27.01.2017

Nur beinahe VEGAN – wegen dem PARMESAN: PASTA AL SUGO / Selbstgemachte Nudeln mit Tomatensauce



Wenn ich mich so umhöre heißt es so oft zwischen den Mamas: „Ach, mein Sohn liebt es Kekse zu backen.“ „Wir machen gemeinsam Pizza miteinander. Die ganze Familie hat soooo einen Spaß dabei.“ „Meine Tochter leckt so gerne die Schüssel aus, wenn wir Kuchen zubereiten.“

Nun – meinem Kleinen fällt es nicht im geringsten ein,  so etwas interessant zu finden…, auch wenn sein Vater in den letzten Jahren ein Focaccia-Spezialist geworden ist und ich eigentlich auch noch Spaß am Kochen habe und er selber, unser Zwerg, von klein auf mit uns dabei in der Küche hockt.  

Letzten Samstag habe ich daher beschlossen, dass nun Schluss werden soll mit dieser Einstellung und ihm, vielleicht auch mit etwas elterlicher Entschlossenheit, zum seinem Glück verholfen werden muss - wie meistens, wenn es um pädagogisch wertvolle Beschäftigungen zu Hause geht.

Als Motivation habe ich aber erstmal mit ihm einen Film auf YouTube gesucht: „Wir schauen uns das jetzt an, wie man das macht, und dann machen wir gemeinsam die Nudeln nach, ok? Du isst sie ja so gerne.“  Vielleicht ist es seinem Vater und seiner Mutter nicht gelungen Interesse für das zu erwecken, was auf den Tisch kommt, aber wie er - mit noch nicht mal 5 Jahren - auf dem i-pad und YouTube herumsurfen kann, einschließlich den richtigen Einstellungen, darauf können wir richtig stolz sein.                        

Eigentlich wollte ich nicht unbedingt ein Pasta-Rezept ohne Eier (also vegan) ausprobieren, aber es war das erste, was  auf der Youtube-Liste erschien und ich war schon recht neugierig. Und dann haben mir aber die Zutaten und das Ergebnis so gefallen, dass ich es sofort ausprobieren wollte. Ich stellte mir meinen Zwerg schon mit den kleinen Händen im Mehl vor und einem überglücklichen Gesichtsausdruck. „Nein, DAS mache ich nicht.“, war allerdings der gefühllose Kommentar, den ich sofort aus der Pistole geschossen bekam. Nun wurde eindeutig Verstärkung gebraucht und er saß auch tatsächlich auf dem Kinderstuhl am Küchentisch, während ich freudig die Zutaten für den Pastateig ( 300g Hartweizenmehl, 1 EL Maisstärke, 1 EL Olivenöl, 1 TL Salt (gestrichen), ½ TL Kurkuma (gestrichen) + 130ml warmes Wasser) zusammenmischte und knetete – dank seines Vaters und der gemeinsam formulierten Drohung er dürfe seine Lego-CHIMA Sendung nicht weiterschauen, wenn er nicht mindestens 5 Minuten zusehen würde, wie man die Pasta mache, die er doch so liebt. Nach einem kühlen „Ich will das aber nicht  mit der Hand anfassen.“ und 10x fragen: „Sind die 5 Minuten jetzt vorbei?“, verschwand er wieder Richtung Wohnzimmer, allerdings nicht ohne von seinen Eltern vorgewarnt zu werden: „Wenn wir die richtigen Nudeln machen, musst Du  wirklich helfen.“  
Das einzige, was meinem Mutterherz Mut machte das (gemeinsame) Pasta Projekt fortzuführen, war des Zwerges – ich schätze mal ungewollte – Bemerkung „Hmmm…hier riecht es aber richtig gut…“, was sich auf die Tomatensauce bezog, die ich schon im Morgengrauen fürsorglich aufgesetzt hatte (dafür habe ich eine große Zwiebel geschält, geviertelt, in Olivenöl angedünstet und dann 2 geschälte, Karotten in grobe Stücke geschnitten und etwas Staudensellerie, gewaschen, geputzt und am Stück der Zwiebel hinzugegeben, 5 Minuten mitgedünstet und dann mit 1,5lt Tomatenpüree aufgegossen. Das Ganze hat ca. 3 Stunden vor sich her geköchelt, ich habe insgesamt 2 Glas Wasser hinzugegeben und erst am Ende mit Salz abgeschmeckt.).

Nachdem ich also meine, schöne gelbe Teigkugel eine Stunde lang in Frischhaltefolie habe ruhen lassen, wurde alles wie zuvor gehandhabt: gemeinschaftliche, elterliche Drohung, beleidigtes in Küche Schlurfen und eingeschnappter Gesichtsausdruck, gewollt langsames Platz nehmen – bis er nicht sein eigenes Stückchen Teig auf dem mit Mehl bestreuten Brett und die kleine Teigrolle bekam. Endlich der Hauch eines Lächelns!,  und das war tatsächlich eines, denn er hat fleißig seinen Teig ausgerollt – bis er nicht nach weniger als 3 Minuten „Fingerschmerzen“ bekam. Aber bevor er wieder mit einem saloppen "Das war lustig." von seinem Kinderstuhl absprang, gelang es mir ihn doch noch für das Scheibenschneiden einer Teigrolle zu gewinnen, dank des Messers, das ich zwischen meinen Fingern baumeln ließ.  „Okeee, dann mache ich das halt auch noch.“ Vermutlich sind vor vielen Generationen die toskanischen Maltagliati-Nudeln („schlecht geschnittene“) bei einem ähnlichen Erziehungsmanöver entstanden.


Was ich das nächste Mal besser machen werde:

  • Ich habe den Fehler begangen, den ausgerollten Teig nicht ruhen zu lassen, werde ihn aber das nächste mal 30-45 Minuten ruhen lassen – oder man gibt mehr Mehl beim Ausrollen hinzu.
     
  • Ich werde mehr Geduld haben dünnere Scheiben, von den zusammengerollten Teigrollen abzuschneiden (die dann wieder ausgerollt, und in viel Mehl - damit sie nicht ankleben - in einem breiten Behälter oder auf dem Backblech angesammelt werden), damit es alles Fettuccine werden und nicht Großteils Pappardelle.           

WICHTIG: bei selbstgemachter Pasta besonders darauf achten einen großen Kochtopf mit viel Wasser zu verwenden und die Nudeln mit so wenig Mehl wie möglich in das kochende Wasser zu geben. Die Nudeln wachsen viel … in ca. 7 – 8 Minuten.
Hier der link des Videos:
Pasta senza uova


Und was ist mit dem Parmesan??? Ich selber schaffe es nicht ohne …..