22.07.2010

LATTE E MENTA ( Milch und Minzsirup)


20. Woche Il dolce
Es war letzte Woche an einem heißen, schwülen Vormittag mit stechender Sonne, als ich mich mit Genuss in einer Bar auf den Stuhl an einem Plastiktischchen plumpsen ließ. Das Tischchen verfügte nämlich über einen Sonnenschirm und war eine schattige Oase inmitten des grellen Häuserdschungels, wo der Asphalt unter einem weißen Licht zu glühen schien. Ich hatte mich bei einer Verabredung um eine Stunde (zu früh) vertan, was bei unerbittlicher Hitze besonders lang werden kann. Und nun saß ich da und schwitzte und wusste nicht, was ich bestellen sollte, bis ganz tief, aus mir heraus, völlig unerwartet, eine Stimme zu dem Barista (in Italien ein Mittelding zwischen Barman und Kellner und Psychologe und bester Freund - auch nur für 2 Minuten) sagte: „Latte e menta, per favore“ (Milch und Minze, bitte). Ich war von mir selbst überrascht. So geht es im Sommer oft auch einem anderen Freund. Man denkt eben nicht an Latte e Menta, dieses wunderbare Sommergetränk aus früheren Zeiten - obwohl immer noch in allen Bars Italiens wohlbekannt - bis man es wieder einen anderen trinken sieht oder sich eben in einer Latte e Menta-Situation befindet, d.h. sich ein bisschen trösten, ein bisschen erfrischen und die persönliche Auszeit genießen will. Da ich das Minzsirup (nach diesem Rezept) selbst hergestellt habe, hat die Minzmilch nicht dieses schöne unnatürliche, industrielle Pastellgrün, wie wenn man es in einer Bar bestellt - dafür schmeckt es aber viel besser!
Vorbereitung: 20 Minuten Vorbereitung + 1 Stunde Ruhen + 20 Minuten Kochen + Kaltstellen

Zutaten:
  • 100gr. gewaschene Minzblätter
  • 250 cl. Wasser
  • 500gr. Zucker
  • Milch
  • Eiswürfel
Es gibt verschiedene Minzarten, ich weiß nicht genau, was ich für welche verwendet habe aber es war keine Pfefferminz: Die Minzblätter und 250gr. Zucker mit einem Mixstab zu einer Creme pürieren. Dann 1 Stunde ruhen lassen (um die ätherischen Öle und einen stärkeren Duft freizusetzen stand in dem Rezept. Ich muss gestehen, dass ich das jetzt nur brav befolgt und nicht  nachrecherchiert habe). Dann in einem Topf die Creme mit dem Wasser und dem restlichen Zucker 20 Minuten auf mittlerer Flamme köcheln lassen. Leicht abkühlen lassen (darf aber nicht kalt werden) und dann den Sirup durch ein sehr feines Sieb filtern. Auskühlen lassen und dann in eine Flasche umgießen. Das Minzsirup soll sich 4 Wochen lang halten. Eis und Milch in ein Glas geben und erstmal für sich selbst abschmecken, wie süß man es selber mag.

Kommentare:

  1. gibt's hier in F. sogar auf allen Karten in Bistros, lait à la menthe, lait à la grenadine, aber natürlich dann mit Industriesirop...

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  2. Liebe Jutta, ich hab auch Minzsirup gemacht und ich liebe ihn. Das werd ich heut ausprobieren. Und ich werd wohl auch mein kleines Eismaschinchen in Betrieb nehmen. Minzeis!
    Liebe Grüße, Sandra

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  3. @BollisKitchen: Hier steht es nichts auf der Karte. Aber das will nichts heissen. Gut zu wissen wenn ich mal nach Frankreich im Sommer fahre.
    @FrauKampi: Es wuerde mich schon interessieren wie Du Sirop gemacht hast...?

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  4. Ich hab das Rezept Anfang Juni bei Siglinde von "von olls a bissl" gefunden. Da wird die Minze nur mit kochendem Wasser übergossen und ziehen gelassen. Ich glaub Zitrone war auch noch dabei. Erst später kam der Zucker dazu. Vielleicht magst du es bei ihr selber nachlesen, bevor ich hier noch einen Fehler reinschreibe!

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  5. Habs ausprobiert! Geschmack echt klasse, aber leider enthält mein Sirup Zitrone. Die Milch hat dadurch sofort angedickt. Muss unbedingt dein Rezept ausprobieren, denn mein Sirup wird nicht mehr lange reichen:-)

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  6. Ich finde es ziemlich wichtig, dass solche alten Sachen festgehalten werden. Denn es ist tatsächlich so, dass die meisten, ganz arg leckeren Sachen langsam aus den Bars verschwinden und ersetzt werden durch Merkwürdigkeiten, die bestimmt jede Menge Geschmacksverstärker mit "E" beinhalten.

    Ich werde, da natürlich auch Besitzerin von diversen Minzen, per Gelegenheit einen Versuch mit deinem Rezept machen.

    Lieben Gruss, Brigitte

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  7. seit 40 Jahren frage ich mich, ob man diese bei uns ungewohnte Zubereitung wirklich trinken kann :-)

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  8. Was man da nicht so alles lernt. Zitrone aber auch Ascorbinsaure werden verwendet damit der Sirup nicht so dunkel wird. Meine Mutter tut das in ihre Marmeladen (dafuer braucht man aber dann auch mehr Zucker) und bei Robert habe ich das auch schon gelesen bei dem FlickFlaudersirup: http://lamiacucina.wordpress.com/2010/06/29/flickflaudersirup-falscher-flaudersirup/ - Ich werde Ascorbinsaeure beim naechsten Mal ausprobieren. Zitrone nicht, denn ich moechte das Sirup ja schon gerne in die Milch tun. Danke fuer den Austausch. Bis bald!
    @Brigitte: Ich glaube leider, dass ich auch nur eine von den Nachzueglerinnen bin, die diesen Mix zu schaetzen wissen. Es gibt ja keine Marke fuer "Latte e Menta"...die deswegen auch viel weniger kostet als di C.s und F.s :-)
    @lamiacucina: Man kann und schmecken tut es auch.

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  9. Es ist unglaublich, wieviele Kindheitserinnerungen du immer wieder bei mir weckst!

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  10. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es schmeckt, aber ich würde es unbedingt probieren.

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  11. Komisch, obwohl ich Milch überhaupt nicht mag, kann ich mir jetzt diesen Drink sehr gut vorstellen, ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.

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  12. @Alex: Freut mich immer wieder das von Dir zu hoeren!
    @Mestolo: Ich weiss, dass der Gedanke gewoehnungsbeduerftig ist :-) Das erste Mal, als ich es probierte war ich auch skeptisch. Das hat sich aber dann gegeben.
    @Linda: Ist geschmacklich eines von diesen Sachen, wo es keine Grauzonen gibt, sondern nur ein entweder...oder.

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  13. Ich wäre nie im Leben drauf gekommen Milch mit Minzsirup zu mischen. Aber so viele Italiener können nicht irren.

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  14. Nie gesehen, nie Probiert. Ist aber echt ne verwegene Geschicht. Ich glaub, ich probier das mal aus!

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