise tatsaechlich eher nur in den Abruzzen oder Familien aus der Gegend bekannt ist...

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  12. Ja sehr fein. Erinnert mich an .. hmmm ... meine Heimat ;)

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  13. Schönes Rezept und sehr schöne Fotos.

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  14. @barcalex: Du Geheimniskraemer du!
    Mestolo: Auf 20 Fotos 1 Treffer. Hab' mich maechtig verbessert in den letzten 2 Monaten. Freut mich!

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  15. Hallo zusammen,
    danke für den tollen Beitrag. Hat Spaß gemacht, den zu lesen. Ich selber bin ja auch, was Suppen und andere Speisen angeht, eine echte Naschkatze. Ich könnte den ganzen Tag diese traumhaften gerichte Essen.
    :P Jetzt, wo ich deinen Beitrag gelesen habe, überkommt mich auch wieder der Appetit :D Dick bin ich zwar nicht, aber ich haette es verdient :D
    LG Frederik (und Marianne)

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