06.02.2011

SPAGHETTI ALLA CARBONARA

44. Woche Il primo
Vielleicht hätte ich auch noch “alla romana”, auf römische Art schreiben sollen, wo es doch so viele, internationale, Versionen gibt. Aber diese hier ist auch nicht schlecht....:-)  Eigentlich wollte ich nicht ein Carbonara-Rezept angeben aber da ich nun schon das zweite Mal im Restaurant gelandet bin in dem man die drittbeste Carbonara Roms (nach „Gambero Rosso“) essen soll und meine nachgekochte eigentlich der des Restaurants „Grappolo d‘ oro“ (Goldene Weintraube“ ) nicht sehr viel nachstand und viel weniger als 9 Euro pro (Mini) Portion kostete … mal probieren?

Für 2 Personen nehme man 300g Spaghetti, 100g geräucherte Schweinsbacke, 1 Ei und ein Eigelb, 4 EL geriebenen Pecorinokäse und 2 EL geriebenen Parmesankäse, 1 TL Butter, 1 EL Olivenöl, 2 Knoblauchzehen, Salz und Pfeffer.

Während das Wasser für die Pasta zum Kochen gebracht wird, zerlasse man die Butter in einer Pfanne, gebe das Öl hinzu, die geschälten und entzwei geschnittenen Knoblauchzehen und die in hauchdünne Scheibchen geschnittene Schweinsbacke. Diese etwas golden anbraten lassen (Achtung, die Stückchen rechtzeitig vom Feuer zu nehmen, sie dürfen schließlich nicht anbrennen!) und vom Feuer nehmen. Dann in einer kleinen Schüssel das Ei, das Eigelb, Pecorino und den Parmesankäse und etwas geriebenen Pfeffer mit einer Gabel zusammenmixen, man kann auch schon das ausgelassene Fett hinzugeben. Die Pasta in leicht gesalzenem Wasser (von dem Kochwasser ein halbes Glas zur Seite stellen, falls die Pasta zu trocken ausfällt) bitte „al dente“ kochen. Auch 1-2 Minuten vor der angegebenen Kochzeit abgießen. In den Kochtopf zurückgeben, mit der Eiersauce und den Fettstückchen vermischen und mit weiterem, geriebenen Parmesankase servieren.

Obwohl diese Spaghetti sich erst nach dem 2. Weltkrieg eingebürgert zu haben scheinen,  gehören sie zur heutigen römischen Regionalküche  wie die Luft, die ich atme sozusagen,  und wo ich schon mal dabei bin etwas urig-römisches vorzustellen möchte ich niemanden auch dieses urig römische „Stornello“ vorenthalten. Mit „Stornello“ wird ein Gesang bezeichnet, der der mündlichen Volksdichtung entstammt. Dabei handelt es sich um improvisierte, gereimte Elfsilbler mit welchen rauh-bissig gewetteifert wurde, besonders wenn man in einer Osteria besonders viel getrunken und gegessen hatte. Hier unten also eines der bekanntesten Osteria (Kneipen) - Stornelli. Meistens geht es in den Liedern darum, dass man gerne isst und trinkt, nicht gerne arbeitet und auch den „Oste“, den Kneipenbesitzer, nicht bezahlen möchte. Wie hier in der „Società dei magnacciò“ (Die Gesellschaft der Fressäcke), einem der bekanntesten Stornelli. Vielleicht wurde ähnliches wirklich so auch schon vor 2000 Jahren gesungen.

Kommentare:

  1. Haha, da gehts ja zu wie in unserer Kochgruppe. ;-)

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  2. Immer wenn ich denke, jetzt hätte ich endlich das einzig wahre unter all den echten, wahren originalen Originalrezepten für Spaghetti Carbonara gefunden, entdecke ich ein neues.
    Aktuell habe ich mich gerade mit einer Version beschäftigt, die mit Ziegenmilch zubereitet wird. Und jetzt kommst Du mit einer Schweinebacke um die Ecke. Das hört nie auf!!!! :)

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  3. Man könnte meinen, alle meine Schwäger hätten sich vereint zu einem Gesangsverein *ggg*!

    Ich liebe Spaghetti Carbonara, habe allerdings Probleme mich mit dem Schweinbäckchen anzufreunden.

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  4. Ich gehöre ja zu den Leuten, die Spaghetti Carbonara für eine Kreation der US-Soldaten nach Kriegsende in Rom halten. Benannt nach dem Restaurant "La Carbonara", das war vielleicht damals als Kantine beschlagnahmt. Und wenn das so ist, dann könnte man auch ruhig Bacon nehmen - und Eipulver *kicher*

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  5. Ich bin ganz verrueckt nach Carbonara wie diese....einfach und mit frischen Eiern.

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  6. Wohlgemerkt - der Gesang ist vor Genuss der Speisen, wie wäre er erst hinterher zu vernehmen :-)

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  7. Für richtig gute Spaghetti Carbonara lasse ich jedes andere Gericht stehen. Diese Pasta-Variante liebe ich bereits seit meiner Kindheit

    Vor einigen Wochen habe ich in meinem Lieblingsrestaurant, mit mein Grundsatz gebrochen nur Carbonara zu esssen, die ohne Sahne zubereitet wird, ebrochen und eine Variante bestellt, die mit Sahne, Pancetta, etwas Zwiebel, Rosmarin, Salbei und Petersilie zubereitet war. Darauf waren zwei Scheiben getrüffelter Prosciutto cotto drapiert.

    Ehrlicherweise muss dazu gesagt werden, dass das Gericht auch als Carbonara-Variante auf der Karte beschrieben war.

    Ich muss gestehen, das es so großartig geschmeckt hat, das ich nicht aufhören konnte zu essen, den Prosciutto hätte ich allerdings nicht gebraucht.

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  8. Nachgekocht und geliebt. Hmmm ... :)

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