13.03.2013

Radicchio-Gorgonzola-Tarte & Carciofi alla romana...&...selbstgekochtes Spülmittel



Irgendwann musste er wieder kommen, der neue Post: 2 kleine aber leckere Rezepte und obendrauf, das was ich in den letzten Monaten mit viel Hingebung jede Woche zubereitet habe: eigenes Spülmittel. Das passt doch auch zu einem Kochblog, denn irgendwann bleibt schließlich nur schmutziges Geschirr übrig. Das  Spülmittelrezept stammt von einer recht bekannten „low-cost“  und naturbewussten Bloggerin, die Stefania Rossini heißt. Ihr Blog: natural-mente-stefy. Als ich durch die Bücherregal von Eataly gestreift bin ist mir ihr kleines Büchlein mit dem unwiderstehlichen Titel „Vivere in cinque con cinque euro al giorno“ (Zu fünft mit fünf Euro am Tag leben) in die Hände gefallen.
Die Tarte hat mir die Mama von einem Freund aus Treviso erzählt („Eine Kindheit  mit sehr, sehr viel Radicchio.“) Und die Artischocken sind ein römischer Klassiker um nach vielen Monaten des schweigenden Schuftens mein Comeback auf diese Seiten zu feiern - alleine, denn der richtige Römer, der mit mir wohnt, ist wohl der einzige in dieser Stadt dem Artischocken ein absoluter Gräuel sind. Der Arme!

             Torta rustica al radicchio e gorgonzola – Radicchio und Gorgonzola Tarte

  • 500g Radicchio
  • 75g Gorgonzola
  • 1 Pckg Blätterteig, rund ausgerollt
  • 1 große Zwiebel
  • Salz
  • Olivenöl

Den Teig in einer runden Backform im auf 180° vorgeheizten Ofen ca.20 Minuten blind backen (Was bedeutet auf diesem Backpapier auszulegen und darauf trockene Bohnen oder Reis zu streuen, damit der Boden nicht aufgeht.) In der Zwischenzeit die Zwiebeln schalen, in dünne Scheiben schneiden und in einer großen Pfanne – am besten Wok – auf sanfter Flamme weich braten. Den Radicchio waschen und auch in feine Streifen schneiden und in die Pfanne mit der Zwiebel geben. Salzen und die Flamme erhöhen, damit das Wasser, das der Radicchio verliert, verdunstet. Wenn der Radicchio und die Zwiebel weich sind und das Wasser verdünstet ist, das Gemisch auf den Blätterteig geben und nochmal 7 Minuten in den Ofen schieben, wieder rausnehmen, den Gorgonzola in kleinen Stückchen darauf verteilen und noch mal 5 Minuten in den Ofen schieben.  Das war’s und man hat eine Supervorspeise!
 


      Carciofi alla romana – Artischocken auf römische Art
Ein Grund, warum ich diesem Rezept immer etwas auf diesem Blog aus dem Weg gegangen bin war die Frage…und wie erkläre ich jetzt was „Mentuccia“ ist? Mentuccia ist eine Gewürzpflanze, die absolut charakteristisch für diese Artischockenzubereitung ist, „Menta“ bedeutet Minze, „Mentuccia“ heisst soviel wie kleine Minze und tatsaechlich ist der Geschmack wesentlich zurückhaltender als der der Minze, die man in den Mojito steckt. Die Blätter sind klein, rundlich und mit einem leichten Flaum bedeckt, auf deutsch : Polei-Minze! (Habe ich mit viel Genugtuung eben auf Wikipedia gefunden). Ein anderes Problem bei den Artischocken ist auch das Putzen. Heute habe ich mich deswegen endich bei meiner Gemuesefrau erkundigt. Sie hat mir erklärt, dass das Geheimnis  - wie so oft – in der Beschaffenheit des Messers liegt.  Das ich mir gleich angeschafft habe. Hat man nun also das richtige Messer und die Mentuccia geht alles ganz schnell.

Für 4 Artischocken auf römische Art

  • 4 römische Artischocken (Carciofi romaneschi,  wenn nicht vorhanden..andere :-))
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 Handvoll Blattpetersilie
  • Salz
  • Olivenöl
  • 1 kleine Handvoll Mentuccia (diese römische Minze – ansonsten 4 normale Minzblätter)
  • Pfeffer (optional)
  • 1 Schüssel mit Wasser und dem Saft einer ausgepressten Zitrone, um die Artischocken hineinzugeben damit sie nicht anlaufen. Man kann sich auch gleich die Hände mit Zitrone einschmieren, damit sie sich nicht schwarz verfärben. 


Mit einem kurzen, scharfen Messer die Artischocken putzen: d.h. erstmal die harten Außenblätter abreißen, dann mit dem Messer querlaengs die Spitzen abschneiden und dann noch mal die Außenblätter stutzen, so dass eine Art Halbkugel mit Stängel entsteht. Diesen schälen und dann nur 4cm lang an der Blüte lassen, den Reststiel auch im Zitronenwasser aufbewahren.
Die Knoblauchzehe schälen und sehr fein hacken, die Petersilie waschen und ebenfalls sehr feinhacken, das gleiche gilt für die Minze und 4 Prisen Salz. Alles zusammenmischen. Dann mit der Messerspitze oder einem Löffelchen die Mitte der Artischocke säubern in dem man den Bart abschabt und die besonders rosigen und leicht stacheligen Blätter entfernt. Immer noch mit dem Löffel die Blätter hier und da leicht auseinanderziehen und dann das dem Petersilie-Knoblauch-Minzegemisch  gleichmäßig verteilt in die Mitte und zwischen die Blätter hineindrücken. In einem Topf mit hohen Wänden,  in welchen auch alle Artischocken mit dem Stiel nach oben passen müssen,  etwas Öl erhitzen und sobald es heiß ist die Artischocken hineingeben und 2 Minuten auf hoher Flamme braten lassen, dann mit Wasser und mehr Olivenöl und Wasser (Verhältnis 2/3 Öl, 1/3 Wasser)  auffüllen bis die Artischocken bis zur Hälfte bedeckt sind. Auch die abgeschnittenen Stielteile hineingeben. Bedeckt ca. 40Minuten schmoren lassen bis die Artischocke weich ist. Lauwarm oder kalt servieren. Hier ist es meistens eine Vorspeise.

Selbstgemachtes Spülmittel

  • 200g Kochsalz
  • 3 Zitronen
  • 100ml Weissweinessig
  • 400ml Wasser

Die Zitronen halbieren, auspressen um die Kerne zu entfernen. Saft zur Seite stellen und die Schalen in kleine Stücke schneiden.  Zitronensaft und Stückchen und alle anderen oben angegebenen Zutaten in einen Topf geben und 10 Minuten köcheln.  Dann mit dem Pürierstab  fein pürieren und durch ein mittleres Sieb streichen. 
Fertig!!! Funktioniert auch ganz gut in der Spülmaschine mit einem TL Natron.

Kommentare:

  1. Ich freu mich schon auf unseren Romurlaub im Mai. Spülen müssen wir da allerdings nicht. ;-)

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  2. Na endlich ist die Römerin wieder unterwegs! Das Spülmittel werde ich gerne ausprobieren, aber die carciofi wären mir lieber!

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  3. Schön, wieder von Dir zu lesen.
    Hier gibt's grad sehr schöne Artischocken, leider sind meine Töpfe vermutlich zu klein. Reicht Ihr eine Soße zu den Artischocken?

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  4. Hallo Hesting! Nein, die Artischocken machen auf diese art ein Sosse, dass man sie mit Wonne aus dem Teller mit Brot austunkt.

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  5. Willkommen zurück, und das mit Spühlmittel ;-) die Idee ist toll und ein Projekt für mit den Widmattkinder.
    Liebs grüessli
    Irene

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