09.11.2010

FETTUCCINE AL SUGO & SALSICCE IN UMIDO CON BROCCOLETTI SALTATI (Fettuccine-Nudeln mit Tomatensauce & Geschmorte Salsicce mit geschwenktem Blattgemüse)


34.Woche Il primo & il secondo
Das kühle, nasse Herbstwetter, das seit ein paar Tagen Einzug gehalten hat ist die perfekte Ausrede mal wieder nicht auf die Linie achten zu müssen und diese 2 Gänge gleich nacheinander zu essen. Man findet diese Kombination in der Stadt nur mehr in ein paar urigen Trattorie, doch dafür sind die beiden Teller ziemlich in den Landkneipen des Lazio beliebt und gehören zum Sonntagsmittagschmaus, wenn man Ausflüge in die „Campagna Romana“ unternimmt. Es ist einfach zuzubereiten, kostet nicht viel, denn Salsicce sind hier extrem billig und wenn die Fettuccine selbstgemacht sind schmeckt es einfach wunderbar – besonders nach einem langen Spaziergang. Da ich keine Nudel-, und auch keine Knetmaschine habe, kostet die Herstellung von selbstgemachten Fettuccine zwar etwas Kraft und Zeit, schmecken aber dafür um so besser. Als Beilage zu den geschmorten Salsicce isst man normalerweise ein bitteres, mit Knoblauch und Peperoncino geschwenktes Blattgemüse.
Für 3 Personen
Zeit: Für die Fettuccine: 20Min. + 20Min. Vorbereitung + 30Min. Ruhezeit / Für die Tomatensauce: 5 Min. Vorbereitung + 1½ Stunden Kochen / Für das geschwenkte Gemüse: 25Min. Vorbereitung + 1 Stunde Kochzeit.

Zutaten:
  • 6 Salsicce
  • 500ml Tomatenpüree
  • 300g Mehl
  • 3 Eier
  • 700g bitteres Blattgemüse wie Zichorie (cicoria), Stängelkohl (cime di rapa)
  • Olivenöl extravergine
  • 2 große Knoblauchzehen
  • Salz
  • 1 ½ Peperoncinoschoten (Chilischoten)
  • Geriebener Parmesankäse
Die Tomatensauce: Das Tomatenpüree in einen Topf geben. Die Salsicce mit der Gabel auf zwei Seiten, zweimal einstechen. Auf mittlerer Flamme 1 Stunde bedeckt köcheln lassen, die restliche Zeit offen, damit die Sauce eindickt, eventuell noch etwas Wasser hinzugeben.

Das geschwenkte Gemüse: Hier gibt es 2 Möglichkeiten. Entweder man kocht das geputzte Gemüse bereits in einem Topf in kochendem Salzwasser weich und schwenkt es dann in einer großen Pfanne, wo man vorher in etwas Öl, die geschälte Knoblauchzehen mit dem Peperoncino angebraten hat und lässt es etwas darin schmoren oder: man bratet in einer großen Pfanne mit hohen Rändern oder einem breiten Topf die geschälte Knoblauchzehen mit dem Peperoncino an, gibt dann das geputzte Gemüse dazu, salzt es ein bisschen und schmort es auf mittlerer Flamme 5 Minuten bedeckt, damit es etwas entwässert. Dann füllt man bis zur Hälfte mit Wasser auf. Das Gemüse schwimmt also nur bis zur Hälfte darin. Man lässt alles 30 Minuten bedeckt köcheln. Hin-, und wieder umrühren. Dann den Deckel abnehmen, nochmals etwas Wasser hinzugeben ohne das Gemüse damit zu bedecken, einkochen lassen, hin und wieder verrühren, bis das Wasser verdunstet und das Gemüse weich gekocht ist. Dann noch 5 Minuten schmoren lassen. Es kann auch leicht anbraten. Wichtig ist, dass man das Gemüse gut putzt, d.h. besonders von harten Stängeln befreit.

Die Fettuccine-Nudeln: Grundregel 100g Mehl/ 1 Ei. Das Mehl auf die Arbeitsfläche geben und eine Mulde eindrücken, erstmal ein Ei – oder alle beide, kommt auf die Mulde drauf an - hineingeben und mit einer Gabel herumrühren, wobei das Mehl in das Ei eingearbeitet wird bis sich eine Art flüssiger Teig bildet. Dann wird alles mit beiden Händen zusammengeknetet bis nichts mehr auf der Arbeitsfläche klebt. Eventuell noch etwas lauwarmes Wasser hinzugeben, falls der Teig zu brüchig wirkt. Es dauert etwas aber man macht dabei auch einen kleinen Workout für die Armmuskeln. Dann eine Kugel formen und diese eine halbe Stunde unter einer Schüssel, oder in Folie eingepackt, rasten lassen. Danach die Kugel in zwei Hälften schneiden ( wenn man kein lange Nudelrolle hat) und mit bemehlten Händen soweit möglich flach drücken, damit man den Teig leichter ausrollen kann. Den Teig nochmals leicht mit Mehl bestreuen und losrollen. Mit einem langen Nudelbrett kann man den Teig auch sehr gut auf dem Nudelbrett einrollen und dabei den Teig weiterbearbeiten, wie es der Japaner in dem Video unten macht. Wenn der Teig dünn genug ist (c.a. 2mm aber das merkt man schon) in eine Schlange einrollen und von dieser c.a. 0,5cm breite Streifen abschneiden. Dann mit beiden Händen die eingerollten Streifen fassen, leicht in die Luft werfen, damit sie lang werden und auseinanderziehen. Auf ein mit Gries (besser als Mehl) bestreutes Backblech ausbreiten, damit sie nicht ankleben. Die Fettuccine in viel kochendem Salzwasser 3 Minuten weichkochen, absieben, in einer Schüssel mit der Tomatensauce vermischen und auf den Tellern mit dem geriebenen Parmesankäse servieren.
Unten gibt es ein paar Fotos und einen japanischen Teigausrollvideo. Er hat die Bewegung wirklich gut drauf. Und die Musik ist auch beruhigend. Ich hoffe es hilft.

TIPPS:
SALSICCE IN UMIDO CON LA POLENTA (Geschmorte Salsicce mit Polenta)
Studentenessen oder wenn man plötzlich viele Gäste hat: Die Salsicce wie oben angegeben im Tomatenpüree auskochen und alles mit Polenta servieren. Schmeckt auch gut und macht zufrieden.
FETTUCCINE NUDELN EINFRIEREN
Man kann frische Fettuccine auch einfrieren. Am besten ist es sie mit Gries zu bestreuen, damit sie nicht zusammenkleben. Man kann sie auch noch eingefroren ins Kochwasser geben. Viele lassen sie auch über Nacht über Kleiderbügel oder Stuhllehnen hängen um sie auszutrocknen und dann halten sie sich auch gut – aber damit habe ich (noch) keine Erfahrung.



Kommentare:

  1. Diese Kombi schmeckt sicher. Und das mit dem bitteren zur deftigen Wurst kennen wir in Deutschland ja auch. Z.B. Grünkohl mit Pinkel.
    Mit der Pasta einfrieren hate ich es auch wie du. Wenn man sie trocknet muss man sehr vorsichtig mit ihr umgehen, sonst hat man am Endenur noch Brösel.
    Liebe Grüße, Sandra

    AntwortenLöschen
  2. Sehr schönes Gericht!
    Wenn man nur den Teig einfriert, zerbröselt auch nix...

    AntwortenLöschen
  3. Ich mag Salsiccia auch sehr gern. Leider muß ich sie mir immer versagen. Schweinefleisch vertrage ich überhaupt nicht. Letztens habe ich eine aus Truthahn probiert. Hmmm die Originale ist besser. Keine echte Alternative....

    AntwortenLöschen
  4. Ich liebe Gerichte, die zufrieden machen. Das ist besser als "satt"!

    AntwortenLöschen
  5. Wa, der Koch ist ja ein Wahnsinniger. Ich hätt mich sicherlich schon mit der ersten, dicken Ausrollung zufriedengegeben. Zum Beneiden dieses Handwerk - aber das schmeckt man dann halt auch.

    AntwortenLöschen
  6. Schönes Video, mit einem Maschinchen lernt man das nie.

    AntwortenLöschen
  7. @FrauKampi: Siehste Gruenkohl und Pinkel (heisst das wirklich so?) kannte ich wieder mal nicht..
    @Claus: Aber der muesste wohl schon ausgerollt sein. Das Teig kneten fand' ich am Anstrengensten.
    @Aniesdelight: Ja, die salsiccia muss schon richtig "italienisch" gewuerzt sein...auch wenn ich nicht weiss, was drin steckt.
    @AT's: Sattmachen reicht mir seit laengerer Zeit nicht mehr...
    @Barcalex: Uebung macht wohl den Meister.
    @Lamiacuina: Irgendwann werden auch Tortellini drankommen. Da hilft ein Maschinchen auch nicht so sehr weiter.

    AntwortenLöschen
  8. Da bleibt nur zu sagen - lasst es Euch schmecken.

    AntwortenLöschen
  9. Superschöner Post! Da stimmt alles! Und lädt ein zum gemächlichen Nacharbeiten. Die Perfektion muss ich erst noch erarbeiten.

    Ich mache auch bei den Spätzle immer doppelte Portionen, die Hälfte friere ich (gekocht) ein, dann muss man sie bei Bedarf nur noch gefroren in das kochende Wasser geben.

    AntwortenLöschen
  10. Ich hab das Glück, dass mein Metzger solche Salsicce macht und genau so, mit Nudeln und Tomatensauce mag ich die furchtbar gern. Seelenfutter pur!

    AntwortenLöschen
  11. Mein Reich für salsicce mit cicoria!

    AntwortenLöschen
  12. Ich kann dich nur um Cime di rapa und gute Salsicce beneiden!

    AntwortenLöschen
  13. @Kitchenroach: Da wird gemampft!
    @Brigitte: Also die Spaetzle sind ja wirklich eine Welt fuer sich...ich miechte die mit den Linsen mal ausprobieren :-)
    @Toni:Ganze Salsicce mit Nudeln...sind in Italien schwer zusammen sich vorzustellen. Schwer zu sagen warum...Tradition?
    @Alex: Ich hatte das auch schon seit einer Weile nicht gegessen...enttaeuscht auch die Vorfreude nicht :-)
    @KulinariaKatastrophalia: Ich habe die Zubereitung aus dem italienischen Kochbuch 'Il talismano della felicità', ein Standardwerk und da ist nicht von Olivenoel die Rede.
    @Eline: Also im Rheinland scheint es auch Cime di rapa zu geben, warum dann nicht in Oesterreich??

    AntwortenLöschen