01.11.2012

Pomodorini del Piennolo del Vesuvio DOP – Goldäpfel vom Vesuv

Jahrein, jahraus Tomaten? Heute werden wir in unseren Supermärkten tagtäglich, saisonunabhängig, mit Tomaten versorgt und nicht immer fragen wir uns woher sie kommen und wie sie angebaut werden. Es zählt zu einer Selbstverständlichkeit sie im Sortiment zu finden.
Wer sich mit Saison-Produkten ernährt wird allerdings in den nächsten Monaten auf frische Tomaten wieder verzichten müssen, ausser er kann auf die Pomodorini del Piennolo del Vesuvio DOP zurückgreifen.


Was sind Piennolo-Tomaten und wo wachsen sie
Diese besonderen Tomaten wachsen nur in etwa 18 Dörfern auf kleinen Terrassen in einer Höhe von 150 m bis 450 m rund um den Vesuv. Mit Leidenschaft haben die Bauern eine alte Tradition und diese selten gewordene bis zu 80 cm hoch wachsende Sorte vom Aussterben bewahrt. Die Piennolo-Tomate wird in den meisten Fällen nur für den Eigenbedarf angebaut. Ab Ende Juli ernten die Bauern vor deren vollständigen Reife von Hand die kleinen spitzen, feuerroten Tomaten in Trauben. Dann flechten sie die „pomodorini“ um einen zu einem Kreis gebundenen Spagat bis sich ein „piennolo“, eine mehrere Kilogramm wiegende Tomatendolde formt. Das Wort „piennolo“ leitet sich von „pendolo“ (Pendel) ab. Sie werden in einem trockenen, ventilierten Ambiente, häufig auf Dachböden, gelagert.

An den Hängen des Vesuvs


Der Unterschied zu anderen Tomaten
Bei guter Lagerung sind Tomaten in der Regel bis zu 14 Tage haltbar. Danach wird die Haut der Tomate dünner und schrumpelig – das Fruchtfleisch fällt zusammen. Nicht so bei der Piennolo-Tomate.
Der fruchtbare Vulkanboden, der künstlich nicht bewässert werden darf und markante Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht verursacht sowie die grosszügige Sonneneinstrahlung schenken den Piennolo-Tomaten den aromatisch süssen Geschmack. Dieser wird im Laufe der Zeit immer intensiver. Dank ihrer dicken, knackigen Schalen und des geringen Wasseranteils des festen Fleisches bleiben sie auch nach Monaten frisch und schrumpeln nur gering. Dadurch können die Piennolo-Tomaten bis April – oder solange Vorrat – frisch verzehrt werden.

Ein Produkt aus geschützter Herkunft (DOP-Denominazione di Origine Prodetta)
Die Pomodorini del Piennolo del Vesuvio DOP sind lokale Ökotypen der Lycopersicon esculentum Mill. Die DOP Produktion umfasst alle Gemeinden des Vesuvs inklusive des Gebietes des Vulkan-Komplexes Somma-Vesuvio. Die Piennolo-Tomate ist im nationalen Register der DOP Produkte seit dem 18.12.09. eingetragen.

Traditionelles Flechten der "piennolo"


Wo sind die Piennolo-Tomaten zu finden?
Ein Produzent hat sich besonders um seine „pomodorini del piennolo“ verdient gemacht. Casa Barone von Giovanni Marino ist der grösste biologisch arbeitende Betrieb im „Parco Nazionale del Vesuvio“ (Nationalpark des Vesuvs). Dort werden neben alten Rebsorten und seltenen Obstarten, diese besonderen Vesuv-Tomaten auf traditionelle Art geflochten und als kleiner „piennolo“ von circa 1,5 kg oder 3 kg ab dem Monat Oktober verkauft.

Verwendung der Piennolo-Tomaten
Die lange natürliche Konservierungsmöglichkeit beschert „frische“ Tomaten, auf die über Monate zurückgegriffen werden kann.
Zwei weitere Arten der Konservierung im Glas erhalten den unverkennbaren Geschmack der Tomaten. Einerseits werden die in zwei Hälften der Länge nach geschnittenen reifsten “pomodorini” von Hand in ein Glas abgefüllt und pasteurisiert. Bei der zweiten Variante gelangen die ganzen Tomaten ins Glas, wobei eine dickflüssige Tomatensauce „passata al pomodoro“ hinzugefügt wird.
Piennolo-Tomaten sind vielfach einsetzbar und verleihen den Gerichten das „gewisse Etwas“, das nach Sonne und Süditalien schmeckt. Nicht nur in der neapolitanischen Küche, wo die Piennolo-Tomaten unverzichtbare Zutaten sind, findet dieses „rote Gold“ eine vorzügliche Verwendung. Sie gewinnt zunehmend Bekanntheit in ganz Italien.

Für Geniesser...


Bewusst geniessen und geschmackvoll reisen



Kommentare:

  1. Werden die Tomaten so getrocknet, ganz natürlich?

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    1. Ciao cara
      Die dicke Schale und der niedrige Wassergehalt der Tomaten, beides bedingt durch den besonderen vulkanischen Boden und das Klima an den hängen des Vesuvs, verhindern ein Austrocknen der Tomaten. Sie schrumpeln nur ein wenig und trocknen nicht. Der Geschmack intensiviert sich im Laufe der Monate immer mehr. Voraussetzung: in einem Raum kühl und hängend lagern.
      cari saluti
      Ursula

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