07.09.2015

Einfach...pasta alla crudaiola & melanzane panate al forno / Nudeln mit rohen Tomaten & Auberginenschnitzel im Ofen gebacken

Manchmal ist die Luft raus. Ist mir in den letzten Jahren nicht oft passiert aber die letzten Monaten haben mich emotiv und körperlich ziemlich mitgenommen. Nichts was mich direkt persönlich betroffen hätte - aber was heisst das eigentlich?  Ein überraschender Todesfall von einem meiner Vorgesetzten, den ich sehr gemocht habe zum Beispiel, überhaupt anstrengende Arbeitstage vorher und nachher und die feuchte Hitze noch dazu! Der übliche Nahkampf mit ausgewucherter Bürokratie...angefangen bei der Steuererklärung und aufgehört mit dem üblichen - zum Teil gespielten - Nervenzusammenbruch in der Halle des hiesigen Stromzulieferers wegen der abermalsten falsch ausgestellten Rechnung! Und auch während ich in einem warmen, rosigen sizilianischen Sonnenuntergang meinen falschen Negroni auf einem Traumflecken Erde  schlürfen durfte - Mothia, man weiss nicht ob es einen auf Mykonos oder  nach Holland verschlagen hat - dachte ich daran, dass meine Mama keinen Fisch aus dem Mittelmeer essen mag, wegen den vielen, frischen Leichen, die von dessen Wellen jeden Tag in Empfang genommen werden - zu diesen Bildern werde ich keinen Link geben - und dass Syrien - ein Land, das ich das Privileg (muss ich wohl nun  schreiben) hatte vor vielen Jahren zu besuchen - nur einen Sprung entfernt, nicht nur in Schutt und Asche gelegt wird, sondern Schauplatz irrsinnigstem Menschenwahn geworden ist. Ich wollt ich wär ein Huhn. Auf einem Biobauernhof von Peta natürlich. Bin ich aber leider nicht. 
Ich gehöre einer "krieglosen" Generation an. Bis jetzt war es wenigstens so. Aber auch wenn ich versuche mich in meinem bislang beschützten Alltag so wohl wie möglich zu fühlen, einfach nur weil Freude auch Übung ist - denke ich - geht es nicht mehr so wie früher. Viel kann ich nicht machen, abgesehen von Esspaketen schicken und Decken, Kleidung und anderes zu einer Wohltätigkeitsorganisation bringen - aber ausser diesen Dingen lässt es mich definitiv mein verschwenderisches Verhalten mit Lebensmitteln überdenken, angefangen damit, dass ich des öfteren falsch einkaufe und zuviel wegwerfe. Hauptsächlich. Damit soll es ab nun ein Ende haben. Oft denke ich an die Rezepte der Weihnachtsbäckerei meiner Uma in Kriegszeiten, die meine Mama an einem Weihnachten von ungefähr 15 Jahren nachgebacken hat...ich werde sie bei Gelegenheit bitten sie wieder rauszusuchen, denn sie schmeckten sehr gut und erfüllten auch  ihren Zweck. Und dass es eine Schande ist, wenn bei Masterchef oder sonst so einer abgehobenen Sendung, Kilos von feinstem Fleisch sinnlos verbrannt wird.
Ein Vorteil der italienischen Küche ist die mit sehr wenigen Zutaten herrliche Dinge hervorzuzaubern. Diese beiden Rezepte beweisen es wieder. Da ich mich nun über anderes - sonst mir unüblichen Themen, denn ich weiss das dies schon ein Rezepteblog ist - habe schriftlich gehen lassen, will ich nur sagen, dass beides klassische Hausfrauenzubreitungen sind. Die Pasta in Apulien und die Auberginenschnitzel in Sizilien (meine Version in einem der besten Imbissläden von Marsala abgeguckt).

PASTA ALLA CRUDAIOLA
Für 2 Personen
  • 200 g - kurze Pasta
  • 3Handvoll geschnittener, reifer Tomaten
  • 1 Handvoll von zerhacktem Basilikum
  • 3 EL geriebenen, römischen Pecorino
  • 3 EL geriebenen Parmesan
  • 4 EL Olivenöl
  • 1/2 TL Salz

Ausser der Pasta alle anderen Zutaten gut zusammenmischen und mindestens 30 Minuten im Kühlschrank kaltstellen. Anschliessend die Pasta bißfest kochen. Mit der Sauce gut vermischen und mit weiterem Parmsankäse servieren.

MELANZANE PANATE
Für 2 Personen

Den Ofen auf 200° vorheitzen. Ein Backblech mit Backpapier belegen. Eine Pandade - ohne Ei - aus Brotbröseln und geriebenem Parmesan mischen. Eine Aubergine - oder mehrer, je nach Bedarf - waschen, abtrocknen und in Scheiben von 0,5cm schneiden. In eine Schale Olivenöl oder meinetwegen auch Sonnenblumenöl geben. Dann ganz einfach die Auberginenscheiben von beiden Seiten durch das Öl ziehen und anschliessend durch die Panade. Dann auf das Backblech geben, noch eine Prise Salz überall drüber und in die Mitte ab in den Ofen. 10 Minuten von einer Seite backen, raus, wenden, wieder Prise Salz drüber, wieder rein für ca. 7 Minuten. Ein knackiger Salat aus, fertig. 
Hiermit können auch kochunbegeisterte/-fähige Männer und Frauen jemanden sehr glücklich machen!


26.04.2015

Aperitivo rapidissimo - Dunkel war’s, der Mond schien helle als es was zum Knabbern blitzeschnelle in den kleinen Schalen gab: Blätterteigschnecken mit Olivencreme & Pikante Kichererbsen


Ok, zugegeben. Man muss daran denken den Ofen vorzuheizen. Aber dann sind in gerade mal nur etwas mehr als 10 Minuten 2 Knabbereien zum Feierabend mit einem Bierchen oder einem perlenden Rosè (ich mache gerade DIE Fase durch…) oder auch für Gäste vorbereitet, die nicht aus der Tüte kommen und ich bin zwar kein Fan von Olivencreme, da möchte ich ganz ehrlich sein, aber so schmeckt auch die wirklich gut.

Blätterteigschnecken mit Olivencreme
Man braucht auch kein Olivencreme. Es reicht die entkernten Dingerchen  (allerdings sollten sie nicht zu scharf sein … am besten sie sind es überhaupt nicht ) in einen Mixer zugeben, mit 1 EL Olivenöl und dann meinetwegen auch mit etwas Thymian oder Schale einer ungespritzten Zitrone, was aber auch nicht unbedingt sein muss, und zu einer Creme zu pürieren. Den Ofen auf jeden Fall erst mal auf 180° aufheizen. Dann 1 Packung Blätterteig ausrollen, mit der Creme bestreichen. Alles wieder einrollen und dann die Rolle in kleine Scheibchen schneiden und diese seitlich auf dem Backblech, das mit Backpapier belegt ist schön voneinander entfernt verteilen. Da die Dingerchen ja etwas aufgehen hat man so mehr Platz. Ca. 20 Minuten backen. Am besten schmecken sie  ganz frisch. Habe ich von einer Freundin.

Pikante Kichererbsen

Jetzt dauert das Schreiben länger als das Zubereiten. 1 Konserve (kleine) Kichererbsen öffnen, die Erbsen abbrausen und in einem Küchentuch trockenen, in einer  8 Minuten mit 2 EL Olivenöl Pfanne anbraten mit 2 TL geräucherte Paprika (also vor meiner veganen Fase hatte ich absolut keine Ahnung wie dran an das Zeug, das auch einem gewissen Feinschmeckerladen hier in Rom, den ich gerne besuche total unbekannt ist…und ich muss zugeben, dass auch der Versuch richtige süße ungarische Paprika dafür zu verwenden zu nichts führen wird. Es ist einfach nicht dieses Paprikapuder von den Chipsen. Als ich zum ersten Mal roch „geräucherte Paprika„ habe ich nicht schlecht gestaunt, dass gerade das damit gemeint war.), 1 El Kümmel, 1 Prise Pfeffer, etwas Salz und einem ½ TL Zucker. Nach 2 Minuten mit 3-4 Löffeln Soyasauce ablöschen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Das ist das Rezept aus dem veganen Kochbuch von Deborah Gray…und wieder wundere ich mich, dass dieser Klassiker anscheinend nicht in deutscher Sprache erschienen ist. 
Was die Kichererbsen anbelangt, bin ich neulich – auch schon wieder Februar grrrr – bei Petra von Chili und Ciabatta  über  sie gestolpert: hier.

25.03.2015

12 kleine Zitronen: Zitronenmarmelade & Light Lemon Curd



Eine Freundin hat mir eine Plastiktüte voller  Zitronen in die Hand gedrückt. «Die sind  aus dem Garten meiner Eltern.», was soviel bedeutet wie: damit kannst du prima Limoncello, oder Zitronenlikörcreme oder Zitronenmarmelade herstellen - und bitte befreie mich von den Dingern!!!
Was ich aber liebe ist Lemon Curd, die englische Zitronencreme, die auch ohne Biozitronen schnell gemacht ist und wunderbar als Füllung von Kuchen, auf Zwieback oder Butterkeksen schmeckt oder einfach nur mit dem Löffel zu Naschen ist. Für die Marmelade sollte man allerdings nur ungespritzte Zitronen verwenden, wie die aus dem Garten der Eltern meiner Freundin.

Zitronenmarmelade
12 ungespritzte Zitronen; 300g Zucker für ca. 450g

Die Schale von den Zitronen dünn abschälen aber dabei aufpassen, dass nichts von dem weissen Fruchtfleisch darunter dazukommt. Die Schalen 15 Minuten in Wasser aufkochen bis sie weich sind, dann einen Teil in dünnstee Scheiben schneiden und den anderen fein pürieren. Soviele  Zitronen auspressen bis man 200ml zusammen hat und dann den Zitronensaft, zusammen mit den pürierten und feingeschnittenen Schalen und dem Zucker ca 60 Minuten auf mittlerer Flamme einkochen lassen. Dann in sterislierte Marmeladengläser umfüllen und gut mit dem Deckel zuschrauben. Anschliessend die Gläser umgekehrt mit dem Deckel auf den Boden stellen und mit einem Tuch abdecken bis die Marmelade abgekühlt ist. dann kühl und trocken lagern. Wenn geöffnet im Kühlschrank aufbewahren.

Light Lemon Curd
160 ml Zitronensaft, 120g Zucker, 2 Eier, 1 vollen EL Maisstärke, 1/2 TL Vanillemark

Alle Zutaten zusammen in einem Topf im Wasserbad (was bedutet, dass der kleine Topf in einen grossen voller kochendem Wasser passen soll, so dass man die Creme darin) mit einem Schaumschläger oder einer Spatel anrühren (kann). Das ganze dauert 20 bis 30 Minuten sobald das Wasser kocht. In zwei kleine Gläser abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren.

12.02.2015

Blumenkohl x 2: Polpette di cavolfiore al forno (Blumenkohlbällchen im Ofen gebacken) & Minestra di cavolfiore (Blumenkohlsuppe mit Nudeln)





Im Winter essen wir sehr viel Kohl, den fleischigen Wirsingkohl, den flexiblen Weißkohl, den edlen Blumenkohl, römischen Kohl, sizilianischen Kohl, den in der Toskana so beliebten Schwarzkohl … weniger Rotkohl … neulich hatten wir sogar 3 Blumenkohlköpfe in unserem Kühlschrank eng aneinander geschmiegt – abgesehen von einem 1/2 Weißkohl, der auch immer vorhanden sein muss, denn den esse ich als Wintersalat gerne roh.  
Da sich Kohlköpfe so lange halten, war unsere Sammlung etwas in Vergessenheit geraten, bis ich nicht ca. 10 Tage später – oh Schreck! – die schwarzen Pünktlein auf den Rosen bemerkte und gelbliche Blätter …  Kohl hat eben auch seine Grenzen.  Der kleine Haken…ich hatte an jenem Tag keine Lust auf Blumenkohl….bis ich nicht im Büro in meinen Emails das tägliche Menü von einer kleinen aber sehr feinen Imbissstube las, die „polpette di cavolfiore mit misticanza“ anboten (Misticanza ist ein typisch römischer Feldsalat, u.a. mit Löwenzahnblättern). Ich weiß nicht ob diese Bällchen genauso gut waren wie meine, die mit einem kühlen Bier schmecken auch wenn man überhaupt wirklich keinen Bock auf Kohl hat. Robert vonLamiacucina meint ja das Italien das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sei, was „polpette“ (aus irgendwas hergestellte boulettenartige, panierte Bällchen – polpa bedeutet zerkleinertes (Tier)Fleisch aber auch Fruchtfleisch z.B. ) anbelangt. Und da bin ich ganz seiner Meinung. Und das ist so wonnig!  
Die Suppe dagegen habe ich vor einiger Zeit ausprobiert, leicht gelangweilt, doch es ist unglaublich inwiefern der Zimt diese Zubereitung zu etwas Gästereifem anwachsen lässt. Aus einem der Kochbücher von dem italienischen Gesundheitsguru – „Ess Dich gesund“, sozusagen - Marco Bianchi.
Polpette di cavolfiore al forno (Blumenkohlbällchen im Ofen gebacken)
Für diese Zubereitung habe ich Frankenstein gespielt und 2 Rezepte zusammengeworfen. Das eine ist vom „cucchiaiod`argento“ , dem Silbernen Löffel, auch schon eine Institution unter den italienischen Rezeptveröffentlichungen, die auch in Deutschland bekannt zu sein scheinen und einem anderen Rezept, dem ich nur die Garmethode im Ofen abgeluchst habe. Je weniger ich mich in diesen Jahren unter der Woche abends am Herd aufhalten muss umso besser – wegen Memory und Monster spielen und Sendung mit der Maus gucken … so was halt.
1 Blumenkohl putzen und die Rosen vom Stumpf entfernen und waschen. In kochendem Wasser 8 Minuten abkochen und anschließend in einer Pfanne mit 2 EL Butter und Salz und leicht gepfeffert noch 10 Minuten weichbraten. Auskühlen lassen. Den Ofen auf 200° vorheizen. Dann den Kohl gut zerstampfen und mit einem 1 Ei, 4 EL geriebenem Parmesankäse und 3 EL kleingehackter Petersilie mischen. Hinzu kommen auch Brotbrösel aber nur so viel, dass das Gemisch nicht allzu sehr klebt und relativ kompakt von der Hand geht. Nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann entsprechende Klößchen formen und mit Mehl, 2 verquirlten Eiern und Brotbrösel entsprechend panieren. Das Backblech mit Backpapier belegen und dann entweder das Papier mit Olivenöl extravergine einölen und, die Klöße draufgeben und dann nochmal mit Olivenöl bepinseln oder wie ich das Öl in einen tiefen Teller oder eine kleine Schüssel geben und schnell die polpette auf beiden Seiten durchziehen und dann auf das Blech  mit dem Backpapier geben. Ca. 30  Minuten backen, dazwischen die polpette wenden.
Minestra di cavolfiore (Blumenkohlsuppe mit Nudeln)
Low kcal – diätfreundlich mit Pfiff. 1 Zwiebel putzen und kleinschneiden und in einem Topf in 2 El Olivenöl weichbraten. Die gewaschenen Rosen von 1 Blumenkohl hinzugeben, salzen, peffern und ½ TL Zimt (gestrichen) hinzugeben. 10 Minuten anbraten lassen, dann mit ca. 750 ml Gemüsebrühe aufgießen und warten, bis das Gemüse weich wird. Und dann eben Nudeln, nicht mehr als 2 Handvoll hinzugeben. Kleingebrochene Spaghetti passen zum Beispiel ganz gut. Und in der Suppe weichkochen. Mit geriebenem Parmesan servieren. Ausnahmsweise schmeckt es besser wenn die Nudeln nicht al dente sind.

 

03.02.2015

Soulfood: Überbackene Kürbisspalten mit Joghurtsauce nach Yotam Ottolenghi und aprikotierter Zitronenkuchen


Wenn das Leben kalt und feucht mit mir umgeht, suche ich Entspannung und Wärme: der Ofenherd in meiner Küche  ist einfach perfekt dafür. Und warum Entspannung geboten ist:  diese 2 Zubereitung sind auch was für nicht- Kochbegeisterte, die aber gerne essen ( und zu der Kategorie gehöre ich!)



 

Überbackene Kürbisspalten mit Joghurtsauce nach Yotam Ottolenghi
(seine vegetarischen Kochbücher mit den englischen Titel „Plenty“ und „Plenty more“ sind einfach ein Herumblätter- Paradies…selbst in meiner mickrigen EBookversion weil ich die Ausgaben sofort haben wollte. Diese Rezepte basieren auf seiner Wochenkolumne in der englischen Tageszeitung „The Guardian“.)
Den Ofen auf 190° vorheizen. Eine Mischung aus: 50g Parmesan, 20g Brotbrösel, 6 EL feingehackter Petersilie, 2 ½ EL Thymian, geriebene Schale von 2 großen Zitronen, 2 kleingehackten Knobauchzehen und etwas Salz herstellen. 700g Kürbis mit Schale in 1cm breite Spalten schneiden, die Spalten mit einer Seite durch 60ml Olivenöl (in einem tiefen Teller oder einer breiten Schale) ziehen und mit der öligen Seite nach oben auf einem Backbleck mit Backpapier verteilen. Die Mischung über die einzelnen Spalten verteilen, etwas andrücken und ca. 30 Minuten backen. In der Zwischenzeit eine Sauce aus 120ml saurer Sahne (bei mir griechischer Joghurt – Sorry Yotam!!!), 1 EL Dill, Salz und weißem Pfeffer anrühren. Wenn die Spalten schön knusprig sind (gegen 20ste Minute kontrollieren, falls sie noch nicht durch sind aber schon etwas angebräunt einfach mit Aluminium bedecken und dann noch weitergaren lassen. Zusammen servieren.
 
Aprikotierter Zitronenkuchen
Den Ofen auf 160° vorheizen; dann 3 Eier erst mal mit 180g Zucker zusammenmischen; dann 180g Mehl und geriebene Schale von 2 Zitronen hinzugeben; anschließend 180 flüssige Butter (bei mir halb Olivenöl, halb Margarine – hat auch vorzüglich geklappt und geschmeckt) und entsprechend Backpulver (bei einer Packung für 500g Teig habe ich 2/3 verwendet). Das alles kommt in eine mittelgroße Kastenform und in den Ofen für ca. 40 Minuten. Dann raus und 3 EL Aprikosenmarmelade mit 2 EL warmen Wasser vermischen und die angerührte Marmelade in den Kuchen einschrauben sozusagen. Anschließend mit dem Saft von ca. 1 ½ Zitronen und 250g Puderzucker die Glasur anrühren und schnell über dem Kuchen verteilen. Vor dem Verspeis versuchen ganz auskühlen zu lassen.


 

22.01.2015

Winterlich…nach Hausfrauenart: Gratinato di finocchi alle uova (Fenchel-Eier-Auflauf) und Riz au lait (Milchreis)


Heute geht es wieder etwas traditionell in der Lorbeerkrone zu.
Der Fenchelauflauf war eine totale Überraschung; ich hatte schon etwas gelangweilt zur Gabel gegriffen, nicht, dass mir das Aussehen nicht gefallen hätte,  aber ich war erstaunt wie schmackhaft es tatsächlich war. Dieses Kochbuch aus dem Jahr 1991: « I sapori del sud ( Geschmack des Südens)» zusammengetragen von dem Ehepaar, Rita und Mariano Pane, wobei er einer der reichsten Unternehmer Italiens zur damaligen Zeit war, das ich auf dem Flohmarkt gefunden habe war seine 10 Euro eindeutig wert….und ja, ich mag‘ auch sehr Kochbücher ohne Fotos  und nur beim  Lesen der Zutaten und der Zubereitung kann mich schon richtig entspannen (und Entspannung ist wohl einer der Gründe, warum es diesen Blog gibt).

Gratinato di finocchi alle uova (Fenchel-Eier-Auflauf)
Diese Zubereitungsweise stammt aus Capri

Zutaten
Für 4 Personen – als Hauptgericht

6 mittelgroße Fenchelknollen (von den harten Außenblättern befreien, putzen, waschen und vierteln)
5 Eier
5 EL geriebenen Parmesankäse
2 Handvoll kleingehackte Petersilie
Salz
Pfeffer
Etwas Butter oder Margarine zum ausfetten der Auflaufform und zum Überbacken (Originalrezept 100g, was mir aber zu viel war.)

Den Ofen auf 180° vorheizen. Den Fenchel in Salzwasser kochen bis er weich ist aber nicht zerkocht; er sollte also ca. 10-15 Minuten kochen und rausgenommen werden, wenn man beim Einsteichen mit der Gabel noch auf etwas Widerstand stößt. Absieben.  Die Auslaufform ausfetten. In einer Schüssel die Eier, den Käse, die Petersilie  vermischen, etwas salzen und pfeffern und gut die Fenchelstücke unterrühren, so dass die Eismasse auch gut zwischen die Blättergelangt. In die Auflaufform geben. Noch ein paar Butter – oder Margarineflocken darüber geben und in den Ofen für ca. 25 – 30 Minuten schieben.

Riz au lait (Milchreis)
…und mir hat das Standardwerk, aus welchem ich diese Zubereitung genommen habe, der französischen Alltagsküche von Paul Bocuse sehr gefallen; gekauft habe ich es allerdings erst Anfang Dezember, auf Englisch, in Griechenland; das heißt die Flammarion-Ausgabe mit dem Titel „Simply delicious“ und habe dabei an meine Urgroßmutter gedacht, die als Rheinländerin ins benachbarte Belgien auf ein Mädcheninternat geschickt worden war um dort unter anderem vieler dieser Zubereitungen zu lernen.

Zutaten
Für 2 große Portionen

100g weißen Reis
500ml Milch (ich habe Kamutmilch verwendet – einer der Gründe, warum es nicht so weiss ist bei mir)
100g Zucker
1 Vanilleschote (bei mir 1 TL-Spitze Vanillemark – ein weiterer Grund warum es nicht so weiss ist bei mir)
1 Prise Salz

Alles auf niedriger Flamme für 45-60 Minuten einkochen lassen. Die Vanilleschote entfernen. Und dann warm essen, kalt essen, mit Obstsalat, ohne Obstsalat, mit einer leicht säuerlichen Marmelade, mit Zimt.. ich habe enthäutete Mandarinen  - auch zur Verzierung – mit etwas Zimt verwendet.






13.01.2015

Blumenkohlsteak mit Carottes frites



Frohes Neues an alle Leser dieser Zeilen! Ich hoffe Sie/Ihr hattet einen guten Rutsch und schöne Weihnachten. Kulinarisch war bei mir in diesen Wochen alles beim Alten...also nichts, was ich hier veröffentlichen könnte, aber ich habe mir ein Weihnachtsgeschenk erlaubt. Das Kochbuch von der amerikanischen Bloggerin Erin Gleeson: «The forest feast» (Originaltitel,der genauso heisst wie ihr Blog) und bin immer noch begeistert von der einfachen Originalität der Rezepte wie dieser beiden, die ich hier vorstellen möchte. Blumenkohl und Karotten verwandeln sich in ein verführerisches Duo.

Carottes frites

5 lange Mohrrüben
1/2 TL Currypulver
1/2 TL grobes Meersalz
3 EL Olivenöl (immer extravergine bei mir :-))

Mit einen Gemüseschäler die Karotten erst putzen, dann der Länge danach in feine, breite  Streifen schneiden. Den ofen auf 160° vorheizen; auf ein Backblech Backpapier legen. In einer Schüssel, die Karottenstreifen mit dem Currypulver, dem Meersalz und dem Olivenöl vermischen und auf dem Backpapier verteilen. Ca. 25 Minuten - zwischendurch mal drehen - im Ofen kusprig ausbacken. Aufpassen, dass sie nicht anbrennen!

Blumenkohlsteak

Auf dem Foto ist nur eine Scheibe zu sehen, weil ich meinen Mann beauftragt hatte einkaufen zu gehen. Einen grossen Blumenkohl, hatte ich gebeten. Es waren zwei alte kleine...aber so zubereitet, schmeckte es trotzdem gut!

1 Blumenkohl (putzen, waschen und in 1,5cm dicke Scheiben schneiden)
pro Scheibe: 3 EL geriebenen Cheddar, 2 EL kleingeschnittenen Frühlingszwiebel (im Originalrezept, denn Cheddar findet man nicht um die Ecke hier und auch die Frühlingszwiebeln...es sei also jedem selber überlassen entsprechende Ersatzzutaten zu finden)

Den Ofen auf 190° vorheizen. Auf ein Backblech eingeöltes Backpapier legen und darauf die Blumenkohlscheiben; 15 Minuten backen. Dann die Scheiben wenden und salzen und pfeffern und noch mal 15 Minuten backen. Die Scheiben müssten nun gut durch sein. Den Käse und die Zwiebeln darauf geben und nochmal 3-4 Minuten in den Ofen schieben bis alles entsprechend überbacken ist.