11.02.2011

LATTUCHEDDA (Fleischsalat)


45. Woche Il secondo
Auch wieder aus Sizilien…um genauer zu sein aus der Ortschaft Buccheri und um noch genauer zu sein aus dieser Osteria. Leider habe ich da noch nie gegessen, denn das Rezept, das sie dem SLOW FOOD Buch „Cucina regionale“ (Regionale Küche) beigesteuert haben ist wirklich sehr gut. Die Namengebung ist allerdings so eine Sache …Lattuga bedeutet Blattsalat, hier in Rom eigentlich nur Römersalat, woanders auch Kopfsalat,  „-chedda/-ghedda“ ist ein dialektaler Verkleinerungssuffix. Also wortwörtlich übersetzt „Kleiner Salat“, doch es hat nichts mit dem Radicchiobett zu tun, sondern ist eine dialektale Bezeichnung für diesen Fleischschnitt. Dabei handelt es sich um Rinderbauchmuskeln, Fleisch zweitklassiger Qualität, das aber recht mager ist und gut schmeckt. Genannt wurde es auch „il filetto dei poveri“. Das Filet der armen Leute. Es wurde gerne den Kindern gekocht. So erinnert sich wenigstens der Osteria-Besitzer. Eine interessante Zubereitung um Kochfleisch zu verarbeiten.

In einem Topf mit 4 EL Olivenöl, 1 Staudenselleriestange, 1 geviertelten Zwiebel und 4 Gewürznelken auf hoher Flamme 500g Muskelfleisch anbraten, hinzu kommt noch eine Prise Salz. Mit kaltem Wasser begießen bis es bedeckt ist. Den Topf mit einem Deckel schließen und das Fleisch auf mittlerer Flamme 1 ½ - 2 Stunden weich kochen lassen, bis es ganz zart wird, dass man es mit den Händen zerreißen kann. In der Zwischenzeit 1 roten Radicchiosalat waschen und in feine Streifen schneiden. Dann eine weitere Zwiebel in feine Scheiben schneiden und diese mit 1 EL Kapern und 10 grünen, entsteinten Oliven weichbraten. Das Fleisch aus der Brühe nehmen, in Streifen zerkleinern und in der Pfanne mit der Zwiebel, den Oliven und Kapern schwenken. Mit Oregano und Peperoncino würzen. Von der Pfanne nehmen, noch ein paar Tropfen Aceto Balsamico hinzugeben und auf dem Radicchiobett servieren.

Kommentare:

  1. Bei Fleischsalat denke ich an die deutsche Variante, mit Majo und duenn geschnittener Wurst. Die sizilianische Form wuerde mir aber auch schmecken.

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  2. Für Kenner der einfachen Küche ein besonderer Leckerbissen!

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  3. Das Buch gibt es auch in deutsch und schleiche schon einige Zeit drumherum.

    Fleischsalat für mich immer gerne vom gekochten Rindfleisch, z.B. Tafelspitz, mit Essig und (Kern-)öl mariniert.

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