08.10.2010

ZUPPA ALLA BOLOGNESE (Suppe nach Bologneser Art)

29.Woche Il primo
Schwingenden Fußes wandere ich rasch, immer noch als „Nonna Jutta“ aber mit prächtigeren Kleidern, von Neapel hoch in den Norden, so um die 450km, um diese Suppe, mit einem Brühwürfel angerichtet aber dafür mit einer besonderen Einlage, zuzubereiten. Ich muss etwas eleganter und moderner angezogen sein, denn diese Spezialität wird ohne Mortadella – mittlerweile römische Regionalwurst, die aber eigentlich, eigentlich aus Bologna stammt- auch „Zuppa imperiale“ (Kaiserliche Suppe) genannt. Tatsächlich habe ich bis jetzt noch nichts aus der Region Emilia-Romagna zubereitet, was sehr schade ist, denn viele der beliebtesten italienischen Spezialitäten kommen aus der Region, wie das „Ragù alla bolognese“ , das man bei lamiacucina abrufen kann, oder die „Lasagne“, wie sie im KleinenKuriositätenladen zu finden sind. Und dann gibt es natürlich kleine, gefüllte Pasta en masse: Tortellini, Cappelletti, Tortelloni und so weiter und so fort. Ich mag‘ Bologna auch besonders gerne weil einer meiner Lieblingsautoren in Sachen Krimi aus der Stadt stammt und sie oft in seinen Romanen beschrieben hat. Er heißt Carlo Lucarelli und ist einer der wenigen, die bereit sind auch öffentlich in den ungelösten Kriminalfällen des zeitgenössischen Italiens herumzustochern ohne sich einen Blatt vor den Verbindungen mit der Politik und vor allem den Politikern, die heute noch regieren, vor den Mund zu nehmen. Seine beliebte Sendung „Blu notte“ wurde dementsprechend dann auch eine Zeitlang aufs Eis gelegt. Ob ihm seine Nonna vielleicht des Öfteren die „zuppa alla bolognese“ vorgesetzt hat?  Ich denke schon…
Für 4 Personen
Zeit: 20Minuten Vorbereitung + 25Minuten Backzeit

Zutaten:
  • 1 l Fleischbrühe – Originalrezept (Bei mir waren es Gemüsebrühwürfel)
  • 50g Mortadella
  • 100g geriebenen Parmesankäse
  • 100g Gries – Originalrezept (bei mir war es Instantpolenta…wird ja auch Maisgries genannt. Bestimmt ein bisschen körniger damit)
  • 70g weiche Butter
  • 4 Eier
  • 1 Prise Muskatnuss – Originalrezept (nicht dabei, aufgrund der Entdeckung alter Skelette von der Lebensmittelmottenausrottung vor einigen Monaten)
  • Salz
Die Mortadella mit dem Mixer kleinhacken, Eigelb von Eiweiß trennen, die letzteren steif schlagen. In einer Schüssel die Eigelb, den Parmesankäse, 60g Butter, 80g Gries mit einer Prise Salz und Muskatnuss und der kleingehackten Mortadella vermischen. Dann vorsichtig das Eiweiß hinzugeben und mit einem Holzlöffel gut zusammenverarbeiten damit eine lockere Masse entsteht. Diese in die eingefettete und mit Gries ausgeschwenkte Backform geben und 25Minuten bei 165° backen. Auskühlen lassen, dann in kleine Würfel schneiden und in der kochenden Brühe 1 Minute aufkochen, anschliessend 4-5 Minuten ziehen lassen und servieren. Warum es mir so geschmeckt hat? Es hat mich ein wenig, dank der Mortadella, an Leberknödelsuppe erinnert - was mir viel bedeutet. Das Schöne ist, dass sich die Stückchen im Kühlschrank ein paar Tage halten oder sie man für längere Zeit einfrieren kann. Das haben mir die flotten Damen hier (auf Italienisch) erzählt und die werden wissen von was sie reden. Diese Zubereitung wurde meiner Kochbibel der italienischen Regionalküche entnommen: “ Le ricette regionali italiane“ von Anna Gosetti della Salda.

Kommentare:

  1. Das schmeckt bestimmt auch, wenn man die Mortadella aus Rücksicht auf empfindliche Familienmitglieder weglassen würde.

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  2. Es ist lustig (und eigentlich auch ein bisschen peinlich), bei mir haben sich die Spaghetti Bolognese so eingebrannt, dass ich immer sofort an Hackfleisch denke, wenn ich das Wort Bolognese lese - und dann ganz verwirrt bin, wenn keines drin ist. Wobei, die Mortadella wird ja auch gehäckselt... ;-) Das ist ein schönes Rezept, jetzt im Herbst esse ich sowieso gerne Suppen.

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  3. Klingt genau so, wie ich es gerne nachkoche. Außerdem gefällt mir ganz besonders, dass man die feinen Stückchen bevorraten kann. Das ist praktisch, denn eine Zuppa kann es bei uns immer mal schnell geben.

    Schönen Sonntag mit herzlichem Gruss, Brigitte

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  4. Erinnert mich auch an meine geliebte Grießnockerlsuppe! Cucine contadine aller Länder, vereinigt euch!

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  5. @lamiacucina: Wie gesagt, ohne Mortadella wird es Kaisersuppe - in Bologna.
    @Christine:Ich esse Nudeln alla bolgnese sehr, sehr selten und es ist auch nicht so ein Renner hier, wie in D und Oe. So erscheint es mir wenigstens von der Werbung im Fernsehen.
    @Brigitte: Ich habe an den Stueckchen, als sie aus dem Ofen gekommen sind schon so rumgenascht...
    @365Tage: Nix Contadine hier, das ist eine Suppe aus der gehobenen Mittelschicht. Wenigstens in Italien.

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