03.07.2010

ARROSTICINI (Kleine Lammfleischspieße aus den Abruzzen)

17.Woche Il secondo
Nicht nur in den Abruzzen, sondern auch in Rom, das ja nicht weit weg von der Region Abruzzen liegt, sind diese Fleischspießchen ein Kult und schon vor langem von der römischen Küche eingebürgert worden. Doch augenblicklich erfreuen sich die Arrosticini einer ganz besonderen Beliebtheit dank des sommerlichen, intensiven Nachlebens im Zentrum von Rom (haben wir von den spanischen Nachbarn abgeguckt und nennen es daher „movida romana“). Bis vor ein paar Jahren gehörte dazu z.B. auch das begehrte Ballspiel auf Campo de‘ Fiori um 3 Uhr morgens. Das Spiel bestand darin, dass ein Ball über den fröhlich-feuchten Menschenteppich mit welchem der Platz (morgens findet dort der älteste, bekannteste Markt Roms statt) bedeckt ist, geworfen wurde und dann rammte jeder gegen jeden um ihn berühren zu dürfen und in eine andere Richtung weiter zu werfen. Irgendwann landete der Ball in der Fensterscheibe eines Palazzos und dann war das Spiel aus. Also, im Zentrum ist besonders viel los bis in die Morgenstunden und da kann man schon mal Hunger kriegen. Deswegen haben einige Kleinunternehmer die Arrosticini-Grills (es gibt tatsächlich extra nur dafür angefertigte Grills ) auf der Sixtus-Brücke aus dem 15 Jhd. aufgestellt und sich mit den kleinen Spießchen eine goldene Nase verdient. Was meine eigenen Spieße anbelangt: sie sind nicht so perfekt geworden wie die vom Metzger (hier) oder in der Trattoria, denn das Lammfleisch sollte in 1 cm breite Würfel geschnitten werden – es kommen um die 12- 15 Würfel auf einen Spieß - doch ich habe mich darum bemüht es so klein wie möglich zu schneiden und zum ersten Mal meinen Grill im Ofen benutzt. Auf einem richtigen Holzkohlegrill gegrillt schmecken sie natürlich am besten aber auch im Ofen klappt es gut.
Vorbereitung: Zeit für das Kleinschneiden des Fleisches + 20 Minuten grillen (Elektro- Ofen)
Für 2 Personen

Zutaten:
  • 400gr. Lammfleisch (es sollte recht fettig sein, damit die Spieße nicht trocken werden. Auch Hammelfleisch wird verwendet.)
  • 8 Holzspieße (Länge 25cm.)
  • Salz
  • (optional: Zitrone)
  • Backpapier / (Alluminiumpapier)
Das Fleisch in so kleine Stückchen (1-2cm) wie möglich schneiden und aufspießen. Den Grill auf 200° vorheizen. Die Spieße auf das mit Backpapier belegte Grillblech legen und in den Ofen schieben. Nach 5 Minuten drehen, nochmals 5 Minuten grillen und dann die Spieße auf einen Teller legen um das Backpapier zu entfernen. Nun die Spieße wieder auf das Grillblech legen und wieder in den Ofen schieben, darunter das Backblech um den Saft aufzufangen, dann hat man weniger Arbeit mit dem putzen (ich habe Allumniumpapier auf das Backblech gegeben.). Nach 5 Minuten wieder drehen und salzen. Nochmals 5 Minuten grillen und dann schmecken sie schon gut und saftig. Mit Zitrone servieren. Geht aber auch gut ohne.

Kommentare:

  1. Arrosticini!!!! :P Ich koennte 100 Stuecke essen!

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  2. ..in Kürze stürze ich mich in die samstags movida romana;-)...

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  3. Lammspiesse, oh wie lecker. Die waeren bei uns in kuerzester Zeit verputzt.

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  4. Un tuffo al cuore! Meine Familie ist ja ursprunglich aus der Nähe von L'Aquila und Arrosticini gab es bei uns vorzugsweise an Ferragosto. Ich könnte davon essen, bis ich platze! Ach, die Abende auf Campo dei Fiori, lang lang ist es her

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  5. Ich schließe mich "Spaghetti" unbedingt an! Ohne Wenn und Aber!

    Lieben Gruss zum Sonntag, Brigitte

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  6. Mit etwas Rigani drüber nur zu empfehlen!

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  7. @Spaghetti: ...und dann noch andere 2!:-)
    @Ulimengo: Aber bitte nicht um da die Arrosticini zu essen, ja? Lieber in der Osteria...
    @Mykitchenintherockies:Genau das ist hier passiert.
    @Alex: Campo de' fiori Abende, auch hier: lang, lang etc. Anzi: es ist auch nicht mehr was es einst war :-)
    @Brigitte: Grillabende in Sizilien muessen auch was herrliches sein!
    @KulinariaKatastrophalia: Eigentlich immer nur so gegessen. Ich weiss auch nicht ob man hier griechisches Oregano findet...

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  8. ich kann nur empfehlen, die Spieße vorher kurz durch Olivenöl zu ziehen, dann fluppt hinterher das Fleisch besser ab.

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  9. also, bevor das Fleisch drauf kommt, meine ich natürlich! :)

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  10. Klingt verführerisch. Welches Fleisch vom Lamm verwendest du? Keule? Nacken?

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  11. Ich habe mir Keule geben lassen. War auch recht gut!

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  12. in berlin gibt arrosticini seit ein jahr immer am arkonaplatz eine wochenmarkt jeden freitag von 12 bis 19 uhr von deliziedileonardo.de

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  13. Gerhard Werner Schlicke3. Juni 2012 um 13:12

    Einfach, genial, köstlich - die ländliche italienische Küche ist unverfälscht und einmalig

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