22.01.2011

PASTA CON GORGONZOLA, RADICCHIO E RUCOLA (Nudeln mit Gorgonzola, Radicchio und Rucola)

43. Woche - Il primo
Heute Abend habe ich mich sehr gefreut als ich die Pasta auf den Tisch gestellt und die ersten Nudeln probiert habe. Das Rezept war ausgesprochen köstlich und die 20Euro, die ich (wieder mal) in ein Kochbuch investiert habe, haben sich demnach gelohnt. Ich konnte dem Titel und Versprechungen des Buches  nicht widerstehen: „AVANZI POPOLO – L’arte di riciclare tutto quello che avanza in cucina.“ Der Anfang ist ein Wortspiel, das sich auf das bekannte Arbeiterlied “Avanti popolo” ‚Vorwärts Volk‘ bezieht, wobei „Vorwärts“ mit „Reste“ ersetzt worden ist, was auch nicht so ganz daneben liegt, ist dieses Kochbuch doch geschrieben worden um an die Einstellung einer Zeit zu erinnern, wo die Reste liebevoll und gekonnt verkocht wurden und nicht im Mülleimer landen durften, denn sie waren zu wertvoll, wie z.B. die Krusten des Parmesankaeses, selbst ein Rezept zur Verwendung von Milchhaut (ja, richtig gelesen) habe ich gefunden. Das Buch, geschrieben von Letizia Nucciotti, erzählt von der „Kunst alles das wieder zu verwerten, was beim Kochen übrig bleibt.“ und sie scheint recht begabt zu sein. Ich bin ja nicht so für Gorgonzola und Radicchio weil  am Ende doch meistens eine recht fettige Angelegenheit entsteht, aber hier ist für die süßliche Komponente, in vielen Rezepten Mascarpone oder Sahne, Zwiebel verwendet worden. Hinzu werden Radicchio und Rucola roh hinein geschnippelt, was mir auch gefallen hat, denn man merkt gar nicht dass man einen Salat in sich hineinstopft verspeist.


Aber wo wir schon mal bei „Avanzi Popolo“ sind…kann ja sein, dass einige das Lied nicht kennen, dessen Titel eigentlich „Bandiera rossa“, „rote Fahne“ heisst und während des 2. Weltkrieges zu einem der bekanntesten Partisanenlieder wurde. Entstanden war es bereits 1908, zusammengesetzt aus dem Text von Carlo Luzzi und der Melodie zweier lombardischen Volkslieder. Der Text ist in viele Sprachen übersetzt worden und , je nach Bedürfnis auch angepasst, mal ist es der Sozialismus der leben soll, ein anderes Mal der Kommunismus. Die Version, die ich ausgesucht habe gefällt mir sehr, denn gesungen ist der Originaltext von Claudio Villa, zwischen Ende der 50er und Anfang der 80er Jahre einer der beliebtesten (römischen) Sänger Italiens.


DAS REZEPT
Für 4 Personen
Zeit: 20 Minuten

Einen Topf mit Salzwasser für 500g kurze Nudeln (ich habe „Pipe rigate“ verwendet) zum Kochen bringen. In der Zwischenzeit eine große Zwiebel in feine Scheiben schneiden und in einer Pfanne mit 3 EL Olivenöl extravergine anbraten bis sie weich und glasig ist, dann 120g pikanten Gorgonzolakäse und 150ml Milch hinzugeben. Den Käse auf mittlerer Flamme schmelzen lassen, dass es zu einer Creme wird. In der Zwischenzeit müsste das Wasser kochen…also die Pasta hineingeben. Ein bisschen Kochwasser zur Seite stellen. Waehrend die Pasta kocht,  den (bei mir waren es um die 300g) Radicchio  auch in sehr feine Streifen schneiden, eine Handvoll Rucola zerrupfen. Die Pasta absieben, in den Kochtopf zurückschütten, mit der Hälfte der Rucola, dem gesamten Radicchio, der Gorgonzolasauce und 5 EL (gestrichen) geriebenem Parmesankäse vermischen. Eventuell noch etwas Kochwasser hinzugeben sollte es nicht flüssig genug sein. Die Pasta auf die Teller geben, mit der restlichen Rucola bestreuen und mit weiterem geriebenem Parmesankäse servieren (ich selber brauchte aber nicht mehr).

Kommentare:

  1. Natürlich kenne ich - als altes DDR-Kind - das Lied. Der Nudelsalat ;) gefällt mir deutlich besser. :)

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  2. Ich stimme Hesting da zu 100Prozent zu! Mehr brauche ich auch nicht dazuzusagen!
    Liebe Grüße, Sandra

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  3. der Titel ist süß, und was dahintersteckt - nix verschwenden - da steh ich voll dahinter.

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  4. ‚Vorwärts Volk‘ klingt mir doch sehr sehr kommunistisch! Ein Peppone-Essen sozusagen!
    Wobei das Essen selbst wiederum für ein kommunistisches viel zu lecker klingt. Zumindest offiziell. ;)

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  5. Danke für das Rezept, das ist genau nach meinem Geschmack!
    Wie übrigens auch das Buch, das sehr interessant klingt, denn ich bin auch dafür, alles zu verwerten und möglichst ja nichts wegzuwerfen. Resteverwertung betreiben heutzutage leider nur mehr wenige Menschen.
    Liebe Grüße, Margit

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  6. Die Milchhautwiederverwertung lässt schaudern! Das wollten die PartisanInnen nicht ;-)

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