30.11.2016

Aus dem Meer und sehr italienisch: Impepata di cozze & spigola alle zucchine


Fisch gibt es selten auf der Lorbeerkrone,  aber nicht bei mir zu Hause. Ich esse ihn auch öfters, weil er sich schnell zubereiten lässt,  so wie es mir unser nette Fischverkäufer Silvio (er ist Rumäne und  kennt sich trotzdem unglaublich gut mit seinem Metier aus, auch wenn er das Meer zum ersten Mal erst mit 22 Jahren gesehen hat) erklärt hat: ein bisschen Öl über den geputzten Fisch und dann in den Ofen für 25 Minuten. Ein Salat und frisches Brot dazu und schon sind wir alle zufrieden… aber nun hatte mir Silvio vor 2 Wochen am Samstag gegen Ladenschluss  ein ganzes Paket Miesmuscheln geschenkt, die ich liebe, und da wir unsere Nachbarin zum Abendessen eingeladen hatten,  habe ich in einem meiner besten italienischen Kochbüchern nach einem etwas ergiebigeren Fischrezept gestöbert und bin dabei auf dieses gestoßen, das wirklich ausgezeichnet war.  Von daher ein einfaches aber dafür sehr italienisches Fischmenü.

Impepata di cozze (Miesmuscheln mit Pfeffer)
Die einfachste und klassischste Art, wie Miesmuscheln praktisch in jedem italienischen Strandrestaurant zubereitet werden. Das Ganze wird  Neapel zugeschrieben.
Das langwierigste ist das Miesmuscheln putzen/säubern…ich fand mein Kartoffelmesser perfekt um die Steinkrusten von der Oberfläche zu entfernen, das alles unter fließendem Wasser. Dann vielleicht nochmal mit einer Metallbürste abbürsten und das wichtigstes von allem: den eventuellen Bart ausreißen und offene oder kaputte Muscheln nicht verwenden, die Muscheln in Wasser bis zur Zubereitung lassen…danach geht es sehr schnell: etwas Öl in einem Topf mit Deckel auf sehr hoher Temperatur erhitzen, eine Knoblauchzehe darin kurz anbraten und die dann die Miesmuscheln hinzugeben. Deckel drauf. Ca. 8-10 Minuten später müssten sie alle auf sein, noch  2 EL kleingehackte Petersilie hinzugeben und grosszügig gemahlenen, schwarzen Pfeffer. Umrühren und mit geröstetem Brot servieren. Kein Salz verwenden.

Spigola con le zucchine (Wolfbarsch mit Zucchini)
Eigentlich hätte es Dorade sein sollen, so stand es im Kochbuch „La cucina di casa“ von Annalisa Barbagli und ein Klassiker der italienischen Hausfrauenküche der letzten Jahre. Aber mit Wolfbarsch geht es auch prima.

1 kg Fisch (Dorade  der  Wofsbarsch)
800g Zucchini
2 Knoblauchzehen
1 EL Brotbrösel
3-4 EL Olivenöl extravergine
1 Handvoll kleingehackt Petersilie
4 Blätter Basilikum
Salz und Pfeffer

Den Ofen auf 200 °  vorheizen. Dann die Zucchini halbieren und in 3mm breite Scheiben schneiden. Petersilie, Knolauchzehen und Basilikum kleinhacken, in einer Pfanne anbraten und dann die Zucchini hinzugeben. Auf heißer Flamme einige Minuten anbraten. Die Zucchini auf ein Backblech, das mit Bratpapier bedeckt ist verteilen. Auf das Zucchinibett kommt dann der gesäuberte Fisch (Innereien sind entfernt worden und man hat ihn entschuppt und nochmal gründlich gewaschen), der innen etwas gesalzen und gepfeffert wurde. Alles in den Ofen schieben. Nach 15 Minuten den Fisch wenden und mit den Brotbröseln bestreuen. Weitere 15 Minuten braten lassen, dann für ein paar Minuten grillen, damit sich eine leichte Kruste bildet. Servieren.



12.11.2016

Schwarzkohl-"Chips" und ein beinahe veganer Aperitif


Die Tage vergehen, die Wochen verfliegen. Verflixt…habe ich da wirklich das letzte Mal vor beinahe 4 Monaten geschrieben? Auf der einen Seite scheint es wie gestern. Schließlich war es hier noch so unerträglich feucht und schwül wie im Juli bis Ende Oktober, so dass man die ganzen T-Shirts wieder herauskramen musste und eigentlich auch kurze Hose hätte tragen können.

Allerdings ist vieles passiert in der Zwischenzeit, dass mich vom Rezepteschreiben abgehalten hat. Wie immer in den letzten Jahren …

Aber ich bin noch da und habe wieder Lust zum Ausprobieren … natürlich immer noch in der Kategorie: Mutter mit Vollzeitjob möchte sich trotzdem gesund und mit Geschmack ernähren (ohne stundenlang in der Küche zu stehen).

Zum Thema:
Hier in Italien ist gerade ein ganz besonderes Ernährungsbuch ein Renner geworden, von einem nach Amerika ausgewanderten Italiener, nicht nur Professor, der die Ernährungsweise der Hundertjährigen auf der ganzen Welt untersucht, um herauszufinden, welches die richtige ist um gesund 110 Jahre alt zu werden – nein, anscheinend auch ein phantastischer Jazz-Musiker (der Grund, warum er eigentlich in jungen Jahren nach Amerika ausgewandert ist). Oberflächlich wie immer (Entschuldigung: der gnadenlose Zeitmangel für alles, was mein Leben ausmacht) habe ich das Buch durchflogen und mich gleich sehr zuhause gefühlt… ha, Fasten + vegane Ernährung + … Pescatarier (was sehr zu dem passt, womit mich eine Freundin als Aussage überraschte und was ich mir in Gedanken etwas zu eigen gemacht habe: nur das Fleisch von Tieren zu essen, die man selber töten könnte. Fische kann ich. Alles andere eigentlich wirklich nicht.)  - Ob ich für konsequent auf Eier und Milchprodukte verzichten kann? Und auf Zucker? Ich glaube nicht – aber einschränken kann nicht schlecht sein. (Warum ich lange über so etwas nachdenke, werde ich in einem anderen Post ausposaunen.)
Bislang wurde Valter Longo wohl auf Deutsch nur von anderen zitiert aber es kann ja sein, dass sein Buch „La Dieta della Longevità“ bald auch übersetzt wird.
.............. heute hat mein Mann schallend angefangen zu lachen , als ich ihm am Telefon eröffnete, dass ich wieder vegan - und wenn nur Fisch - essen möchte. Was soll`s … sein Lachen, meine ich. (Meine Kollegen scheinen auch zu lachen…wieso???)

Und hier meine Kein-Rezepte:

„Schwarzkohl-Chips  (eigentlich auch ein Aperitifschmankerl)
an. (Was eine apartere Bezeichnung für gerösteten Grühnkohl ist, der aber wirklich was  zum Knabbern ist.)
Das Kein-Rezept habe ich von einem 2sprachigen Blog voneiner Amerikanerin, die auch einen gewissen medialen Erfolg in Italien zu habenscheint. (Die besonders guten Rezept bleiben allerdings wohl in ihrem Kochbuch verborgen)


Und hier geht es lang: den Ofen auf 190° vorheizen. Den Schwarzkohl etwas säubern, in dem man hauptsächlich nur die Blätter nimmt, waschen, trocknen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blackblech mit etwas Öl vermischen und gut verteilt auslegen. In den Ofen 15 Minuten schieben, in der Halbzeit wenden – vorsichtig, falls sie schon etwas kunsprig geworden sind und dann am Schluss mit Salz (Fleur de Sel passt wunderbar) bestreuen und auch eventuelle mit Zitronenzeste, wie empfohlen wird. Uns hat es auch ohne Zitronenzeste wunderbar geschmeckt. – Und auch der Version, wo ich in der Halbzeit etwas Soya-Sauce und Sesamkörner mitgemischt habe, die man auf den Fotos sieht. Aber mit der Soya-Sauce aufpassen!!!

Und hier ein

Vegetarischer (beinahe veganer) Aperitif
Bestehend aus
- Oliven
- Datteltomaten
- Vol au vent mit Kohlsalat
(Fein geraspelter Weißkohl, mit veganer Mayonnaise und Senf angemacht und Salz und etwas Zitronensaft abgeschmeckt – die vol au vents sind gekauft und eben der nicht vegane Teil des ganzen).
Und das Hauptding:
- Italienische Creme
(nachdem veganen Kochbuch der französischen Bloggerin Marie Laforêt – ihr Blog: www.100-vegetal.com)
Im Mixer kommen zusammen:
230g weisse Bohnen
5 getrocknete Tomaten in Öl eingelegt
2 EL Pinienkerne (aber enthäutete Mandeln tun es auch)
1 kleine Knoblauchzehe
2 EL Zitronensaft
2EL Origano
½ TL Salz
Etwas Pfeffer
Etwas Öl
(und ich habe auch etwas Wasser hinzugetan um die Creme geschmeidiger zu machen)
anschließend
1 El kleingehacktes Basilikum untermischen.
Und mit etwas Basilikum verzieren.
Serviert habe ich dazu
- vegane Kräcker +
- Karottenstäbchen