27.07.2012

Lust auf Sizilien: GRANITA AL CAFFE’ CON PANNA & BISCOTTI ALLE MANDORLE (Kaffeegefrorenes mit Sahne & Mandelplätzchen)


Der heutige Post ist für jemand ganz bestimmten (Hallo Janet!!!). Sie hat gewiß nichts dagegen, wenn ich ihr kürzlich geschossenes Urlaubsfoto (Agrigent: Das Tal der Tempel), um das ich sie recht beneide, klaue.
Auch Lust auf heißen, sizilianischen Sommer? Aber hat vielleicht doch nicht gerade die Möglichkeit dahin zu fliegen? Dann kann man ja versuchen  auf Balkonien es sich an einem warmen Tag im Schatten  mit einer  „Granita“, den Mandelplätzchen und einer Montalbano-Folge oder noch besser mit einem Montalbano Buch vorerst gemütlich zu machen.
Die Granita habe ich von der Webseite „Giallozafferano“, dem Standardklassiker unter den italienischen Blogseiten und das Rezept für die Mandelplätzchen von Misya, das mir besonders gefallen hat weil sie auch gleich alles angegeben hat was schieflaufen kann, denn es war ihr 2 Anlauf. Ich habe also ihre Ratschläge brav befolgt und mich äußerst gefreut als mein Kollege, der mit einer Sizilianerin verheiratet ist,  im Büro die Plätzchen auf meinem Schreibtisch sah und fragte wer denn in Sizilien gewesen sei! Diese Plätzchen haben nichts mit Mandelmakronen zu tun, eher mit Marzipan. Dass Mandelpaste ein wichtiger Bestandteil und Tradition der sizilianischen Küche ist kann man auch auf diesem Post von ULIMENGO nachlesen.
Und wer in Rom ist und Lust auf eine tolle Kaffee-Granita hat kriegt sie gleich in der Nähe des Pantheon im Kaffeeladen „La tazza d’oro“. Janet weiß das schon.

„Granita al caffe‘ con panna“  
  • 250 ml Espressokaffee
  • 250ml Wasser
  • 1 Vanilleschote
  • 80g Zucker
  • Süße, steifgeschlagene Schlagsahne
Das Wasser mit dem Zucker und dem Vanillemark 1 Minute aufkochen lassen, mit dem Espresso  vermischen und alles auskühlen lassen. Dann in eine größere Gefrierdose geben und ins Tiefkühlfach stellen. 6-8 Stunden gefrieren lassen und ca. jede Stunde alles mit einer Gabel zerkleinern  damit lauter Wassereisflocken entstehen. Danach mit der Sahne unten im Glas und darüber servieren. Meine Mutter meinte die Granita hätte besser am Tag danach geschmeckt. In dem Fall muss sie 15-20Minuten vor dem Servieren aufgetaut werden.
Auf GialloZafferano wird auch erklärt, dass an sich die Granita  ursprünglich nichts anderes als Schnee vom Ätna war, der in natürlichen Höhlen aufbewahrt wurde und dann mit Zitronensaft und Zucker zur Erfrischung vermischt wurde. Im Laufe der Zeit haben sich auch andere Geschmackssorten entwickelt. Die Granita al Caffe‘ ist eine Spezialität aus Messina.

Biscottini siciliani alle mandorle – die Zutaten reichen für ca. 40 Plätzchen
  • 400g geschälte Mandeln
  • 400g Zucker
  • 100g Eiweiss
  • 1 Vanilleschote
  • Kandierte Kirschen oder Orangenschale zum verzieren                                     Außerdem braucht man: idealerweise eine Küchenmaschine, wenn nicht auf jeden Fall eine Kaffemühle, eine Creme-Spritze
Die Mandeln, den Zucker, das Mark der Vanilleschote und das Eiweiß in der Küchenmaschine zu einer festen Paste zusammenmixen (Schritt für Schritt ist auf den Fotos hier auf Misya.info zu sehen) und mit der Creme-Spritze kleine Häufchen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech spritzen. Mit dem kandierten Obst verzieren und dann mit Aluminiumpapier bedecken und 10-12 Stunden ruhen lassen. Erst dann 9 Minuten im auf 180° Grad vorgeheizten Ofen backen. Vor dem Verzehr unbedingt auskühlen lassen. Die Plätzchen haben es in sich und sind wunderbar saftig.
Falls man keine Küchenmaschine hat erstmal die Mandeln in der Kaffeemühle fein mahlen und anschließend mit den restlichen Zutaten vermischen. Mysia hat empfohlen auf keinen Fall Mandelmehl zu verwenden und auf die Qualität der Mandeln zu achten. Es ist auch wichtig die Ruhezeit zu beachten, da ansonsten die Plätzchen nicht die Form halten sollen und beim Backen in sich zusammenfallen.


21.07.2012

CUCINA POVERA I: SPAGHETTINI CON CIPOLLE E PECORINO & FRIGGITELLI AL FORNO (Arme-Leute-Küche 1.Teil: Spaghettini mit Zwiebeln und Schafkäse & Überbackene kleine Peperoni )



Im Augenblick bin ich immer noch auf meinem Duotrip und diesmal wurden ein 1.Gang und ein 2.Gang ganz gut  so zusammengelegt, dass sie innerhalb einer Stunde fertig waren und alle, die am Tisch saßen zufrieden…jetzt kann ich nur noch hoffen, dass mein Kleiner die Bombenverdauung seiner Mutter geerbt hat, denn die abendliche Muttermilch muss es ganz schön in sich gehabt haben. Was nun folgt ist also nix für zartbesaitete Genießer, obwohl die Pasta eleganter und delikater schmeckt als sich der Titel anhören mag. 


Die Pasta stammt aus dem neuen Büchlein, das mit der Kochzeitschrift „Sale e Pepe“ in der Augustausgabe erschienen ist,  mit dem attraktiven Titel „Spaghettate estive“ („Sommerliche Spagettigerichte“ … wobei der Ausdruck ‚Spaghettata‘ meistens lange Pasta und ein abendliches Beisammensein von mindestens 2  Personen bedeutet, wo auch zusammengekocht wird … oder einer kocht und der andere spielt Gitarre wie bei mir.) Die Peperoni dagegen habe ich wieder von einer Freundin,  die es von unserer gemeinsamen Gemüseverkäuferin auf „Campo de‘ Fiori „ hat. Diese Art von kleinen grünen Peperoni heißen „Friggitelli“ , „friggere“ bedeutet frittieren und meistens werden sie eben in einer Pfanne einfach in Olivenöl mit etwas Salz gebraten. Im Vergleich zu den großen roten Schoten sind sie weniger fleischig und weniger süß und – erfreulicherweise – immer noch Saisongemüse.

SPAGHETTINI CON CIPOLLE E PECORINO
(Zutaten für 3 Personen)
FRIGGITELLI AL FORNO ALLA SANDRA
(Zutaten für 3 Personen)
400g Pasta (Spaghetti oder Spaghettini)
2 große, rote Zwiebeln
3 EL gehäuft geriebenen, römischen Pecorinokäse
Olivenöl extravergine
Salz, Pfeffer
1 Handvoll Basilikumblätter
1 große, rote Paprikaschote (süß)-Peperone
8 kleine Friggitelli
3 Salsicce-Wurst (Bratwurst müsste auch gehen)
Olivenöl extravergine
Petersilie (1 Handvoll)
4 EL Brotbrösel
1 Knoblauchzehe
Salz

Den Ofen auf 190° vorheizen. In einer Wok-Pfanne etwas Olivenöl erhitzen. Die Zwiebeln schälen und in feine Scheiben schneiden, ich benutze dazu meine heißgeliebten Scheibenschneider und reibe die Scheiben in ein Sieb unter laufendem Wasser um nicht zu heulen. Die Scheiben in Wokpfanne geben, salzen und leicht pfeffern, ein halbes Glas Wasser (ca. 50ml) Wasser hinzugeben,  Deckel drüber. Das ganze hat 10 Minuten auf sanfter Flamme zu köcheln. In der Zwischenzeit die Peperoni waschen, längs halbieren, das Gehäuse und die weißen Fäden entfernen (gilt auch für die Friggitelli) und mit dem Inneren nach oben in eine Auflaufform geben, salzen und etwas Olivenöl darüber träufeln. Den Deckel von den Zwiebeln nehmen und diese weitere 5 Minuten allerdings diesmal auf hoher Flamme braten lassen (dürfen aber nicht anbraten). Die Knoblauchzehe schälen und kleinhacken, die Petersilie waschen und auch kleinhacken und alles mit den Brotbröseln in einer Schüssel gut vermischen. Die Zwiebeln vom Feuer nehmen und den Kochtopf mit dem leicht gesalzenen Kochwasser für die Nudeln aufsetzen. Die Salsicce enthäuten und das Fleisch zerbröselt über den Peperoni/friggitelli verteilen, dann die Petersilie-Knoblauch-Brotbröselmischung darüber  streuen und in den vorgeizten Ofen schieben. Das ganze muss 30-40Minuten darin braten. In der Zwischenzeit die Nudeln  ¾ der Zeit, die auf der Packung angegeben ist, weichkochen und gute 2 Tassen vom Kochwasser abschöpfen. Dann die Pasta absieben und in die Wockpfanne geben, gut mit den Zwiebeln vermischen und auf die heiße Flamme geben, wo vorher der Nudelkochtopf stand. Immer etwas von dem zur Seite gestellten Kochwasser hinzugeben bis die Pasta weich genug ist (muss man halt selber mit Hilfe einer Gabel feststellen) und man eine nicht zu flüssige Sauce hat. Vom Feuer nehmen, den Käse untermischen und die gewaschenen und zerrupften Basilikumblätter. Und servieren.Nun müssten auch die überbackenen Peperoni fertig sein.

Sicherlich…wenn die Zwiebeln die roten von Tropea sind, das Basilikum aus Ligurien stammt, die Salsicce in Umbrien produziert wurden und man tatsächlich nur friggitelli verwendet ….dann macht man wohl gerade Urlaub in Italien!!! Aber rote Kochzwiebeln, Basilikum vom Balkon,  gute Bratwurst und auf dem Markt einfach zu findende Peperoni machen’s auch. Aber der Pecorino romano, der muss sein…

09.07.2012

Ofenauberginen & Nektarinen-Tarte mit Mandelcreme



Endlich eine kleine Verschnaufpause um diese 2  sommerlichen Rezepte  loszuwerden.  Die „Melanzane“ auf italienisch aka Auberginen, bzw. Eierfrüchte oder Melanzani, sind von einer Freundin, die die Zubereitung  von unserer gemeinsamen Gemüsehändlerin hat, der Signora Sara und für mich eigentlich auch die beste auf ganz Campo de‘ Fiori. Ich freue mich sehr über diese Version, denn da es die bekannten „Melanzane alla parmigiana“ nie auf diese Blogseiten schaffen werden- obwohl ich sie sehr gerne esse, doch das Frittieren liegt mir nicht –können sie von dieser  Zubereitung, die sich an sie anlehnt , jedoch gut ersetzt werden, denn das Rezept ist… wie soll ich’s nennen … äußerst  „voll-berufstätige-Mutter-ohne-Haushilfe- freundlich“.  
Und diese Tarte stammt – endlich, endlich nach 2 Jahren nachgebacken!!!! – von Chili und Ciabatta und ist  P H A N T A S T I S C H. Auf der Welle der totalen Vergötterung und Nachfrage wurde sie innerhalb 2 Wochen viermal gebacken. 3 Mal mit Aprikose und 1 Mal mit Nektarinen. Immer geschmeckt. Sehr.
Das Schöne an den beiden Rezepten ist, dass sie sich gleichzeitig in den Ofen schieben lassen und auch lauwarm schmecken.

Ofenauberginen

  • 3 mittelgroße Melanzani genannt „die Runden aus Florenz“ auf Italienisch, deutsch weiß ich nicht, sehen aber sooo aus.
  • 500ml Tomatenpüree
  • 1 gute Handvoll kleingehackte frische  Petersilie und Basilikum
  • 8 EL geriebenen  Parmesankäse
  • Olivenöl extravergine
  • 6 EL Brotbrösel
  • Etwas Salz
Den Ofen auf 180° Grad vorwärmen.  Das Backblech mit Backpapier (ohne das klappt es nicht)bedecken. Die Melanzani waschen, säubern und in 1,5cm breite Scheiben schneiden und aufs Backblech geben. Leicht mit Olivenöl beträufeln. Das Tomatenpüree leicht salzen und mit den Kräutern vermischen und die Melanzani damit bedecken. Dann den Käse darüber streuen und anschließend die Brösel.  Noch mal etwas Olivenöl darüber träufeln. Dann in den Ofen schieben und ungefähr 30 Minuten drin lassen.

Nektarinen-Tarte mit Mandelcreme (das ist die auf dem Foto)

Ich habe genau das getan, was Petra HIER beschrieben hat.