14.09.2012

Benvenuto Eataly

Seit dem 21. Juni ist Rom um eine Attraktion reicher, zumindest für foodies. Oscar Farinetti, der Hausherr des gigantischen Lebensmittel-Bazars, reiht Eataly, seine „Disneyworld der Schönheit Italiens“, auch gleich hinter dem Kolosseum und den Vatikan als neuen Anziehungspunkt für die italienische Hauptstadt. „Nur der Geschmack und die Schönheit Italiens werden“, so Farinetti „dieses von der Krise geschüttelte Land retten“. 

Eataly - der Lebensmittel-Bazar
 


Eataly – ein Schlaraffenland für Gourmets
Das erste Unternehmen, welches auf dem Wortspiel Eat und Italy basiert, wurde 2004 in Turin gegründet. Inspirieren liess sich der Geschäftsmann aus dem Piemont vom Bazar in Istanbul.
Ziel der Firmenphilosophie ist es, die Zahl der Personen zu steigern, die sich bewusst ernähren, Produkte erster Qualität wählen und ein besonderes Augenmerk auf deren Herkunft legen. Die Grundidee war simpel – es sollten grossflächige, gesellige Orte, in denen hochwertige italienische Lebensmittel zu kaufen und zu kosten sind, entstehen.


Eataly – sein Rezept
Eataly kauft Anteile an italienischen Firmen, welche Waren von hoher Qualität herstellen. Sie liefern ca. 25% der Produkte in die derzeit 19 Eataly-Geschäftsstellen auf der ganzen Welt. Ergänzt werden die verbleibenden 75% durch weitere 2.000 italienische Hersteller.

Eataly – in Rom 
Drei Monate nach der Eröffnung des grössten Qualitäts-Food-Megastore der Eataly-Gruppe in Rom bestätigt sich wieder einmal: Römer essen gerne, reden gerne übers Essen und Eataly ist zum beliebten „Ausflugsziel“ für die gesamte Familie geworden. Finden lässt sich für alle Geschmacksrichtungen und Geldtaschen etwas. Natürlich fehlt es nicht an kritischen Stimmen und ein Verbesserungspotential besteht in einigen Bereichen durchaus. Doch so ein Betrieb muss einmal auf die Beine gestellt werden und braucht auch seine Anlaufzeit.
Ein Drittel der Produkte, welche die Regale füllen, stammen aus der Region Lazio, der Rest zumeist aus Italien. Ein Rohmilchautomat und offener Wein zum Abzapfen sind kleine Attraktionen.
Die Tradition der römischen Küche spiegelt sich in einem Teil des Speisenangebotes. Die Zahlen sprechen für sich: 17.000 m2 Verkaufsfläche verteilt auf 4 Stockwerke, 14.000 Produkte (beneidenswerte Berliner können im KADEWE unter 34.000 Produkten wählen), 23 Verpflegungspunkte mit insgesamt 1.588 Plätzen, welche in Stosszeiten oft auf den letzten Platz belegt sind.

Einer der vielen Verpflegungspunkte

Das Angebot reicht vom exquisiten "panino" über die Frittiertheke, dem Vegi-, Käse- oder Fischcorner, der römischen Trattoria, mit einem monatlich wechselnden Koch aus einer bekannten Trattoria bis hin zum Gourmetrestaurant.

Anna Dente kocht für die RömerInnen

40 didaktische Zonen, 8 Aulen für Kurse, ein Ausstellungsgelände und ein Kongresszentrum komplimentieren Eataly Roma. Täglich wird vor den Augen der Einkaufenden in 8 Produktionsstätten unter anderem Mozzarella, eine Vielfalt an unterschiedlichen Holzofenbrotsorten (welche Mitteleuropäern im Süden oft fehlt), Bier, Pasta, Eis und ein grosses Sortiment an Patisserie erzeugt. Der Weinkeller umfasst 1.400 Weine von 400 Produzenten. Jeder Bereich ist einem der Top-Spezialisten seines Faches anvertraut. 557 Mitarbeitende sorgen für die Zufriedenheit der Kunden.
Die Zahlen imponieren – doch Eataly ist vor allem auch Qualität. In den jährlich rund 300 stattfindenden Seminaren, Verkostungen, Kursen und Lektionen soll, unter anderem in Zusammenarbeit mit Slow Food, Sensibilität zur Qualität entwickelt werden. Dabei werden Schulkinder bewusst miteinbezogen. Der über alle Erwartungen hinaus gehende Ansturm im ersten Monat bestätigt das Interesse an Eataly Roma und seinem Konzept.
Einmal mehr bewies Oscar Farinetti auch mit seiner Philosophie des Recycelns von Gebäuden den richtigen Riecher. Eataly ist im für die Fussball Weltmeisterschaft 1990 gebaute und seither leer stehende postmoderne Air Terminal Ostiense untergebracht. Ein Quartier, welches sich im Aufbruch befindet. Dabei führt kein Weg vorbei an Eataly, so scheint es – sei es mit der Bahn, der Metro und dem Bus. Für Autos stehen 800 Parkplätze bereit.
Ich kaufe gerne bei Eataly ein und es macht mir Spass Neues auszuprobieren. Doch meine Gemüse- und ObsthändlerInnen sowie meine kleinen Geschäfte im Zentrum wird es nicht verdrängen.

Eataly Roma – seine Öffnungszeiten
Geöffnet ist der Gourmetbazar täglich von 10:00 bis 23:30.


Ursula Prügger
bewusst geniessen und geschmackvoll reisen

Kommentare:

  1. Auch ich begrüße die Eröffnung eines "Eataly" in Rom - endlich! Vorher kannte ich nur das in Turin. Ich war nun auch schon mehrmals dort, obwohl es für mich etwas umständlich ist, dort hinzugelangen. Meine täglichen Einkäufe muß ich weiterhin im Zentrum tätigen, aber wenn ich Gäste habe und ihnen etwas Besonderes bieten will, dann führt mich mein Weg ganz sicher wieder zu Eataly. Und ab und an gönnen auch wir uns ein paar Spezialitäten (sehr gutes Fleisch!) Dort einzukaufen und eine Kleinigkeit zu essen macht einfach Spaß!
    Liebe Grüße
    Ariane

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    1. Ciao Ariane
      Du hast absulut recht, das Fleisch bei Eataly ist sehr gut und es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Vielleicht kreuzen sich ja bald einmal unsere Wege dort. Cari saluti Ursula

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    2. Hallo Ursula,
      das würde mich sehr freuen!
      Saluti
      Ariane

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    3. Dann bis bald Ariana ;-) saluti Ursula

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  2. Dieser Artikel macht nicht nur Lust auf Genuss sondern auch auf Roma. Wenn ich könnte wie ich wollte... am liebsten sofort!
    Ist dieser Goumet Tempel auch von der Via Aurelia gut erreichbar?
    Tanti cari saluti
    Helika

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    1. Ciao Helika,
      Roma ist auf alle Fälle (mehr als) eine Reise wert.
      Zu deiner Frage bezüglich Erreichbarkeit: von der Aurelia sind es ca.
      10 km. Auf dem folgenden link kannst du dich orientieren: http://maps.google.ch/maps?hl=it&tab=wl Da hoffe ich, du komst bald nach Rom.
      Cari saluti
      Ursula

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