01.11.2010

FOCCACCIA CON IL FORMAGGIO (Gedeckte Pizza mit Käse)

33.Woche Il secondo
Diese flache Focaccia stammt aus dem Küstenort Recco in Ligurien. Dort wurde sie früher nur zu Allerheiligen zubereitet und dann, zum Feiertag, umsonst unter der Bevölkerung verteilt. Glücklicherweise kann man sie allerdings dort jetzt das ganze Jahr über finden und essen. Die Legende will, dass das einer bekannten Köchin des Städtchens zu verdanken ist, Manuelina, die auf die „Foccaccia con il formaggio“ im Laufe des ersten Weltkrieges zurückgriff um damit die Hungernot ihrer Mitbürger zu lindern. Später, in der Nachkriegszeit, bat sie es dann als Snack den freudigen Ausflüglern an und hat sich wohl eine goldene Nase damit verdient. Der Teig wird ohne Hefe zubereitet und der verwendete Käse ist entweder Crescenza oder Stracchino, kurz gereifte Weichkäse – leider kenne ich mich mit österreichisch-deutsch-schweizerischen Käsesorten nicht aus um eine Alternative anbieten zu können. Die Zubereitung ist übrigens auch was für regnerische Feiertage wie heute, um ein bisschen“ indoor“ die Armmuskel spielen zu lassen. Wieso wird unten bei der Zubereitung erklärt. Geschichte und Rezept entstammen dem Buch „Pane, pizze e foccacce“ von Annalisa Barbagli und Stafania Barzini.
Zeit: 10 + c.a. 45Minuten Vorbereitung + 20Min. Backen

Zutaten:
  • 300g Weißmehl
  • 150ml lauwarmes Wasser
  • 1 Prise Salz + Salz zum Bestreuen
  • 3 EL + Olivenöl extravergine zum Bestreichen und Einfetten
  • 400g Stracchino oder Crescenza
Der Teig geht ganz schnell. Auf dem Arbeitstisch in den Mehlhügel eine kleine Mulde formen und hinein 3 EL Olivenöl, 1 Prise Salz und das Wasser nach und nach hinzugeben und zusammenkneten. Es müsste eigentlich mühelos recht schnell von Hand gehen. Er wird nach wenigen Minuten schön glatt und elastisch. In gleichgroße Stücke teilen und in ein Küchentuch gewickelt 1 Stunde ruhen lassen.
 
Dann kann man schon den Ofen auf 250° vorheizen. Jetzt kommt der anstrengende Teil (also ich merk’s in den Händen und Armmuskeln): den Teig dünn ausrollen. Dabei muss auch hier und da mit den Fingerspitzen gezogen und höllisch dabei aufgepasst werden, dass keine Löcher entstehen (obwohl man die auch wieder stopfen kann –eigentlich). Idealerweise müsste man ein Rechteck bilden, bei mir kommt es das nächste Mal in eine runde Pizzaform. Ich habe halt ein paar Anläufe gebraucht um das einigermassen hinzukriegen aber erfahrenere Backfans haben bestimmt weniger Schwierigkeiten damit. Dann wird dieser dünne Teig mit beiden Händen von unten, als hätte man es mit einem zerbrechlichen Tuch zu tun, auf das mit Öl ausgestrichene Backblech balanciert. Darauf kommt der Käse in kleine Stückchen geschnitten. Nun wird der restliche Teig ebenfalls dünn ausgerollt und darüber ausgebreitet. Falls Löcher entstehen, können die mit dem Teig von den überlappenden Resten gestopft werden. Dann werden die Ränder zusammengedrückt und ein wenig eingerollt. Nochmals mit den Fingerspitzen die Ränder andrücken. An den Stellen, wo vielleicht zu große Teigklumpen entstanden sind, einfach den überflüssigen Teig wegschneiden und dann anrollen. Das ganze mit Öl bepinseln, etwas Salz darüber streuen und mit einem spitzen Messer kleine Luftlöcher einschneiden, wobei man den Teig mit der Messerspitze etwas nach oben ziehen sollte. Im Ofen 15-20Minuten backen. Lädt in dieser Zeit zum Rotweintrinken ein.

Kommentare:

  1. Erinnert mich sehr an eine Quesadilla. Das wuerde mir auch schmecken!

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  2. Aber eine Calzone ist mir dann doch lieber. Da ist mehr drin! ;)

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  3. Das obere Foto lahct mich jetzt so richtig an - da läuft fast der Käse raus in meinen Mund. :-)

    Danke auch für die Geschichte dazu, interessant!

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  4. "lacht" meine ich (vertippelt...)

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  5. Nee, diese einfachen Sachen, die schmecken oft am allerbesten. Leider fällt mir ein vergleichsweise deutscher Käse da noch nicht ein. Aber ich komme schon darauf.

    Ich liebe auch immer die Geschichte dazu, denn dann kann ich mir dies viel besser vorstellen und kriege auf der Stelle Hunger.

    Schönen Abend mit einem lieben Gruss, Brigitte

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  6. Das gefällt mir gut als Häppchen zum Wein. Bei Käsefüllungen kann ich nicht widerstehen. :-)

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  7. @Mykitchenintherockies: Kann sein, dass jemand aus Recco nach Mexiko ausgewandert ist.
    @AT: Ich mag' Calzone nicht sooo gerne. Meistens hier zu wenig Fuellung fuers zuviel Teig.
    @Barbara:Das hatte ich schon verstanden :-)
    @Brigitte: Zufall war, dass ich das schon sehr lange ausprobieren wollte. Zufaelligerweise hat es dann nur zum 1.November geklappt.
    @Christina: Ich auch nicht, Kaese und Wein mmmhhh.

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  8. Zerlaufener Käse hat ja schon fast etwas erotisches ;-) Muss haben !!!

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