12.02.2015

Blumenkohl x 2: Polpette di cavolfiore al forno (Blumenkohlbällchen im Ofen gebacken) & Minestra di cavolfiore (Blumenkohlsuppe mit Nudeln)





Im Winter essen wir sehr viel Kohl, den fleischigen Wirsingkohl, den flexiblen Weißkohl, den edlen Blumenkohl, römischen Kohl, sizilianischen Kohl, den in der Toskana so beliebten Schwarzkohl … weniger Rotkohl … neulich hatten wir sogar 3 Blumenkohlköpfe in unserem Kühlschrank eng aneinander geschmiegt – abgesehen von einem 1/2 Weißkohl, der auch immer vorhanden sein muss, denn den esse ich als Wintersalat gerne roh.  
Da sich Kohlköpfe so lange halten, war unsere Sammlung etwas in Vergessenheit geraten, bis ich nicht ca. 10 Tage später – oh Schreck! – die schwarzen Pünktlein auf den Rosen bemerkte und gelbliche Blätter …  Kohl hat eben auch seine Grenzen.  Der kleine Haken…ich hatte an jenem Tag keine Lust auf Blumenkohl….bis ich nicht im Büro in meinen Emails das tägliche Menü von einer kleinen aber sehr feinen Imbissstube las, die „polpette di cavolfiore mit misticanza“ anboten (Misticanza ist ein typisch römischer Feldsalat, u.a. mit Löwenzahnblättern). Ich weiß nicht ob diese Bällchen genauso gut waren wie meine, die mit einem kühlen Bier schmecken auch wenn man überhaupt wirklich keinen Bock auf Kohl hat. Robert vonLamiacucina meint ja das Italien das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sei, was „polpette“ (aus irgendwas hergestellte boulettenartige, panierte Bällchen – polpa bedeutet zerkleinertes (Tier)Fleisch aber auch Fruchtfleisch z.B. ) anbelangt. Und da bin ich ganz seiner Meinung. Und das ist so wonnig!  
Die Suppe dagegen habe ich vor einiger Zeit ausprobiert, leicht gelangweilt, doch es ist unglaublich inwiefern der Zimt diese Zubereitung zu etwas Gästereifem anwachsen lässt. Aus einem der Kochbücher von dem italienischen Gesundheitsguru – „Ess Dich gesund“, sozusagen - Marco Bianchi.
Polpette di cavolfiore al forno (Blumenkohlbällchen im Ofen gebacken)
Für diese Zubereitung habe ich Frankenstein gespielt und 2 Rezepte zusammengeworfen. Das eine ist vom „cucchiaiod`argento“ , dem Silbernen Löffel, auch schon eine Institution unter den italienischen Rezeptveröffentlichungen, die auch in Deutschland bekannt zu sein scheinen und einem anderen Rezept, dem ich nur die Garmethode im Ofen abgeluchst habe. Je weniger ich mich in diesen Jahren unter der Woche abends am Herd aufhalten muss umso besser – wegen Memory und Monster spielen und Sendung mit der Maus gucken … so was halt.
1 Blumenkohl putzen und die Rosen vom Stumpf entfernen und waschen. In kochendem Wasser 8 Minuten abkochen und anschließend in einer Pfanne mit 2 EL Butter und Salz und leicht gepfeffert noch 10 Minuten weichbraten. Auskühlen lassen. Den Ofen auf 200° vorheizen. Dann den Kohl gut zerstampfen und mit einem 1 Ei, 4 EL geriebenem Parmesankäse und 3 EL kleingehackter Petersilie mischen. Hinzu kommen auch Brotbrösel aber nur so viel, dass das Gemisch nicht allzu sehr klebt und relativ kompakt von der Hand geht. Nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dann entsprechende Klößchen formen und mit Mehl, 2 verquirlten Eiern und Brotbrösel entsprechend panieren. Das Backblech mit Backpapier belegen und dann entweder das Papier mit Olivenöl extravergine einölen und, die Klöße draufgeben und dann nochmal mit Olivenöl bepinseln oder wie ich das Öl in einen tiefen Teller oder eine kleine Schüssel geben und schnell die polpette auf beiden Seiten durchziehen und dann auf das Blech  mit dem Backpapier geben. Ca. 30  Minuten backen, dazwischen die polpette wenden.
Minestra di cavolfiore (Blumenkohlsuppe mit Nudeln)
Low kcal – diätfreundlich mit Pfiff. 1 Zwiebel putzen und kleinschneiden und in einem Topf in 2 El Olivenöl weichbraten. Die gewaschenen Rosen von 1 Blumenkohl hinzugeben, salzen, peffern und ½ TL Zimt (gestrichen) hinzugeben. 10 Minuten anbraten lassen, dann mit ca. 750 ml Gemüsebrühe aufgießen und warten, bis das Gemüse weich wird. Und dann eben Nudeln, nicht mehr als 2 Handvoll hinzugeben. Kleingebrochene Spaghetti passen zum Beispiel ganz gut. Und in der Suppe weichkochen. Mit geriebenem Parmesan servieren. Ausnahmsweise schmeckt es besser wenn die Nudeln nicht al dente sind.

 

03.02.2015

Soulfood: Überbackene Kürbisspalten mit Joghurtsauce nach Yotam Ottolenghi und aprikotierter Zitronenkuchen


Wenn das Leben kalt und feucht mit mir umgeht, suche ich Entspannung und Wärme: der Ofenherd in meiner Küche  ist einfach perfekt dafür. Und warum Entspannung geboten ist:  diese 2 Zubereitung sind auch was für nicht- Kochbegeisterte, die aber gerne essen ( und zu der Kategorie gehöre ich!)



 

Überbackene Kürbisspalten mit Joghurtsauce nach Yotam Ottolenghi
(seine vegetarischen Kochbücher mit den englischen Titel „Plenty“ und „Plenty more“ sind einfach ein Herumblätter- Paradies…selbst in meiner mickrigen EBookversion weil ich die Ausgaben sofort haben wollte. Diese Rezepte basieren auf seiner Wochenkolumne in der englischen Tageszeitung „The Guardian“.)
Den Ofen auf 190° vorheizen. Eine Mischung aus: 50g Parmesan, 20g Brotbrösel, 6 EL feingehackter Petersilie, 2 ½ EL Thymian, geriebene Schale von 2 großen Zitronen, 2 kleingehackten Knobauchzehen und etwas Salz herstellen. 700g Kürbis mit Schale in 1cm breite Spalten schneiden, die Spalten mit einer Seite durch 60ml Olivenöl (in einem tiefen Teller oder einer breiten Schale) ziehen und mit der öligen Seite nach oben auf einem Backbleck mit Backpapier verteilen. Die Mischung über die einzelnen Spalten verteilen, etwas andrücken und ca. 30 Minuten backen. In der Zwischenzeit eine Sauce aus 120ml saurer Sahne (bei mir griechischer Joghurt – Sorry Yotam!!!), 1 EL Dill, Salz und weißem Pfeffer anrühren. Wenn die Spalten schön knusprig sind (gegen 20ste Minute kontrollieren, falls sie noch nicht durch sind aber schon etwas angebräunt einfach mit Aluminium bedecken und dann noch weitergaren lassen. Zusammen servieren.
 
Aprikotierter Zitronenkuchen
Den Ofen auf 160° vorheizen; dann 3 Eier erst mal mit 180g Zucker zusammenmischen; dann 180g Mehl und geriebene Schale von 2 Zitronen hinzugeben; anschließend 180 flüssige Butter (bei mir halb Olivenöl, halb Margarine – hat auch vorzüglich geklappt und geschmeckt) und entsprechend Backpulver (bei einer Packung für 500g Teig habe ich 2/3 verwendet). Das alles kommt in eine mittelgroße Kastenform und in den Ofen für ca. 40 Minuten. Dann raus und 3 EL Aprikosenmarmelade mit 2 EL warmen Wasser vermischen und die angerührte Marmelade in den Kuchen einschrauben sozusagen. Anschließend mit dem Saft von ca. 1 ½ Zitronen und 250g Puderzucker die Glasur anrühren und schnell über dem Kuchen verteilen. Vor dem Verspeis versuchen ganz auskühlen zu lassen.