Auch ein Mitbringsel aus dem Urlaub im Salento (Apulien). Mein tägliches Frühstück mit einem Cafè macchiato und einem Glas kalten Mineralwasser. Und wieder ein Bewundern der fantasievollen Einfachheit des Salento.
Als ich das erste Mal in so ein Törtchen gebissen habe, war es lauwarm und die Kreme eine wohlige Überraschung – es war ein sehr glücklicher Moment. Und eine interessante Bar in der kleinen, malerischen Thermalstadt „Santa Cesarea Terme“, direkt an der Ostküste gelegen, in der es nach Schwefel riecht, da in 4 natürlichen Grotten bei verschiedenen Temperaturen iod- und schwefelhaltiges Wasser sprudelt. Das Interessante an Bar "Porta d'Oriente", ausser meinem ersten Pasticciotto, war eine Schrift in hebräischer Sprache am Eingang. Die Besitzer haben eine kleine Tafel angebracht in welcher diese Eigentümlichkeit erklärt wird. Die Schrift wurde erst vor 2 Jahren bei den Renovierungsarbeiten des Gebäudes entdeckt und besagt, dass sie 1946 aufgetragen wurde, um nicht die Erinnerung an die Jahre 1943-45 erlöschen zu lassen, als viele Juden auf der Flucht eine Bleibe in diesen Räumen fanden. Das Foto findet man hier. Und unter Santa Cesare Terme-Blog die Eindrücke des Salento einer deutschen Bloggerin, die selber in dem Städtchen lebt.
Eigentlich werden die Pasticciotti in spezifischen, ovalen Förmchen gebacken und sehen dann so aus wie hier, aber die habe ich nicht zuhause und mir gedacht, dass es die Muffinsilikonform auch tun müsse. Und so war es auch. Am besten genießt man die Pasticciotti lauwarm. Außerdem waren sie eine gute Übung um die „crema pasticcera“ zu perfektionieren. Eine süße Milchcreme, die je nach Geschmack mit Vanille oder Zitrone zubereitet wird und die Basis vieler traditioneller, italienischer Süßspeisen ist.
Für 12 Törtchen
Zeit: Vorbereitung: 40Minuten+30Minuten Ruhen+40Minuten Backen
Zutaten
Für den Mürbeteig:
- 500gr. Mehl
- 250gr. Zucker
- 250gr. Butter
- 5 Eigelb
- 1 Prise Salz
- ½ geriebene Zitronenschale
Für die Crema pasticcera (Creme):
- 1 Lt. Milch
- 6 EL Mehl
- 6 EL Zucker
- 3 Eigelb
- ½ geriebene Zitronenschale
Ich sehe ein, dass der Eierverbrauch ungeheuerlich erscheinen mag aber das Eiweiß, das übrig bleibt kann eingefroren werden.
Der Mürbeteig: In einer Schüssel das Mehl mit dem Zucker vermischen, dann die geriebene Zitronenschale hinzugeben und die weiche Butter und kneten, kneten, kneten. Dann kommen die Eigelb hinzu und weiter kneten und kneten und kneten bis sich eine schöne Kugel formen lässt, die sich auch gegenseitig zuwerfen lässt (Tja…ich konnte dem nicht widerstehen) – und dann im Kühlschrank eine ½ Stunde ruhen lassen.
Die Crema pasticcera (Kreme): Die Milch mit der geriebenen Zitronenschale 5 Minuten sanft kochen lassen und dann vom Feuer nehmen. In einem hohen Topf den Zucker und das Mehl vermischen. Die Milch mit einem Sieb filtrieren um die Zitronenschale zu entfernen und dann nach und nach dem Gemisch hinzugeben und mit dem Mixstab verrühren damit die Creme schön glatt wird. Zum Schluss die Eigelb hinzugeben. Diese ganze Prozedur mit einem Schaumschläger durchzuführen sollte sich keiner antun. Der Schaumschläger wird allerdings für die 2. Halbzeit gebraucht. Jetzt sollte man nämlich die Creme im Wasserbad auf mittlerer Flamme solange rühren bis sie eindickt. Ich habe es erst mal in einem Topf probiert aber das war keine tolle Idee, denn sie setzte am Boden an. Der Wok dagegen war ideal. Aber einem liebevollen Rühren kann man nicht entkommen. Nach 15-20 Minuten ist es dann soweit. Und es ist eine Wonne.
Pasticciotti: Den gekühlten Mürbeteig ausrollen und 2/3 davon auf den Boden und an die Seiten der Förmchen drücken. Mit der Creme füllen und dem restlichen Teig schließen. Es ist Mürbeteig. Von daher sich nicht einschüchtern lassen wenn er beim Auflegen bricht. Am Ende hält es schon. Mit dem verquirlten Eiweiss bestreichen. Im auf 180° vorgeheizten Ofen 35-40 Minuten backen. Die Pasticciotti würden in einem Schönheitswettbewerb gewiss nicht den 1. Platz belegen – schmecken dafür aber umso besser.
Trick und Tipp: Eiweiss einfrieren
geht problemlos in einer Tupperdose oder einem Schraubglas. Und hält sich bis zu 2 Wochen.
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