29.09.2010

ZUPPA DI PESCE E LATTUGA (Fischsuppe mit Römersalat )

28.Woche Il secondo
Dieses Rezept wird in dem Kochbuch von Paola Loaldi „Single in cucina“ (Singles in der Küche), das mich noch nie enttäuscht hat, außerdem als „alla romana“ (auf römische Art) bezeichnet. Doch kein Römer kennt es und ich habe auch in den anderen Büchern über römische Küche kein Rezept gefunden, das eine gewisse Ähnlichkeit mit diesem aufweisen konnte. Aber das macht nichts. Ich wollte es trotzdem ausprobieren, weil ich gerne auf Tomaten verzichte, besonders wenn es sich um Fisch handelt. Ich esse halt gerne, wie die Italiener es bezeichnen ‚ in bianco‘ = in weiss, was eigentlich ‚ohne Tomaten‘ bedeutet. Außerdem ist das Rezept, wie der Titel des Kochbuches schon andeutet, natürlich recht einfach und relativ schnell. Ich habe frischen Fisch verwendet und ein Magendrücken bekommen, als ich im Supermarkt den Gesamtpreis für die Miesmuscheln, Tintenfische, ein bisschen Seeteufel und 2 kleine Seebarben auf der Plastiktüte erblickte. Aber dafür habe ich ein reines Gewisses, da es sich um keine Zuchtwesen handelt und sie allesamt aus Italien stammen. Und das möchte ich auch gerne weiterhin glauben.
Zeit: 50 Minuten
Für 2 Personen

Zutaten:
  • 500 g küchenfertigen Fisch
  • 0, 5 l Gemüsebrühe
  • 2 EL Weißwein
  • 1 gestrichenen EL Sardellenpaste (oder 2 zerkleinerte Sardellenfilets)
  • 2 Knoblauchzehen
  • Salz
  • ½ EL Thymian
  • 1 Lorbeerblatt
  • 4 EL Olivenöl
  • 2 EL Petersilie
  • 1 kleiner Römersalat (ca. 300 g)
  • 2 Scheiben Weißbrot
  • Salz
Was den Fisch anbelangt: Ich bin auch auf dem Gebiet keine Expertin und habe mich daher meinem Fischhändler anvertraut. Natürlich sind Fischsuppen angenehmer, die keine Gräten enthalten und in denen auch keine herausquellenden Fischaugen herumschwimmen. Aber das kann jeder für sich selbst entscheiden. Fische (auch als Filets) und (küchenfertige) Meeresfrüchte, die sich für die Suppe eignen, sind z.B. Rotbarsch und Snapper. Dazu kommen Meeresfrüchte wie Tintenfische und Krabben usw. und Muscheln. Ich habe Miesmuscheln, die nicht viel kosten, sehr gerne.

Frische Miesmuscheln: Die Miesmuscheln entbarten und gut abschrubben, Petersilie waschen und kleinhacken, Knoblauch schälen und kleinschneiden. In einem Topf auf hoher Flamme den Knoblauch in Olivenöl anbraten, Petersilie hinzugeben und sofort die Miesmuschen und einen Deckel drüber geben. Die Miesmuscheln werden sich innerhalb weniger Minuten öffnen und Wasser entlassen. Diese Brühe durch ein Sieb filtern und zur Seite stellen, das Muschelfleisch aus der Schale schneiden und, falls nötig, auch entbarten.

Den Salat waschen und in feine Streifen schneiden. In einem breiten Topf die 2. geschälte Knoblauchzehe in Olivenöl anbraten, dann entfernen und den Fisch hineingeben – bis auf die Miesmuscheln – mitsamt dem Salat , Lorbeerblatt und Thymian und bei geringer Hitze ca. 5 Minuten dünsten. Dann Gemüsebrühe und Miesmuschelbrühe hinzugeben, etwas salzen und 15-20 Minuten sanft kochen lassen. Vom Feuer nehmen und die Sardellenpaste, mit dem Weißwein vermischt, unterrühren. In einem Teller mit einer gerösteten Scheibe Weißbrot und kleingehackter Petersilie servieren.

Fischfond hätte gut gepasst…habe ich aber noch nie hergestellt. Daher Anleitungen zur Zubereitung von Fischfond hier bei lamiacucina - und eine u.a. allgemeine Erläuterung zur Fondherstellung bei Arthur’s Tochter kocht (die mir einfach sehr gefallen hat.)

Kommentare:

  1. Deine Einkaufsnotizen waren sehr amüsant. Tolle Suppe, als die zweite Person hätte ich mich sofort zur Verfügung gegestellt. Von Fischzeug habe ich Kind der Berge null Ahnung, kann gerade mal eine Dose Brathering aufmachen - noch NIE Muscheln gegessen!

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  2. Dann ist wohl die insalata pantesca der letzten Woche gerade das Richtige fuer dich!

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  3. Ich/wir liebe(n) Fischsuppe! Noch lieber die tomatige Variante a la Bouillabaisse.
    Und Fischfond, selbstgemacht, hab ich immer im Frost!

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  4. ...ja auch mir als Wahlrömerin ist dieses Gericht noch nie untergekommen. Schaut gut aus, aber gegen ein bisschen rote Tomaten - schon aus chromatischen Gründen - hätte ich nichts. Hab gar nie mitbekommen Jutta, dass du sie nicht magst!

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  5. Interessant. Ich hätte auch nichts gegen Tomaten. LG Elisabeth S.

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  6. Kannte ich auch nicht, bin allerdings nicht so ein ein Muschelfan (bei spaghetti alle vongole mache ich eine Ausnahme :-)) Das Gericht hat mich aber an die Lattuganudeln meiner Oma erinnert. Sie kochte den Römersalat und machte damit Spaghetti an - in bianco mit gutem Öl und Parmesan.
    Baci, Alex

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  7. witzig, mit Salat.

    Fischfond ist easy, einfach immer ganze Fische kaufen, Kopf, Gräten etc mit Zwiebeln anbraten, falls Du willst Gemüse rein und dann Wein & Wasser und kÖcheln lassen, fertig, reichen 30 Min.

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  8. Für Fisch bin ich immer zu haben. Und das hier ist eine schöne Abwechslung!

    Was den Fisch anbelangt - da wird uns nichts anderes übrig bleiben, als zu hoffen, dass der Glaube richtig ist. Auch hier, da muss ich meinem Fischhändler vertrauen.

    Lieben Gruss, Brigitte

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  9. Klingt vielelicht komisch, aber ich finde Fischfond für Fischsuppen nicht unbedingt zwingend.
    Der Fisch gibt noch genug Geschmack an die Brühe ab.

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  10. @FrauKampi:Ich dachte in der Bouillabaisse waere auch Tomate...
    @Ulimengo: Zuhause gebe ich mir sehr gerne mit Cacio e pepe, Gricia und Carbonara zufrieden...
    @Anonym: Kann man ja gerne noch reinschnippeln.
    @Fotoefornelli: Das hoert sich ja auch nach was gutem an. Ich habe lattuga noch nie in der Pasta gegessen. Bin allerdings ein richtiger Fan von gekochtem Salat geworden.
    @Bolliskitchen: Wenn ich wieder etwas vermoegend geworden bin und mit Fisch heimhantiere werde ich das ausprobieren.
    @Brigitte: Ist schon komisch, dass man den gleichen Fisch, nehmen wir an aus Griechenland oder Afrika, fuer 16Euro das Kilo bekommen kann und der italienische kostet mehr als das doppelte...
    @Suse: Die Suppe ist schon recht delikat. Ich denke, dass ist auch der Grund warum in dem Rezept die Sardellenpasta hinzukam, als fischige Verstaerkung sozusagen. Vielleicht kann man anstelle dann Fond verwenden. Aber auch so hat sie recht fein geschmeckt - und es hat ueberhaupt kein bisschen gestunken. Nur schoen gerochen.

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  11. Ja du hast schon recht, aber in Suppen und Soßen machen mir die Tomaten nix. Da ess ich die auch, müssen nur lange genug mitgekocht haben. Ich ess auch getrocknete Tomaten, sehr gern sogar, vielleicht liegts an den glibbschigen Kernen, das ich sie nicht mag. Warum das so ist, weiß ich nicht. Aber dem Kampi junior geht es ganz genauso.

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  12. Ich mag jede Fischsuppe, ohne Ausnahme. Die Pizza bianca war vorgestern dran. Sie ist mir super gelungen. Sie ähnelt schon sehr der Focaccia, nicht?

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  13. Da schließ ich mich der Suse an, Fischfond nehm ich selten pur, sondern verwende gerne eine 1:1 Mischung aus einem leichten Geflügelfond und Fischfond. Vorallem bei Saucen (dies zu Fisch gibt).

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  14. @FrauKampi:Ich mag' auch Tomaten sehr gerne...aber eher roh, im Salat oder wenn in der Pasta halt nur pure Tomatensauce mit viel Zwiebel und Parmesan. Zum Beispiel Tomaten-Thunfischsauce...kannste mich mit jagen!
    @TFK: Ich denke schon, dass sie nahe Verwandte sind aber ich habe mit Focaccia nicht viel Erfahrung, denn in Rom findet man sie kaum und ich habe sie nur ein paar Mal in Ligurien gegessen... ich denke immer sie sei halt hoeher und flauschiger als unsere Pizza bianca und nicht so knusprig.
    @Toni: Gefluegelfond damit der allgemeine Fischgeschmack nicht Ueberhand nimmt...ist bestimmt gut fuer Fische mit zartem Geschmack.

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