18.06.2010

ORATA ALL'ACQUA PAZZA ( Dorade mit verrücktem Wasser)

15.Woche Il secondo
Dieses Rezept ist fuer Hesting und alle, die keinen Ofen haben aber trotzdem gerne selber kochen, alle die Angst vor tagelang anhaltenden Geruchschwaden in der Wohnung haben, alle die unter Zeitdruck stehen, alle die nicht gerne Fisch kochen - und jeden, der trotzdem gerne Fisch isst.
Ich weiß nicht wieso das Rezept so genannt wird, vielleicht hat es was mit dem höheren Weißweingehalt zu tun. Diese Zubereitung habe ich, vor Jahren, auf der Insel Ponza kennengelernt. Zusammen mit Ventotene (da habe ich die Linsensuppe von letzter Woche her) ist Ponza Teil des pontinischen Archipels , das zwar geografisch noch zum Latium gehört, de facto, auch kulinarisch, zu Neapel.
Zeit: 15 Minuten Vorbereitung + 20Minuten Kochen
Für 2-3 Personen

Zutaten:
  • 500 gr. Fisch (von den Innereien gesäubert und abgeschuppt – es eigenen sich alle größeren Fische, mit wenig Gräten, relativ flach. Oder für was aus der Tiefkühltruhe)
  • 400gr. frische kleine Tomaten (Kirschtomaten, Datteltomaten)
  • 1 Glas Weißwein
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz
  • 1 Handvoll kleingehackte, frische Petersilie (viel)
  • Olivenöl Extra Vergine
  • (Chili/Peperoncino – für die, die es gerne etwas schärfer mögen)
Man braucht eine Pfanne, die gerade so groß seien sollte, dass der Fisch hineinpasst, mit hohen Rändern, macht nichts wenn was vom Schwanz ueber den Rand herrausragt. Die Knoblauchzehe schälen und in Öl braten. Die Tomaten waschen und halbieren, in die Pfanne geben, den Weißwein hinzugießen, etwas salzen. Die Petersilie hinzugeben. Auf höhere Flamme stellen und 5 Minuten einen Deckel hinaufgeben. Dann die Flamme wieder niedriger stellen. Es müsste sich eine Soße gebildet haben, falls nicht mit der Gabel noch ein bisschen die Tomaten drängen, damit sie sich in Soßen umwandeln und etwas Wasser hinzugeben und salzen. Dann den Fisch von beiden Seiten ungefähr 10 Minuten in der Tomatensosse kochen lassen. Aufpassen beim wenden, dass er nicht auseinanderfällt. Ich habe ihn, als er gar war,  entgrätet und wieder in die Soße zurückgegeben.

Kommentare:

  1. Der Klassiker schlechthin, Fisch in Tomatensoße. Geht immer. Müsste jeder Mann eigentlich blind hinkriegen. Und wenn man das Ganze in den Ofen schiebt, entfällt sogar das mühselige wenden. Die Idee den Fisch zu entgräten und wieder in die Soße zu geben find ich ganz toll, vor allem wenn Kinder mitessen.

    AntwortenLöschen
  2. Bin spät dran, da unterwegs, aber trotzdem... schliesse mich den Complimenti für dein sommerliches Blog-Kleid an. Gibt einen richtig fröhlichen Effekt, auch wenn ich das Schwarzweissfoto von Rom sehr mochte...halt ein wenig altmodisch.

    AntwortenLöschen
  3. Wir lieben Fisch und ähnlich bereite ich ihn auch öfter mal zu. Zudem - er ist äußerst gesund, das sollte man nicht außer Acht lassen.

    Weil eben, wie du sagst, das Haus dann eine Weile von Fischgeruch durchzogen ist, haben wir es uns zur Angewohnheit gemacht, Fisch grundsätzlich draußen auf der Terrasse in einer elektrischen Pfanne zu garen. Wir machen das selbst an Weihnachten, wenn wir Forelle essen. Da riecht man überhaupt nichts.

    Dir ein schönes WE mit herzlichem Gruss, Brigitte

    AntwortenLöschen
  4. @Frau Kampi: Ich mag' Ofenfisch auch sehr gerne. Am besten gelingt er mir in Salzkruste :-)A
    @Ulimengo: Fand' ich auch schoen das Altmodische...vielleicht spiele ich noch ein bisschen Anzihen und Ausziehen obwohli ich das jetzige Kleid ganz bequem finde.
    @Brigitte: Dein Garten finde ich so schoeen. Mittlerweile haette ich auch gerne einen aber ich lebe mit in der Stadt! Das gute an diesem Rezept ist, dass es trotz in der Pfanne kochen nicht riecht! Auch dir ein gutes WE und schoenen Sonnenschein - Ciao cara J.

    AntwortenLöschen
  5. im Netz gefunden: "Der Name kommt wahrscheinlich von einem Protest des meridionalen Volks gegen die Steuer auf Salz im 19 Jhdt. Salz hatte in der damaligen Epoche vor allen Dingen für das kleine Volk, das sich vorwiegend von Gemüse und wenig Fleisch ernährte, einen hohen Stellenwert. Der Protest bestand in einer "verrückten" Lösung: man verwendete das salzige Meerwasser zum Kochen der Speisen".
    Das pochieren der Fische bindet auch den Geruch, falls er mal nicht so frisch sein sollte.

    AntwortenLöschen
  6. Orata ist ein sehr guter Speisefisch und man hat nie genug Rezepte dafür!

    AntwortenLöschen
  7. Ich würde doch glatt nicht nur, wie im Rezept angegeben, viel Petersilie verwenden, sondern auch die Weißweinmengen deutlichst erhöhen. ;)

    Bei uns gibt es so etwas Ähnliches oft im Sommer, aber doch aus dem Ofen.
    Kartoffeln, Tomaten, Schalotten, ungeschälte Knoblauchzehen, diverse mediterrane Gemüse und Kräuter (was gerade da ist) werden in Wein im Ofen geschmort. Kurz vor Ende lege ich Fischfiltes dazu. Dann wird der Bräter komplett auf den Tisch gestellt und alles aus dem Sud herausgeschlemmt. Herrlich! Und geht auch gut mit Huhn.

    AntwortenLöschen
  8. @lamiacucina: Danke fuers Bildungsluecke schliessen. Eigentlich auch eine gute Loesung fuers Pasta kochen!
    @TFK: Ich stehe auch immer vor lauter Fisch um am Ende beinahe immer mit Dorade nach hause zu kommen- schon alleine wegen der wenigen Graeten!
    @AT: Das werde ich Dir nachmachen! Danke!

    AntwortenLöschen
  9. Das klingt tatsächlich nach *dem* Rezept für mich. Danke!

    Und da ich jetzt ein paar Tage nicht hier war, nehme ich auch noch die Saltimbocca und die Zucchini dazu. *schlemm*

    AntwortenLöschen
  10. Daran zweifle ich auch nicht (wenngleich es mich wundert, woher Du meine Wohnung so gut kennst), allerdings müßten die zwei Hauptzutaten (weißes Fischfilet und Wein) erstmal den Weg in meinen Kühlschrank finden. Das werden sie erst nächsten Monat, denn der Kühlschrank ist voll und das Konto - fast - leer.

    AntwortenLöschen
  11. Aber wenigstens ist der Kuehlschrank voll...trotz Kontos!

    AntwortenLöschen