09.06.2010

ZUPPA DI LENTICCHIE “ALLA VENTOTENESE” (Linsensuppe nach der Art von Ventotene)

14.Woche Il primo
Die gleiche Suppe wird unter vielen, anderen Namen im Mittelmeerraum bekannt sein. Ich habe sie aber nur mit diesem Namen zum ersten Male gegessen und genossen. Es war irgendwann im August auf der kleinen Mittelmeerinsel Ventotene, die mit Ponza und noch ein paar kleinen Inseln zum Pontinischen Archipel gehört, das weit draußen auf dem Meer irgendwo zwischen Rom und Neapel liegt. Früher zu Zeiten des alten Roms hieß die Insel Pandateria und war der Verbannungsort für Frauen aus der kaiserlichen Familie. Kaiser Augustus verbannte z.B. seine Tochter Julia dorthin weil sie à la Paris Hilton zu viel Wein trank und zu ausschweifend lebte. Und da wundert man sich….aber naja. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich freudig überrascht war eine Linsensuppe zwischen all den Fischgerichten im Menü zu finden. Ich mag‘ Linsen sehr, sehr gerne und Suppen sowieso. Aber eine Linsensuppe im Sommer? Bis mir erklärt wurde, dass die Linsen, die auf Ventotene wachsen auch als das „Gold von Ventotene“ bezeichnet werden und es sich dabei um eine ganz besonders gute Qualität und eine sehr sommerliche Suppe handelt. Ich koche die Suppe auch mit billigeren Linsen aber natürlich wird sie vor allen Dingen was ganz besonderes mit Qualitätslinsen.
Zeit: 20 Minuten Vorbereitung + 60 Minuten kochen
Für 4 Personen

Zutaten:
  • 350gr. Linsen
  • 400gr. Tomaten
  • 1 ½ volle Handvoll frische Basilikumblätter
  • 1 Knoblauchzehe
  • Olivenöl extravergine
  • Salz
  • (Peperoncinopulver (Chili))
  • 1 Stange Sellerie
Den Knoblauch schälen und ganz fein hacken, den Sellerie waschen und auch in ganz kleine Stückchen schneiden. Beides im Topf mit etwas Öl braten. In der Zwischenzeit die Tomaten waschen und auch in kleine Stücke schneiden und 10 Minuten mitbraten. Dann die Linsen hinzugeben und mit Wasser auffüllen. Deckel drüber 30 Minuten kochen lassen. Dann salzen, das gewaschene und feingehackte Basilikum hinzugeben, und etwas Chilipulver wenn man möchte und es etwas scharf mag , und Wasser falls man es dünnflüssiger haben möchte. Noch weitere 30 Minuten kochen lassen. Ein bisschen Olivenöl hinzugeben und servieren.

Kommentare:

  1. Linsen werden hier im Haus sehr gerne gegessen, in dieser Woche stehen sie in der schwäbischen Version mit Spätzle und Würstchen auf dem Speiseplan.
    Deine Suppe wird in der kommenden Woche ganz bestimmt nachgekocht

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  2. Du kochst im Sommer Linsensuppe? Hast du nicht zu heiß? Ich schon!!
    In der kühleren Jahreszeit werd ich sie mal nachkochen.

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  3. Ja, ich koche auch im Sommer Linsensuppe. Allerdings nicht mit schweren fettigen Einlagen.
    Das Rezept von der Lorbeerkrone kommt mir da sehr gelegen.
    So heiß ist es hier auch nicht, Heut ez.B. haben wir mal gerade 19 ° auf dem Thermometer :-)

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  4. Linsensuppen passen zu jeder Jahreszeit. Die müssen ja nicht immer kochendheiß auf den Teller ;-)

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  5. Eine frühere Arbeitskollegin hat immer gesagt: "Heute ist Linsenwetter", wenn es kühl und regnerisch war. Ich würde die Schwäbische Version bei unseren derzeitigen Temperaturen von nahezu 30° nicht essen wollen. Deine Suppe kann ich mir allerdings sehr gut vorstellen. In vielen heißen Ländern sind ja Gerichte mit Linsen und Hülsenfrüchten traditionell.

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  6. mit Basilikum! Klasse Kombination, die kannte ich noch nicht. Ich mach meine Linsen gerne in Hühnerbrühe mit ordentlich Balsamico.

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  7. Ich mag die hübsche Geschichte dazu! Und - diese Suppe werde ich morgen mittag kochen. Sie lässt sich gut vorbereiten und am Freitag weiß man nie, wann der Herr des Hauses eintrifft. Aber, er liebt solche Suppen.

    Lieben Gruss, Brigitte

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  8. Wunderbar, genau mein Geschmack!

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  9. @Karin: Ich wuerde auch glatt die schwaebische Version verputzen! Bei Linsengerichten ist mir egal wieviel Grad auf dem Thermometer stehen.
    @TFK:Es ist tatsaechlich eine Sommersuppe wegen Basilikum und Tomaten. Schmeckt aber auch das ganze Jahr ueber.
    @KulinariaKatastrophalia&Linda: Ich glaube auch, dass Linsengerichte in warmen Laendern, wie Indien zum Beispiel das ganze Jahr ueber freudig gegessen werden.
    @Kochessenz: Als ich die Suppe zum ersten Mal gegessen habe hatte ich wieder die Erleuchtung: Man sieht den Wald vor lauter Baeumen nicht!
    @Brigitte: Schmeckt auch am Tag danach - sehr!
    @Mestolo: Sono contenta!

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  10. so einfach das Rezept ist, geschmacklich kann man das kaum überbieten. Jutta, Du füllst meine Nachkochliste bald im Alleingang !

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  11. Jutta ich möchte zu deiner Geschichte über Ventotene als Verbannungsort für Frauen noch eine weitere Signora hinzufügen: Flavia Domitilla.
    Sie war die Nichte des Konsuls Flavio Clemente, der wegen seines Atheismus zum Tode verurteilt wurde. Domiziano hat die auch mit der kaiserlichen Familie verschwägerte Domitilla wegen ihres Glaubens ins Exil auf die Insel Ventotene verbannt, auf welcher sie verstarb.
    Die Domitilla Katakomben gehören zu den grössten in Rom und erstrecken sich über etwa 15 km. Sie sind Zeugnis christlicher Präsenz in Rom zwischen dem III und IX Jahrhundert.
    Dieser weitläufige unterirdische Friedhof Roms entstand auf den Ländereien der Christin, Flavia Domitilla, nach der die Katakomben benannt sind.
    Übrigens wenn es sehr heiss ist, essen wir deine Suppe lauwarm...mmh

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  12. @lamiacucina: Du hast es erfasst...dieses Rezept ist eines meiner richtigen Perlen. Ich weiss noch wie erstaunt ich vor 10 Jahr war als ich den ersten 1 Loeffel von der Suppe im Mund hatte und angestrengt versucht habe - foodblogs war noch glaube ich in den Sternen geschrieben - herauszufinden was denn nun da drinne sei! Und dann fand ich es einfach...genial!
    @Ulimengo: Danke, wieder was dazugelernt! :-)

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