25.09.2014

Exotisch? Gado Gado in Barcellona und bulgarisches Chiadessert


Immer noch vegan. Es hat seine Gründe, u.a. dass ich mich viel besser fühle und mit mehr Energie als zuvor. Heisst, dass ich weniger Kalorien zu mir nehme oder dieses leichte Diätshungergefühl mit mir durch den Tag schleppe? Nein, ich fresse Chips, trinke Bier und naschen kann man auch. Halt nur anders. Und vor allem habe ich jetzt öfter spontan Lust auf frische Obst und Gemüse als vorher, wo ich es mir eher aufzwang. Diese vegane Variation von einem indonesischen Salat mit Erdnussbutterdressing habe ich nun schon einige Male nach unserer Heimkehr aus den Ferienwochen in Barcellona ausprobiert, wo meine Mutter in einem kleinen, feinen Asienrestaurant - thailändische und indonesische Spezialitäten - eben einen Gado Gado Salat bestellte. Der Name war mir nicht unbekannt, aber bislang hat es mich noch nicht nach Indonesien verschlagen um das Urding zu probieren und in Rom gibt es kaum gute asiatische Küche ausser ein paar Japanern...warum auch?! Aber das ist ein anderes Thema und ich will wieder auf Gado Gado und Barcellona zurück (übrigens hiess auch der das kleine, nette Restaurant im lebhaften Viertel Gracia genauso wie der Salat; hier der link), von daher war ich sehr zufrieden, dass meine Mutter bereit war sich  Neuigkeiten hinzugeben während ich mich auf einen altbekannten Klassiker wie PadThai versteifte, den ich seit Jahrzehnten nicht gegessen hatte. PadThai war gut, aber der asiatische Kohlsalat war himmlisch! Im Netz findet man viele Variationen aber da meine Vorgehenesweise zuhause wirklich weit entfernt von dem Rezept ist, das ich in meinem veganen Kochbuch von Deborah Gray gefunden habe, gebe ich beide Versionen an.

Gado Gado - Orginal vegan (aus «500 ricette vegane»  von Deborah Gray)

Gemüse

2 mittelgrosse Tomaten
2 karotten geputyt und geschnitten a la julienne
200g gruene Bohnen, geputzt und kleingeschnitten
200g Chinakohl grob kleingehackt
150g sojasprossen
2 gekochte mittelgrosse Kartoffeln
5 Blätter grünen Salat
100 g Gurken, geschält und in Stäbchen geschnitten
220g harten Tofu

Für die Sauce
5EL Erdnussbutter
4 EL Wasser
1/4 Zwiebel kleingekackt
1/2 Koblauchzehe, gepresst
1 EL Rohrzucker
5 EL Sojasauce
3 EL Reisessig
1 EL gestrichen süsse Paprika

Die Karotten und Bohnen  abbrühen,  sie sollen noch kanckig bleiben, 10 Sekunden auch den Kohl und die Sprossen abbrühen; die Tomaten in Scheiben schneiden; auch die Kartoffeln. die Salatblätter längs aufschneiden und anrichten; darauf das restliche Gemüse geben. In einer Pfanne das Tofu golden anbraten und darüber geben.
Für die Sauce: Alle Zutaten miteinander vermischen und mit Salz abschmecken.
Für den Salat: Einfach die Sauce kurz vor dem Servieren darübergeben.

Und nun mein Gado Gado:

Sojasprossen, Kohl, Karotten, Gurken und Tomaten bleiben roh und viel Sauce darüber!


Chia-Schichtdessert

Tja..und nun zu Chiasamen; meine beste Freundin lag mir schon seit Monaten damit in den Ohren, doch wollte ich es nicht so ganz wahrhaben, wie gut sie schmecken und wie praktisch es ist, dass diese Zauberkörnchen   - schon beinahe wie in Hogarths, wenn Harry Potter mit seinen Freunden beim Abendessen ist - von selber ausquellen und zu einem der besten Fruchtpuddings werden, die ich kenne. Natürlich ist meine Version recht vereinfacht im Vergleich zu dem Schichtdessert, das ich im Restaurant «Happy Sushi» im japanischen Garten des Hotels Kempinski in Sofia probiert habe...manno was für eine Aufregung: es gab mehrere Verbotsschilder an der Türe: nicht nur Hunde haben da keinen Einlass, sondern man darf auch keine Waffen dabeihaben!

Fruchtpudding
500ml Mangosaft
75g Chiasamen

Milchcreme
500ml Reismilch
5EL Reismehl
1 Messerspitze Kurkuma
1/2 TL Vanillemark
4 EL Rohrzucker

Hinzu
Kleingeschnittenes, frisches Obst
Evtl. Marmelade (etwas säuerliche sollte es sein, z.B. Pflaumenmarmelade)
Kakao zum Bestreuen

Am besten 11/2 -  2 Stunden die Chiasamen im Saft aufquellen lassen; für die Creme die Reismilch langsam aufkochen lassen und alle dazugehörigen Zutaten hineinmischen und unter Rühren eindicken, evtl Pürierstab miteinbeziehen. Dauert ca. 30 Minuten. Abkühlen lassen.

In Gläsern schichten: bei mir war es erst der Chiapudding, dann die Marmelade und das Obst, die Creme und anschliessend wurde alles mit Kakao bestreut.

«Schmeckt, ist aber zu gesund», meinte mein Mann.




09.09.2014

Cucina vegana: Rucola-Tomaten-Nuss-Salat & Quinoaklöße mit Ingwer ... mit einer kleinen Werbung...

Da ich mich in einer vegan-sympathisierenden Kochphase befinde habe ich mich sehr darüber gefreut ein kleines aber sehr feines italienisches Kochbuch mit dem Titel: «Cucina vegana - Vegan genießen auf italienische Art» (Pala Verlag, 2010, Darmstadt) aufzustöbern, das 2010 sogar als Kochbuch des Jahres vom Vegetarierbund Deutschland e.V. (www.vebu.de) ausgezeichnet worden ist. Die Autorin Heike Kügler-Anger hat einen kleinen Schatz veganer, doch zugleich italienischer Rezepte angehäuft, die ich erst mal recht skeptisch durchgelesen habe, doch von denen ich beim Hineinlesen und  nach dem Ausprobieren verschiedener recht begeistert bin. Eingeladen wird man auf den Seiten von der Autorin auf einen Spaziergang durch die campagna (auf 's Land), denn die Rezepte sind in bukolisch klingende Sektionen gesammelt: «Im Olivenhain»; «Im Gemüesegarten» (wo ich mich am liebsten herumtreibe) oder «Von Feld und Acker» und alle italienischen, vegane Klassiker wie Pizza und Pasta werden vegan aufgerollt ohne ihre Zugehörigkeit der italienischen Tradition einzubüßen. Da dieses Kochbuch keine Fotografien enthält bleibt auch der Stress weg: warum sieht es auf meinem Teller denn nicht so apart aus? Ausserdem wiegt es viel weniger, hat sehr schöne Schwarz-Weiss-Zeichnungen und auch die Einführung von Heike Kügler-Anger in ihre italienische Küche, als auch in die vegane, sind warmherzig, ehrlich und informationsreich. Dieses Buch ist kein fetter Glanzbrocken, sondern eine kleine Schatztruhe für vegane Kochbegeisterte mit Schwäche für die italienische Küche.
Ich habe mir eine Salatzubereitung ausgesucht, die wir gleich 2 Abende nach dem anderen gegessen haben weil sie sehr lecker war - wenn auch etwas abgewandelt aber das kommt gleich. Hinzu möchte ich auch ein Rezept von Marco Bianchi, italienischer Fernsehstar und Krebsforscher - loswerden, entnommen seinem Buch «Talismano del mangiar sano» («Der Talisman des gesunden Essens»), das wirklich sehr gesund sehr gut Fleischbouletten auf dem Teller ersetzen kann: Quinoaklößchen mit Ingwer.




Rucola-Tomaten-Salat mit Nüssen

100g  zerkleinerte Haselnusskerne (Originalrezept: 40g Pinienkerne / 80g Walnusskerne)
150g Rucola
4 Tomaten
1 Handvoll Basilikumblätter

Für das Dressing
1 gestrichenen TL Salz
3 EL Weissweinessig
3 EL Olivenöl extravergine ( Originalrezept: Sonnenblumenöl kommt hinzu...aber das ist nicht so italienisch...)
4 EL Wasser

Die Rucola waschen, trocknen  und auf einem Servierteller verteilen; die Tomaten waschen und in feine Scheiben und auf der Rucola verteilen. Die Nüsse in der Pfanne kurz anrösten, das Basilikum waschen und kleinhacken und über den Tomaten verteilen, die Nüsse darüberstreuen; für das Dressing alle Zutaten zu einer Sauce anrühren und großzügig über den Salat verteilen.
 

Quinoaklöße mit Ingwer

2 Karotten
1 Porreestange
1 TL frisch geriebenen Ingwer
Salz, Pfeffer
250g Quinoa
Olivenöl extravergine
Brotbrösel zum Panieren
Backpapier
Mixer

Quinoa, wie auf der Packung angegeben weichkochen: meistens heisst das, Quinoa gut zu waschen und dann etwas im Topf anzurösten und anschliessend in Salzwasser ca. 15 Minuten weichzukochen. Abgiessen und auskühlen lassen. In der Zwischenzeit die Karotten schälen, kleinhacken, den Porree säubern und ebenfalls kleinhacken. In einer Pfanne mit etwas Olivenöl das Karotten-Porreehack weichbraten und mit Salz und Pfeffer abschmecken und auch auskühlen lassen. Den Ofen auf 200° vorheizen. Das Backblech mit dem Backpapier belegen. Das Quinoa in einem Mixer noch etwas kleinmixen, dann gut in einer Schüssel mit dem Gemüse und dem Ingwer vermischen, flache Bouletten-artige Klöße formen, in den Brotbröseln wenden und auf das Blech geben,  in den Ofen schieben und ca. 30 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist. Vor dem Servieren auskühlen lassen, denn bei Zimmertemperatur schmecken sie besonders gut. Beinahe fettfrei sind sie noch hinzu. Zum Thema Quinoa bitte hier lang.