07.01.2011

PANE E FRITTATA (Brot und höheres Omelett)

42. Woche Il secondo
Letzte Woche begutachtete ich in  einer Bar während der Mittagspause die verschiedenen belegten Brote in der Auslage. Mein Blick wurde sofort von einem mit Eierkuchen und Salami belegten Brötchen angezogen. Sowas hatte ich eigentlich schon lange nicht mehr gesehen und gegessen  und als ich es in der Hand hatte und hineinbiss löste sich jegliche Anspannung, die so ein halber Arbeitstag im Büro mit sich bringen kann und ich vergaß, einige Sekunden wenigstens, die Welt um mich herum. So ein belegtes Brötchen ist in der Stadt bereits etwas „vintage“ mit Madeleine-Effekt geworden. Man denkt sofort an eine Rastpause unter einer schattenspenden Pinie an einem sonnigen Frühlingstag und an die Mama oder die Oma, die zuhause dieses Pausenbrot mit viel Liebe vorbereitet haben. Und an einem kalten, regnerischen Wintertag an dem die Hetze kein Ende zu haben scheint, ist das wirklich was Schönes.
Das Wichtige ist, dass das Brot erst ein paar Stunden, nachdem es vorbereitet worden ist, verzehrt wird. Bis dahin ist es nämlich schon etwas aufgeweicht und man weiß nicht mehr, wo das Brot anfängt, wo das Omelett. Dieser obligatorische Zustand und die Bedeutung des „Pane e frittata“ in der italienischen, vor allem südlichen Lebensauffassung wird in einer der gelungensten, italienischen Filmkomödien der letzten Jahre, „Basilicata coast to coast“, ausführlich beschrieben und besungen. Es geht dabei um eine Gruppe von Jazz/Blues Amateurmusikern, die beschließt zu Fuß, mit einem Packesel, ihre Heimatregion Basilicata zu durchqueren um etwas Aufmerksamkeit für ihre Teilnahme an einem beliebten, lokalen Musikfestival zu erhalten.
Ein Klassiker ist die Zucchinifrittata: ein höheres Omelett, wo die Zucchini, gewaschen und in grobe Stuecke geschnitten, mit viel Zwiebel, geschält und ebenfalls in grobe Stücke geschnitten, und Salz erstmal in einer Pfanne, ohne anzubrennen, weichgebraten werden . Dann wird das abgetropfte Gemuese mit den Eiern zusammengemischt und das Gemisch in einer Pfanne mit hohen Rändern und Deckel (den man auch zum Wenden braucht) erst mal auf einer Seite, bedeckt,sozusagen festgebraten, dann, mit Hilfe des Deckels,  gewendet und auf der anderen Seite festgebraten. Wichtig ist, dass das Omelette nicht trocken ausfällt und die Brotscheiben nicht wesentlich dicker als die Höhe der Frittata sind. Die Salami, scharf, wardazu  neu für mich hat aber geschmeckt! Und man isst "pane e frittata" das ganze Jahr durch......

Kommentare:

  1. Das wuerde ich auch sofort essen. Mir laeuft das Wasser im Mund zusammen!

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  2. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mir meine Frittata aufs Brot zu legen.
    Welche Brotsorte verwendet man denn klassischerweise?

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  3. Das lieb ich immer so am Italienbesuch ... diese köstlichen Brote immer und überall.

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  4. Ich kann mich entsinnen, wenn ich als Kind mal keine Wurst aufs Pausenbrot mochte, hat mir meine mutter auch ein von beiden Seiten gebratenes Rührei zwischen die Sauerteigbrotscheiben gelegt. Mit ordentlich Butter! Ich fand das köstlich. Eigentlich hatte ich das ja vergessen. Danke Jutta fürs zurückerinnern, wenn es auch mit deinem Rezept nicht allzuviel zu tun hat. Aber das würde mir auch schmecken :-)
    Liebe Grüße, Sandra

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  5. Liebe Jutta
    Danke für den tollen Filmausschnitt - das tut gut an so einem kalten, nassen, grauen Winterabend.Obwohl ich ausser "pane fittata" eigentlich kein Wort verstanden habe, kam die Stimmung gut rüber.
    Morgen Mittag wird es ein Pane e frittata Sandwich geben.
    Danke für den Tip.
    VIOLETTA

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  6. Köstlich dieses Pane mit Frittata und dazu der Film, sehr typisch.

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  7. @Astrid: Das napolatanische Brot passt vorzueglich. Hier der Artikel bei Zorra: http://kochtopf.twoday.net/stories/pane-cafone-napoletano/

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  8. Immer wieder unglaublich wie die einfachsten Dinge die schönsten Emotionen auslösen. So ein brot mit Ei ist bei mir auch komplett in Vergessenheit geraden. Wo ich klein war gabs das auch öfter.

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  9. schöner Beitrag Jutta, bin gewaltig im Leserückstand....aber auch Nachlesen mag ich gerne.

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  10. Leider ohne das wundervolle neapolitanische Brot... aber mit dem no knead bread war es auch gut... habe ich das gestern nachgekocht.
    mit der pikanten salami dazwischen war das einfach delikat. Danke für's wieder in Erinnerung bringen des Eibrots aus der Kindheit

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