24.11.2010

BORDATINO ABRUZZESE (Bohnen-Kohl-Polenta Eintopf aus den Abruzzen)

36.Woche Il primo
Heute gibt es mal wieder traditionelle “Cucina povera”. Armeleute – Küche. Der Ausdruck “Bordatino” steht in verschiedenen, italienischen Regionen für einen Eintopf mit Polentagries, Bohnen und Kohl als Hauptzutaten. Die bekanntesten Versionen kommen aus Pisa und Livorno mit Grünkohl und Borlotti-Bohnen , im Friaul ist eine andere Version als „Jota“ sehr beliebt (könnte ich ja auch mal ausprobieren) – am meisten hat mich aber diese Version aus den Abruzzen angesprochen, die aus dem Kochbuch von Emilia Valli „L’orto in casa“ (Der Garten im Haus) stammt. Ich hatte nämlich alle Zutaten im Haus. Die Kochzeit der Originalversion dauert allerdings etwas länger als meine, denn die Borlotti Bohnen kamen aus der Dose (soisses) und die Polenta war Schnellkochpolenta. Wir waren trotzdem mit dem Resultat zufrieden. Der Eintopf schmeckt, wie es Eintöpfe nun mal tun, aufgewärmt besser.
Zeit: Mit Dose und Schnellkochpolenta ungefähr 1 Stunde - ohne mindestens das Dreifache.
Für 4-5 Personen

Zutaten:
  • 350g abgetropfte Borlotti Bohnen (oder 300g frische)
  • 200g Weißkohl
  • 1 Karotte
  • 1 Zwiebel
  • 2 Stangen Staudensellerie (in Italien ist Selleriewurzel praktisch unbekannt)
  • 50g Speck
  • 1,5 l Gemüsebrühe (Würfel – aber Bio!)
  • 3 EL Schnellkoch –Polenta (oder 2 EL Polentagries)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl extravergine
Für mich ist beim Kochen einer der schönsten Momente die geschälte, kleingehackte Zwiebel, die geputzte, kleingehackte Karotte und den ebenfalls geputzten und kleingehackten Sellerie zusammen in etwas Olivenöl brutzeln zu hören und den Duft zu verspüren. Auf Italienisch heißt das Ritual kurz gefasst „fare il soffritto“ und ist der Auftakt zu sehr vielen Zubereitungen. Auch hier. Natürlich darf nichts anbrennen. Hinzu kommen der kleingehackte Speck, wenn die Zwiebel schon weich geworden ist, dann die Bohnen, den feingeschnittenen Kohl (Brotmaschine oder feinen Scheibenschneider dazu benutzen) und die Gemüsebrühe (bzw. Wasser + Brühwürfel) hinzugeben und alles weich kochen lassen. Am Schluss kommt die Polenta hinzu. 10 Minuten kochen lassen und mit Salz abschmecken und etwas Pfeffer auf der Suppe servieren.

Sollte man frische Bohnen und richtige Polenta verwenden, gibt das Originalrezept an erst einen halben Liter Gemüsebrühe hinzuzugeben. Das ganze 40Minuten auf niedriger Flamme kochen lassen. Dann kommt der Kohl mit 1 Liter Gemüsebrühe hinzu und wider 40Minuten bedeckt kochen lassen, dann kommt die Polenta und weitere 40Minuten kochen lassen.

Kommentare:

  1. Ich bin kein Fan vom Schnellkochpolenta. Im Schnellkochtopf ist der normale in 10 Minuten gekocht. Findest du auf meiner Seite irgendwo. Und auch diesen Eintopf werde ich dort kochen:)

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  2. Ich bin gerade in Hamburg und hier hat es gestern Abend geschneit, so dass alles ein wenig gepudert ist. Dazu würde ich dann jetzt gern genau diese Suppe haben. Ist noch was da?

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  3. Danke! Jutta für die rettende Idee, was ich mit meiner übriggebliebenen Polenta mache! cucina povera ist eh das beste und gesündeste Essen

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  4. Ja, gerade recht für uns, die wir bekanntermaßen "Arme Leute" sind. Im Ernst, diese Essen sind ganz besonders lecker und wie du schreibst, aufgewärmt schmeckt das nochmal so gut!

    Übrigens - sehr gelungen - deine Beschreibung des schönsten Moments beim Kochen. Da denke ich nämlich ebenso! Allerdings habe ich es mir angewöhnt, den Herd auf kleinster Flamme einzustellen, damit nur ja nichts anbrennt. Knoblauch, der anbrennt wird bitter und verdirbt die Speisen. So hübsch goldgelb sollte es sein. Der Duft ist unvergleichlich.

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  5. @FreundindesgutenGeschmacks: Passt leider auch hier...
    @TFK: Also ich habe einen Schnellkochtopf haette aber etwas Angst den Zu benutzen. Kann mir vorstellen, dass Polenta da ganz schnell drin anbrennt!
    @Anie'sdelight...Leider nicht! Sie war ganz schnell weg!
    @365Tage: Ich habe sie gesehen...die Polenta-Orgie sozusagen :-)
    @Brigitte: Ich habe leider einen Elektroherd und mit kleiner Flamme von Anfang an...ich bin zu ungeduldig!

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  6. Ein wunderbares Gericht! Und es weckt Erinnerungen:
    So ähnlich geht die toskanische Farinata. (Sie hat nichts mit der ligurischen zu tun). Kennengelernt habe ich sie in den Luccheser Bergen, und sie wird meist ohne Speck gemacht und statt mit Weißkohl mit Cavolo nero, der ein bisschen wie Grünkohl aussieht. Der wird ziemlich lange gekocht, dann kommt Polentamehl dazu; ein Teil der Bohnen wird mit der Brühe püriert, ein Teil bleibt ganz. Und auf dem Teller vollendet man mit Olio crudo und Pfeffer.

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  7. Da habe ich aber jetzt eine Menge aus deinem Kommentar gelernt! Danke!

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  8.  So viel zu lernen war da nicht . ;) Das wichtigste ist sowieso das Soffritto.

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