31.03.2011

CROSTATA ALLA CREMA DI KIWI (Kiwicrème-Kuchen)


50. Woche – Il dolce
Bis jetzt hatte ich „Crostata“ immer mit Gitterkuchen übersetzt und frage mich, warum dieser Kuchen in der Backbuchreihe „La grande Pasticceria“ (Die grosse Konditorei) im Band „Dolci facili e veloci“ (Einfache und schnelle Nachspeisen) einer TV-Zeitschrift so bezeichnet wird obwohl kein Gitter oben drauf ist. Pazienza (Bedeutet eigentlich „Geduld“ aber auch „Was solls…“ ).
Kiwi werden schon seit sehr vielen Jahren auch in Italien angebaut.
Für den Mürbeteig mischt man fleißig zusammen:

  • 175g Mehl
  • 50g Puderzucker
  • 75g weiche Butter
  • 1 kleine Prise Salz
  • 1 Eigelb
  • Mark einer halben Vanilleschote
Und lässt den Teig als Kugel 30Minuten im Kühlschrank ruhen.

In der Zwischenzeit kommen hinzu:

  • 6 mittelgroße Kiwi
  • 4 Eier
  • 4 EL Mehl
  • 150g Zucker
  • 2 EL Rum
  • 200ml flüssige Schlagsahne
  • 1 Pckg. Klaren Tortenguss
  • etwas Brotbrösel
Im Mixer mixt man 2 geschälte Kiwis, die Eier, Mehl, Zucker, Sahne, Rum zusammen zu einem Püree .

Dann eine runde Backform (22cm Durchschnitt) mit Backpapier auslegen, den Teig ausrollen (am besten zwischen 2 Stück Backpapier, so bleibt der Teig nicht an der Rolle kleben!) und damit den Boden und die Ränder belegen. Mit einer Gabel etwas den Boden einstechen und mit Brotbrösel ausstreuen. Dann mit der Kiwicrème füllen, die Ränder gleichmäßig andrücken und im auf 200° vorgeheizten Ofen 35Minuten backen. In der Zwischenzeit die restlichen Kiwis schälen und in feine Scheiben schneiden.
Den Kuchen auskühlen lassen, dann die Oberfläche mit den Kiwischeiben belegen und den Tortenguss darüber geben. Warten bis er fest ist und dann servieren.

29.03.2011

MINESTRONE ALLA ROMANA (Römische Gemüsesuppe)


50. Woche – Il primo
Auf allen Märkten Roms findet man an jedem Gemüsestand durchsichtige Plastikbeutel gefüllt mit kleingeschnittenem Gemüse:  „Il Minestrone“. Klar variiert das jetzt nicht nur von Stand zu Stand, sondern auch von Saison zu Saison. Der „Minestrone“, den es beim Italiener in Deutschland zu essen gibt ist meistens die reichhaltige Mailändische Variante. Um die beiden Versionen zu unterscheiden, muss man die Pessimistenmethode anwenden: “Was ist nicht drin in der Suppe“…nun es gibt keine grünen Bohnen, es werden kaum Kartoffeln hineingeschnitten und auch auf Tomaten verzichtet man – ansonsten ist alles drinnen was es zeitlich an Blattgemüse gibt.
Die Gemüsehändlerin auf einem kleinen, sehr untouristischen aber dafür typischen römischen Markt der in der Nähe des Vatikans hatte die 500g schweren Beutel mit folgendem gefüllt:
  • Porree
  • Mohrrüben
  • Zucchini
  • Mangold
  • Sellerie
  • Petersilie
Ich habe noch eine große Zwiebel und 2 Knoblauchzehen geschält und kleingeschnitten. Das ganze mit dem Gemüse zusammen in Olivenöl angebraten und mit Fleur de Sel gesalzen. Dann soviel Wasser hinzugegeben, dass das Gemüse bedeckt war und ca. 30-20Min. kochen lassen, zwischendurch nochmals mit Salz abgeschmeckt,  gut abgetropfte und kurz abgebrauste Borlotti-Bohnen aus der Dose hinzugegeben mit geriebenem Parmesankäse den Leuten vorgesetzt. Sie waren zufrieden.

27.03.2011

ARANCE CON LA CANNELLA (Apfelsinen mit Zimt)


49. Woche - Il dolce
Die Zubereitung ist wohl “mediterran” und nicht spezifisch italienisch aber es ist eine erfrischend-süße und zugleich relativ „gesunde“ Art ein Essen zu beenden. Abgesehen davon, dass es auch Diätliebhabern zumutbar ist. Sie können ja anstatt dem Zucker einfach Süßstoff verwenden. Doch gerade bei diesen einfachen Zubereitungen ist es extrem wichtig, dass die Grundzutaten, in diesem Fall die Apfelsine, auch von sich aus süß ist und das Fruchtfleisch zart. Es ist wert sich da von einem guten Gemüsehändler beraten zu lassen. Den Teller, da die Orange mit einem sehr scharfen Messer in sehr feine Scheiben geschnitten werden sollte, könnte man wohl auch als „Orangen-Carpaccio“  bezeichnen.

Eine gute, süße Orange schälen, von der weißen, inneren Haut so gut wie möglich befreien und in feine Scheiben schneiden. Auf einem großen Teller anrichten, etwas braunen Rohrzucker drüberstreuen und den Zimt. Ich habe in dem Foto auch noch getrocknete Cranberries (die ich sonst immer ins Müsli gebe) hinzugegeben. Aus ästhetischen Gründen.
Um das ganze zu verfeinern kann man auch Rosinen in etwas Granatapfelsaft aufweichen und über die Apfelsinen geben.

PS: ES GIBT WOHL PROBLEME BEI BLOGGER HEUTE ABEND...DAS FOTO IST DAS KLEINE QUADRAT. BEIM DRAUFKLICKEN WIRD ES GROESSER...

25.03.2011

PASTA PORCA (Schnelle Hauspasta)

49. Woche – Il primo
Diese Superschnell-Pasta hat eigentlich keinen Namen ( wir haben sie “Pasta Porca” getauft, mit „schweinischer Pasta“ zu übersetzen, weil wir uns gerne damit mästen) und sie gehört in die Kategorie Man-sieht-den-Wald-vor-lauter-Bäumen-nicht – Zubereitungen, denn es ist nichts anderes als eine Mischung zwischen einer Aglio, Olio e Peperoncino und einer Gricia. Aber darauf muss man erstmal kommen. Den Tipp habe ich einer Bekannten zu verdanken, die in einem Architektenbüro arbeitet, wo extra eine Dame mittags kommt um in der Bürokantine für alle Angestellten zu kochen. An die Dame denke mindestens nun alle 10 Tage. Mit Dank.

Für 2 Personen kocht man 250g Spaghetti wie üblich und brät in der Zwischenzeit 40g kleingewürfelten Speck in 6EL Olivenöl mit einer Messerspitze Chili und 2 geschälten und grob geschnittenen Knoblauchzehen knusprig. Das alles mit den Spaghetti vermischen, sobald sie weich sind und mit geriebenem Parmesankäse servieren.

22.03.2011

LATTUGA E CARCIOFI STUFATI (Geschmortes Römersalat –Artischockengemüse)

49. Woche – Il contorno
In Mittelitalien mag’ man besonders gerne Blattgemüse als Beilage zum Fleisch. Darum wird auch in den Kneipen und Restaurants soweit möglich das ganze Jahr über Spinat, Mangold und Cicoria (Zichorie oder Wegwarteblätter) angeboten. Alles was man einst selber eben leicht anpflanzen oder als Freigewächs pflücken konnte. Der Römersalat (Lattuga) schmeckt geschmort auch gut und es ist wohl auch eine gute Idee sich so von einem Salat zu befreien, der nicht mehr der frischeste ist. Auf meiner Suche nach einem Rezept für Schmorgemüse bin ich über diese einfache Zubereitung mit Artischocken gestolpert, die der jüdischen Tradition der toskanischen Hafenstadt Livorno angehört.


Zutaten:
  • 1 Zwiebel
  • 1 mittelgroßen römischen Salat
  • 4 Artischocken (geputzt – wie findet man hier)
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl extravergine
Die geschälte und kleingehackte Zwiebel in Olivenöl anbraten, dann kommt der gewaschene und kleingeschnittene Salat hinzu und die geviertelten Artischocken. Leicht salzen, pfeffern, mit ¾ Liter Wasser aufgießen und dann auf mittlerer Flamme einkochen lassen bis auch die Artischocken weich sind, dann die Flamme hochschalten damit die restliche Flüssigkeit verdunstet. Aber nicht anbrennen lassen! Nachwürzen.
Man kann die Artischocken auch mit 1 großen Kartoffel ersetzen. Oder nur Salat kochen.

20.03.2011

SCALOPPINE DI VITELLO AL LIMONE (Kalbsschnitzel mit Zitrone)

49.Woche - Il secondo
Ein sehr einfaches, rasches Fleischgericht, das aber dafür mit besonders viel Liebe von der italienischen Mutter zubereitet wird und wurde um ihren Nachwuchs zum Fleischessen zu bringen. Es ist in den heimischen Küchen immer noch ein beliebter Teller aber vor allem mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 50er Jahre zu verbinden als  nun auch davor arme Gesellschaftsschichten anfangen konnten sich des Öfteren Fleisch  für ihre Kinder zu leisten. Irgendwie passt dieses Gericht eben zu der Generation von Mamas aus der Nachkriegszeit, die der Liedermacher Edoardo Bennato so treffend – und mit viel Liebe – in seinem Lied „Viva la mamma!“ (Es lebe die Mama!) beschreibt:


Zutaten:
  • ca. 500g Kalbschnitzel (in feine Scheiben geschnitten und so zart wie möglich)
  • Saft einer ½ Zitrone
  • Mehl zum Wenden
  • Salz
  • Olivenöl zum Braten (Ich verwende immer Olivenöl aber vielleicht wäre geschmacklich auch halb Butter, halb Öl eine gute Zwischenlösung)
Das Fett in der Pfanne erhitzen. Die in Mehl gewendeten Fleischscheiben, darin von beiden Seiten durch braten, leicht salzen und zur Seite legen. Wenn alles Scheiben durch sind, alle zusammen in die Pfanne geben, den Zitronensaft darüber träufeln noch mal kurz in der leicht, dicklichen Mehlsauce die dabei entstehen sollte wenden und servieren.

Der Zitronensaft ist eher die Kinderversion (denn der Saft regt die Verdauung an und die gute Verdauung ihrer Kinder liegt einer italienischen Mama immer sehr am Herzen!). Erwachsene dürfen gerne den Zitronensaft mit Marsala oder Weißwein ersetzen.

18.03.2011

TORTA DI MELE (Apfelkuchen)

48.Woche - Il dolce
Bevor die Apfelsaison zu Ende geht hier ein Rezept, das ich bereits vor 4 Jahren, als ich wirklich noch nicht wusste jemals einen Foodblog betreiben zu wollen, unbedingt ausprobieren musste, nachdem ich es in der Wochenzeitschrift „Il venerdi“ der Tageszeitung „La Repubblica“ gelesen hatte. Der Kuchen wurde daraufhin begeistert Monate lang zur allen möglichen Gelegenheiten gebacken. Und auch wenn ich den ganzen Artikel nicht aufbewahrt habe, sondern nur die Rezeptbeschreibung, erinnere ich mich noch gut daran, dass außer der Zutatenmengen, der eigentliche Aufhänger für mich im Artikel ungefähr so lautete: „…ein Apfelkuchen bei dem es sich eher um ein Obstdessert handelt…“

Zutaten:
  • 1 kg Äpfel
  • 180g Mehl
  • 100ml Milch
  • 50g Butter (flüssig) + ausfetten
  • 150g Zucker
  • 2 Eier
  • 15g Backpulver
  • Brotbrösel
  • geriebene Schale einer ½ Biozitrone
Alle Zutaten außer den Äpfeln zu einem Teig zusammenrühren (Pürierstab) und 30Min. mit einem Geschirrtuch bedeckt ruhen lassen. Inder Zwischenzeit den Ofen auf 180° vorwärmen und die Äpfel schälen, vierteln, enthäusen und in kleine Würfel schneiden. Eine Backform ausfetten und mit den Brotbröseln ausstreuen. Die Apfelstückchen dem Teig unterrühren, die Masse in die Backform geben und ca. 40Minuten backen.

12.03.2011

FILETTI DI MERLUZZO E CARCIOFI (Dorschfilets mit Artischocken)

48. Woche Il secondo
Hat mich aus eingefahrenen Bahnen gerissen diese Kombination. Das ist immer gut, denn auch was Geschmackerfahrungen anbetrifft, freue ich mich persönliche Flexibilität zu erproben, besonders wenn dabei familiäre Zutaten auf für mich neue, exotische Weise verwendet werden. Wie in diesem Fall, denn ich weiß schon, dass Gemüse zu Fisch passt, besonders zu „nackten“ Fischstäbchen, aber ich hatte eigentlich nie an Artischocken dabei gedacht. Das Rezept aus dem Kochbuch „La mia cucina ebraica-romanesca“ (Meine jüdisch-römische Küche) von Bruna Tedeschi sieht anstelle meiner tiefgefrorenen Dorschfilets frische Plattfischfilets vor.
Für 4 Personen

Zutaten:
  • 4 Fischfilets
  • 5 mittelgroße Artischocken
  • 15cl Weißwein
  • Mehl zum Wenden
  • Salz
  • Pfeffer
  • Olivenöl extravergine
  • Butter
  • Brotbrösel
Die Artischocken wie hier angegeben putzen und in feine Schieben schneiden, in der Pfanne mit etwas Olivenöl weichbraten, mit der Hälfte des Weines ablöschen, salzen und pfeffern und zur Seite stellen. In derselben Pfanne die in Mehl gewendeten Filets in etwas Öl und etwas Butter ebenfalls durchbraten und mit dem restlichen Weißwein von beiden Seiten ablöschen. Etwas salzen. Auf den Boden einer ausgefetteten Backform die Hälfte der Artischocken legen, darauf kommen die Filets und darauf die restlichen Artischocken, mit Brotbrösel bestreuen und für knappe 10 Minuten in den auf 180° Grad vorgeheizten Ofen schieben. Im Nachhinein mit etwas Olivenöl, das etwas mehr den Fischgeschmack hervorhebt, oder Zitronensaft (optional) beträufeln. Die Freundin, die den Zitronensaft drauf wollte ihr Mutter habe den Fisch genauso, allerdings mit anderem Gemüse, zubereitet.

10.03.2011

INSALATA DI CAROTE E CAVOLFIORE (Mohrrüben – Blumenkohl - Salat)

48. Woche Il contorno
Vielen Dank für die Glückwünsche zum “verwaltungstechnischen“ Geburtstag gestern…als weibliche Bloggerin nehme ich mir allerdings die Freiheit meinen 1. Geburtstag auf einen anderen Tag zu verlegen. Und zwar den, wenn ich mit meinen 52 Kochwochen fertig bin. Und dann wird gefeiert!

Aber bis dahin dauert es ja noch und von daher geht es mit der Gesundheitswoche weiter und zwar mit diesem feinen Salat, immer noch abgeguckt aus dem Buch von Pietro Leemann „Diario di un cuoco“ (Tagebuch eines Kochs) und bestehend aus: Mohrrüben (mit dem Kartoffelschäler in feine, dünne Streifen geschält, was auch entscheidend für den Genuss des Salates ist…es kaut sich halt angenehmer), Blumenkohlröschen, gutem Balsamico-Essig, gutem Olivenöl, Schnittlauch (das frisch sein sollte - aber man findet in Italien nur selten frisches Schnittlauch von daher importiere ich es getrocknet) und letztendlich: Fleur de Sel. Es ist schon recht so wie er schreibt, dass eine besonders gute Qualität der Zutaten bei diesem Salat eine wichtige Rolle für den Wohlgeschmack spielt.

08.03.2011

CREMA DI RICOTTA E FINOCCHI (Ricotta-Fenchel-Crèmesuppe)

48. Woche Il primo
Nach einer leberanstrengenden Woche muss man etwas Luft holen…wobei ich mir zurzeit die Frage stelle warum viele italienische Chefs und Kochexperten Ausländer sind oder einen ausländischen Nachnamen haben: Heinz Beck, Allan Bay, Pietro Leemann, meine letzte Entdeckung durch einen Zeitungsartikel vorigen Samstag…leider lag am darauffolgenden Tag auch gleich sein Buch „Diario di un Cuoco“ (Das Tagebuch eines Kochs) in der Auslage eines Buchladens, was ich als „Zeichen“ interpretiert habe…dem ich aber erst ein paar Tage später gefolgt bin . Mir erging beim Lesen seines Kochbuches wie auf Mestolos Webseite…es liest sich alles so lecker (im Falle von Mestolo hat man auch Fotos), dass man gar nicht bemerkt bei einem Vegetarier, beinahe schon vegan, gelandet zu sein.

Für 4 Personen (1 Teller pro Person)

Zutaten:
  • 100g Kartoffel (geschält)
  • 200g Ricotta
  • 100g Fenchel
  • Saft einer ½ Zitrone
  • 200ml Joghurt (Natur)
  • 40ml Olivenöl extravergine
  • 4 TL Schnittlauch
  • Salz
Den Fenchel in feine Scheiben schneiden (Scheibenschneider) und in 500ml Wasser mit dem Zitronensaft weichkochen. Dann herausnehmen und im Kochwasser die Kartoffel kleingeschnittenen zerkochen lassen. Das Kochwasser mit der Kartoffel und der Ricotta zu einer Crème pürieren (Pürierstab), dann kommen noch der Joghurt, das Öl und etwas Salz hinzu. Abschmecken. Nochmals gut erhitzen ohne aufkochen zu lassen. Mit den Fenchelscheiben und dem Schnittlauch servieren.

06.03.2011

BORLENGHI ( Salzige Crêpes aus der Emilia-Romagna)

47. Woche Il primo

Der Superlativ : am fettesten …… aber das kann manchmal auch soooo egal sein.

Zutaten:

Für den Crêpeteig
  • 1 Prise Salz
  • 200g Mehl
  • 500ml warmes Wasser
  • Öl oder Butter zum Braten (muss nicht unbedingt Olivenöl sein, aber auch nicht schlechtes)
Für die Füllung
  • 1 EL Rosmarin
  • 40g Speck (kaum durchwachsen)
  • 1 Knoblauchzehe
  • etwas geriebenen Parmesankäse
Hier müssen Küchenmaschinen zur Hilfe gerufen werden. Mit dem Pürierstab rührt man am besten den Teig an: Mehl, Wasser und Salz einfach in einer großen Schüssel zusammenpürieren. Mit der elektrischen Kaffeemühle habe ich den kleingeschnittenen Speck, die geschälte Knoblauchzehe und den Rosmarin mit ein klein wenig Wasser zu einer Creme zusammengemixt. Dann in einer kleinen, ausgefetteten Pfanne die Crêpes so dünn wie möglich braten. Dann mit der Rosmarinspeckkreme bestreichen und etwas Parmesankäse bestreuen. Traditionellerweise werden die dann so gefaltet, dass kleine Rechtecke entstehen und man kann sie vor dem Servieren warmstellen…oder wie es zu frühen Zeiten getan wurde: die erste Flasche Lambrusco mit den Gläsern auf den Tisch stellen und eine Crêpe nach der anderen, sobald sie fertig sind an die Gäste austeilen. Sie werden gerne damit versorgt werden!

Es gibt sogar in der Ortschaft Zocca (in der Nähe von Modena) ein Museum über die Tradition dieser „Cucina povera“ – Spezialität. Das Speckpesto wird auch Cunza genannt und ich habe es ausserdem mit normaler Pasta ausprobiert. Es hat mir allerdings nicht besonders geschmeckt. Aber die Crêpes waren echt klasse. Ich habe kleine gebraten, so dünn wie möglich, doch auch wenn sie nicht so geschickt aussehen, wie es die Tradition will (es gibt u.a. dafür bestimmte Öfchen, die so ausschauen wie hier.) habe ich sie mächtig genossen und werde bestimmt mal in dem Ort halt machen um die "Originale"  auszuprobieren.

04.03.2011

BRACIOLE DI MAIALE SAPORITE (Deftige Schweinekoteletts)


47. Woche – Il Secondo

2. Steigerung derWoche  – Komparativ: fetter

Zutaten:
  • 4 Schweinekoteletts
  • 4 Knoblauchzehen (geschält)
  • 1 mittelgroße Zwiebel (geschält)
  • 3 EL Kapern (gewaschen)
  • 2 EL Sardellenpaste (oder 5 Sardellenfilets)
  • 4 EL gewaschene, kleingehackte Petersilie
  • 10 cl Weißwein
  • Olivenöl extravergine
  • Salz
  • Pfeffer
Diese Koteletts sind mal wieder eine unheimlich komplizierte Angelegenheit: Die Knoblauchzehen mit der Zwiebel, den Kapern, der Sardellenpaste, der Petersilie und 2 EL Olivenöl in einer elektrischen Kaffeemühle, oder sonst wie, zu einer Sauce mixen. Eine große Pfanne, wo die Koteletts hineinpassen, erhitzen, das Fleisch hineingeben, die Oberseite mit der der Sauce bestreichen, erst dann etwas Olivenöl zum Braten hinzugeben. Etwas salzen, pfeffern mit dem Weißwein ablöschen, dann bedecken (so steht’s im Rezept. Bei mir hat es auch ohne vorzüglich geklappt) und unter Wenden gar braten. Macht überhaupt nichts wenn die Sauce etwas anbrennt. Ich habe die Koteletts sehr unitalienischerweise mit Reis serviert.

Wieder eine Zubereitung aus dem Kochbuch vom letzten Mal. Ist mein letztes (geschenktes) Spielzeug sozusagen. Dieses Rezept stammt von dem Restaurant „Circolo Arci Salardi“ in Mantua. Leider konnte ich nichts anderes über das Restaurant finden als die Adresse.

02.03.2011

TRONCHETTO DI RICOTTA E MELE (Mürbeteigrolle mit Ricotta und Äpfeln)

47.Woche Il dolce

1. Steigerung der Woche – Grundstufe: fett

Zutaten:
  • 350g Mehl
  • 175g Zucker
  • 175g Butter
  • 4 Eigelb
  • 1 Prise Salz
  • etwas geriebene Zitronenschale
+
  • 200g Ricotta
  • 50g Butterkekse
  • 500g Äpfel
  • Puderzucker
  • Und Backpapier

Für den Mürbeteig: In einer Schüssel das Mehl mit dem Zucker vermischen, dann die geriebene Zitronenschale hinzugeben und die weiche Butter und kneten, kneten, kneten. Dann kommen die Eigelb hinzu und weiter kneten und kneten und kneten bis sich eine schöne Kugel formen lässt, und diese im Kühlschrank eine ½ Stunde ruhen lassen.

Die Rolle: Die Äpfel schälen und in feine Scheiben schneiden (was ich ohne meinen Scheibenschneider anfangen würde? Ich weiß es nicht.) Die Butterkekse fein zerkrümeln und mit der Ricotta vermischen.
Den Mürbeteig auf dem Backpapier ausrollen (und ankitten) bis ein Rechteck entsteht und er einen Durchmesser von 1,5cm und weniger hat. In der Mitte davon, mit 3 cm Abstand von den Rändern die Ricotta-Kekse-Kreme gleichmäßig verteilen und darauf die Apfelscheiben. Dann die Rolle mit Hilfe des Backpapiers einrollen (Vorsicht…Mürbeteig ist tatsächlich mürbe) und im Backpapier verpacken. Die in Packpapier eingepackte Rolle (immer vorsichtig) auf das Backblech legen und für ca. 35Minuten im auf 170° vorgeheizten Ofen backen. Vor dem Verzehr gut auskühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen.

Erinnert etwas an Strudel? Es ist wohl  eine Abwandlung der italienischen Form des Strudels, der hier traditionell nicht mit Blätterteig, sondern mit Mürbeteig gebacken wird (und auch hier unten  auf dem Stiefel recht beliebt ist). Und total überladen mit Rosinen…und Pinienkerne. Mit dem italienischen Apfelstrudel kann man mich jagen, doch diese Version hat mit sehr gefallen! Sie stammt aus dem Kochbuch „Osti custodi- Segreti e Ricette della cucina tradizionale italiana” (Das ist so ein Wortspiel: “Beschützende Wirte – Geheimnisse und Rezepte der traditionellen, italienischen Küche“) von Beppe Bigazzi und genauer aus den Rezepten, die von dem Restaurant „ La Ritonda“ in Tonarico (Trento) beigesteuert wurden.

01.03.2011

INSALATA DI BARBABIETOLE E RUCOLA (Rote Beete – Rucola - Salat)

47. Woche Il contorno
Diese Woche 47. Woche wird ein Crescendo von Kalorien werden. Angefangen wird aber recht leicht mit einem Salat als Beilage zu dem was da noch kommen mag.

Zutaten:
  • 3 gekochte Rote Beete Knollen
  • 1 kleine Zwiebel (im Idealfall rot)
  • 150g Rucola
  • 1 Biozitrone
  • 1 Handvoll schwarze Oliven
  • Olivenöl extravergine
  • Salz
Die Rote Beete, am besten mit einem Scheibenschneider in feine Scheiben schneiden, mit der geschaelten und feingeschnittenen Zwiebel vermischen und in einer aus Zitronensaft, Olivenöl, Salz und etwas feingeriebener Zitronen schale emulsionierten Sauce Zwiebel 10 Minuten ziehen lassen. Dann die Oliven (lieb ist es sie zu entkernen, wenn auch nicht nötig…) und die Rucola untermischen. Das war’s.