17.09.2013

RECYCLED: Altes Brot & Alte Kekse – RIBOLLITA TOSCANA (Toskanische Brotsuppe vom Tag danach) und Joghurt-Sahne Torte



R E C Y C L E D
Manchmal gibt es so Tage, da schaue ich in meine große Allerleischüssel, wo sich Kekse, Brot, Nussmischungen, Chipse, Zwieback und was weiß ich noch für ein Knabberzeug ansammelt,  veraltet und frage mich: Und was nun? – Ich entsorge nur ungern Lebensmittel, vor allem Brot. Mein Idealzustand wäre tatsächlich alles, was ich im Hause habe auch rechtzeitig zu konsumieren, vom Gemüse und Obst so wenig wie möglich zu entsorgen. Auch Verpackungsmaterial soll es so wenig wie möglich geben, was dazu führt, dass ich nun versuche weniger auf einmal einzukaufen, meistens den Zettel dabei habe und mich bemühe mich nicht durch Sonderangebote auf Abwege bringen zu lassen. Und trotzdem…die Schüssel macht oft nicht mit bei dem Versuch bewusster zu konsumieren und füllt sich mit Brotresten, Keckspackungen versch. Sorten („Ahhh, hier im Auchan haben sie Gallettes! Nee, dass erinnert mich an meine Zeit in Frankreich!“) und anderem Zeug.


RIBOLLITA TOSCANA (Toskanische Brotsuppe vom Tag danach)
Die toskanische Ribollita  schwebte mir schon seit einer ganzen Weile im Sinn, vor allem weil es ein Gericht ist von dem ich mehr habe reden hören als jemals gesehen, geschweige denn gegessen. Es ist eine sehr einfache Suppe und die Zubereitung ist gewiss nicht kompliziert aber es braucht seine Zeit. Nach dem Ergebnis muss ich sagen, ist es aber unbedingt einen Versuch wert. In meinem schönen Kochbuch „La cucina toscana“, das eben auch ein schönes Bilder- und Geschichtenbuch ist,  wird erklärt, dass das Gericht eine „Zuppa di pane“  (Brotsuppe) ist, die einen Tag später aufgekocht wird und deswegen „Ribollita“ heisst…die Aufgekochte… und klar..eines von diesen Rezepten, dass von Familie zu Familie und von Generation zu Generation sich unterscheidet…von Dorf zu Dorf ganz zu schweigen. Eigentlich braucht man dazu das toskanische Brot ohne Salz aber es geht auch mit anderem Weissbrot. In der Version der „Zuppa di pane“, wird die Suppe gekocht und so geschichtet: eine Schicht Brotscheiben (dünn), dann Suppe, eine Schicht Brot und dann Suppe. Bei mir war das Brot allerdings so hart und am Stück, dass ich es erstmal in heißem Wasser aufgeweicht, ausgewrungen und dann in die kochende Suppe eingerührt habe, von daher ist es eben gleich eine Ribollita geworden.


Für 5-6 Personen
Man braucht :
500 getrocknete weiße Bohnen (oder auch Borlottibohnen)
1 Zwiebel
2 Mohrrüben
2 Selleriestangen
2 mittelgroße Kartoffel
½  von einem kleinen Kohl (eigentlich müsste auch etwas Grünkohl rein!)
250g geschälte Tomaten
Olivenöl extravergine
Salz/Pfeffer
150g trockenes Brot


Unter Woche, wenn man berufstätig ist, wäre es besser die Bohnen eher früh am morgen zum einweichen in eine Schüssel  Wasser zu geben (die Suppe ist dann für den nächsten Tag, bzw. gegen 23Uhr desselben fertig). Ich tue auch immer einen Schuss Natron hinzu.
Dann nach einer Nacht bzw. 8 Stunden, die aufgeweichten Bohnen abgießen und in einem Kochtopf mit ca. 3l Wasser 30Minuten weichkochen. In der Zwischenzeit Möhren, Sellerie, Kartoffeln, Kohl entsprechend waschen und säubern/putzen und in kleine Stücke schneiden.  Dann die Bohnen abgießen aber das KOCHWASSER BEISEITE BEHALTEN! Und in einem Kochtopf  die geschälte und kleingehackte Zwiebel weichbraten, dann kommt das andere Gemüse hinzu, alles noch etwas zusammen schmoren lassen, dann dass zur Seite gestellte Kochwasser der Bohnen hinzugeben. Dann die Hälfte de Bohnen passieren und die zusammen mir den ganzen Bohnen in die Suppe geben, hinzu kommen nun auch die kleingehackten, geschälten Tomaten. Etwas Salzen. Das ganze muss nun 2-3 Stunden köcheln. Und da gibt es keine Abkürzungen…wenn man eine leckere und gute Suppe möchte braucht es halt seine Zeit! Man muss auch hin – und wieder rühren, damit sie nicht ansetzt. Zum Schluss das Brot in heißem Wasser aufweichen, gut verrühren und noch so lange unter Verrühren kochen lassen, bis das Brot sich gut mit der Suppe vermischt hat und mit Salz abschmecken. Mit Öl und Pfeffer servieren, wer will kann auch Parmesankäse drauf streuen, aber es ist meines Erachtens ausnahmsweise nicht nötig.

Joghurt-Sahne Torte
 Die Torte ist wohl allgemein bekannt aber trotzdem, hmmmmm. Für eine Kuchenform von 24-26cm Durchmesser mit Plastikfolie ausgelegt:
braucht man für den Boden:
300g Kekse (ich habe meine alten alle aufgebraucht!)
170g Butter
Die Joghurt-Sahneschicht
500g Vollmichjoghurt (Frucht, gezuckert, egal – wenn nicht gezuckert braucht man ca 4 EL)
200ml flüssige Schlagsahne (hinzu 2EL Zucker)
12g Gelatineblätter
Als Belag:
200g Marmelade (sollte ohne Stückchen sein, ansonsten kann man sie ja immer pürieren)
3g Gelatineblätter
Aber hier ist der Fantasie wirklich keine Grenzen gesetzt!

Die Butter in einer Pfanne aufschmelzen lassen, bis sie flüssig wird. Die Kekse zu Pulver reiben (geht wunderbar in der Kaffeemühle). Dann die beiden Zutaten miteinander in einer Schüssel vermischen und das Gemisch auf den Boden der Kuchenform gut andrücken und eine halbe Stunde im Kühlschrank erkalten lassen. Die Gelatine in kaltem Wasser aufweichen. Den Joghurt mit dem Zucker mit Hilfe eines elektrischem Schneebesens vermischen. In einem Topf 4 EL Joghurt erwärmen und die ausgewrungenen Gelatineblätter hinzugeben und gut unter ständigem Rühren auflösen lassen, dann vom Feuer nehmen,  noch etwas mehr Joghurt hinzugeben und weiterhin gut verrühren und dann alles gut mit dem  Rest Joghurt vermischen. Die Sahne dann soweit steif schlagen, dass sie die gleiche Konsistenz des Joghurt hat, etwas zuckern und dann immer mit Hilfe des elektrischen Schneebesens unter den Joghurt mischen. Das Gemisch abschmecken, dann auf dem Keksboden verteilen und ca. 2-3 Stunden kaltstellen. Am besten über Nacht. Danach gibt es mit der Marmelade und der Gelatine erstmal  die gleiche Prozedur: Ein paar Löffel Marmelade in einem Topf aufwärmen, die aufgeweichte Gelatine hinzugeben, gut verrühren, dannvom Feuer nehmen und die restliche Marmelade hinzugeben und nochmal gut miteinander verrühren.  Dann die Marmelade gleichmäßig  auf der Joghurt-Sahne-Schicht verteilen. Noch eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Fertig.

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